Commerzbank-Aktie: zwischen Rekordgewinnen und UniCredit-Übernahmepoker

Montag, 16.02.26 10:11

Die Commerzbank hat sich seit etwa 2020 Schritt für Schritt aus der Phase der langwierigen Restrukturierung zurückgemeldet. Das Geschäftsjahr 2025 markiert dabei einen historischen Meilenstein für das Frankfurter Institut: Mit einem Konzernergebnis von 2,63 Milliarden Euro und einem bereinigten Rekordgewinn von rund drei Milliarden Euro unterstreicht die Bank ihre wiedergewonnene operative Stärke. Unter der Führung von Vorstandschefin Bettina Orlopp hat sich die CoBa dabei ein klares Ziel gesetzt und möchte ihre Eigenständigkeit durch eine solide Profitabilität zementieren. Doch während die fundamentale Entwicklung positiv stimmt, mahnt die boerse.de-Performance-Analyse noch zur Vorsicht.

 

Commerzbank-Aktie: Profitabilität als Schutzschild gegen Übernahme

 

Die treibende Kraft hinter der aktuellen Kursphantasie ist seit Längerem die italienische Großbank UniCredit. Diese hat durch den Erwerb von Staatsanteilen und Finanzderivaten einen Anteil von rund 21 bis 26 Prozent an der Commerzbank erworben und hält indirekt weitere drei Prozent an ihrem deutschen Konkurrenten. Das liegt nahe an der relevanten 30-Prozent-Schwelle, bei deren Überschreiten die Italiener laut Aktiengesetz ein Übernahmeangebot machen müssten, das ganz oder überwiegend auf eigenen Aktien basiert. In diesem Fall dürften Commerzbank-Aktionäre ihre Anteilsscheine in UniCredit-Aktien tauschen.

 

Die Commerzbank versucht, durch eine maximale Profitabilität, eine hohe Dividende und ein Aktienrückkaufprogramm den Kurs nach oben zu treiben, “unbezahlbar” zu werden und sich so ihre Unabhängigkeit zu sichern. Für 2026 hat sich das Geldinstitut entsprechend hohe Ziele gesetzt. Die Vorsitzende Bettina Orlopp prognostizierte vergangene Woche einen Gewinnanstieg nach Steuern von 2,6 Milliarden Euro im Jahr 2025 auf mindestens 3,2 Milliarden Euro in diesem Jahr. Die Position der CoBa bleibt dennoch fragil, da z.B. eine Marktkorrektur ein Übernahmeangebot durch die UniCredit erleichtern könnte.

 

Commerzbank Anlagequalität: Zwischen Potenzial und Risiko

 

Trotz der beeindruckenden operativen Wende zeigt ein Blick auf die langfristigen boerse.de-Performance-Kennzahlen, dass die Commerzbank-Aktie nach den strengen Selektionskriterien derzeit (noch) nicht als Champion einzustufen ist. Für eine solche Auszeichnung mangelt es historisch noch an der notwendig konstanten Anlagequalität.

 

Dennoch ist das Papier ein interessanter Watchlist-Kandidat, der aktuell mit einem guten boerse-de-A-Rating bewertet wird. Die durchschnittliche Zehn-Jahres-Rendite liegt bei rund 18 Prozent p.a., was die jüngste Aufholjagd widerspiegelt, und auch die Gewinn-Konstanz beträgt 69 Prozent. Dem gegenüber steht jedoch eine Verlust-Ratio von 2,89. Dieser Wert verdeutlicht, dass Anleger bei der Commerzbank mit überdurchschnittlichen Schwankungen und Rückschlagsrisiken konfrontiert waren, die u.a. durch konjunkturellen Gegenwind, Rechtsstreitigkeiten oder regulatorische Änderungen befeuert wurden.

Für Investoren, die auf der Suche nach den langfristig besten Champions-Aktien sind, lohnt sich übrigens ein Blick über den Bankensektor hinaus. Der boerse.de-Aktienbrief (hier kostenlos Probelesen) unterstützt Sie dabei und identifiziert regelmäßig branchenübergreifend jene 100 Champions-Aktien, die historisch betrachtet mit der höchsten Anlagequalität punkten.

 

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

 

Ihre

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