Citigroup vor den Zahlen: Das Aufräumen geht weiter

Donnerstag, 17.07.08 16:05
Mit der Beinahe-Pleite der Hypothekenbank IndyMac hat die US-Finanzkrise einen neuen Höhepunkt erreicht. Denn es handelt sich um den größten Bankenzusammenbruch in den Vereinigten Staaten seit 1984. Überdies sind auch die beiden halbstaatlichen US-Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac ins Straucheln geraten und müssen durch Garantien der US-Regierung gestützt werden.

Finanzkrise hat die Citigroup tief in die roten Zahlen getrieben

Schon zuvor mussten viele US-Großbanken immense Abschreibungen aufgrund der Subprime-Krise tätigen wie z.B. die Citigroup, die mit ihren bislang fast 300.000 Mitarbeitern zu den größten Banken der Welt zählt. So verzeichnete der US-Bankenriese allein in den beiden letzten Quartalen Verluste von insgesamt rund 15 Mrd. US-Dollar. Die Folgen der Subprime-Krise schickten die Citigroup-Aktie auf eine beispiellose Talfahrt und die Kurse stürzten innerhalb eines Jahres bis zum 16. Juli um 71% auf 15,35 US-Dollar ab.

Verkauf der deutschen Privatkundensparte spült 5 Mrd. Euro in die Kasse

Doch jede Krise bietet auch die Chance auf einen Neuanfang und das Aufräumen geht bei der Citigroup weiter. Denn nach den Verlusten in den zurückliegenden Quartalen verkündete der neuernannte Chef der US-Großbank, Vikram Pandit, ein ehrgeiziges Kostensenkungsprogramm. Demnach sollen in der nächsten Zeit 10 bis 20 Prozent der Ausgaben eingespart werden, was vor allem durch einen Stellenabbau gelingen soll.

Darüber hinaus trennt sich der Finanzkonzern von Tochterunternehmen. Allein durch den Verkauf des deutschen Privatkundengeschäftes an die französische Genossenschaftsbank Crédit Mutuel erzielte die Citigroup 4,9 Mrd. Euro in bar. Diese kräftige Liquiditätsspritze soll der US-Bank auf ihrem Konsolidierungskurs helfen.

Neue Informationen über den Fortgang der Sanierungsbemühungen bei der Citigroup erwarten Börsianer von der Bekanntgabe der Quartalszahlen am kommenden Freitag (18. Juli). Im Vorfeld prognostizieren Analysten einen Umsatz von 17,72 Mrd. US-Dollar sowie einen Verlust pro Aktie von –0,59 US-Dollar. Dabei wird für 2008 von einer Dividendenrendite von rund 8% ausgegangen.

Anlagemöglichkeiten mit Zertifikaten

Für risikobereitere Anleger könnte der Wave XXL DB79GB vom X-markets Team der Deutschen Bank attraktiv sein, wobei das Derivat mit einem Hebel von etwa 5 ausgestattet ist. Demnach steigt oder fällt der Wert des Waves fünfmal schneller als die Citigroup Aktie. Falls der Kurs jedoch die Marke (Stopp Loss) von 13,20 US-Dollar berührt oder unterschreitet, wird der Call verkauft und zum Restwert ausbezahlt.

Dagegen können Anleger mit dem Wave XXL DB76U7 auf fallende Kurse setzen, da der Put im Wert steigt, wenn die Aktie nachgibt. Dabei verfügt das Derivat über einen Hebel von ca. 0,8 sowie einen Stopp Loss bei 30,80 Euro. Wenn der Aktienkurs also diese Marke berührt oder überschreitet, wird der Put glattgestellt und der Restwert an den Anleger ausgezahlt.

Das Diskontzertifikat DB3CVX könnte indes für risikoaversere Anleger eine interessante Wahl sein. Denn das Derivat wird mit einem Rabatt von etwa 12% ausgegeben und verfügt über eine Laufzeit bis zum 23. Juni 2009. Für das Derivat errechnet sich eine Seitwärtsrendite von etwa 18,5%. Die Gewinnchancen sind jedoch auf den Cap bei 17 US-Dollar begrenzt. Anleger sollten jedoch beachten, dass alle oben genannten Derivate nicht währungsgeschützt sind.
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