Compounder-Aktien: Warum Marktführer über Jahrzehnte Werte schaffen können

Dienstag, 10.03.26 17:19
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

der Zinseszinseffekt gilt als eine der mächtigsten Kräfte beim Investieren. Er sorgt dafür, dass erzielte Erträge selbst wieder neue Erträge hervorbringen, wodurch das Vermögen mit der Zeit exponentiell wächst. Sein Gegenstück auf Unternehmensebene sind die sogenannten „Compounder“. Dabei handelt es sich um Firmen, die ihre erwirtschafteten Gewinne immer wieder zu attraktiven Renditen in ihr eigenes Geschäft reinvestieren können. Gelingt dies über viele Jahre hinweg, wachsen Gewinn und Unternehmenswert stetig weiter.

Häufig sind solche Dauerläufer auch führend in ihrer Branche. Ein Unternehmen kann nur über viele Jahre hinweg Gewinne mit hoher Rendite reinvestieren, wenn es im Wettbewerb eine besonders starke Position besitzt – weshalb der boerse.de-Aktienfonds, unser Champions-Fonds für den Vermögensaufbau, gezielt auf Marktführer setzt. Die Vorteile solcher Firmen können aus verschiedenen Quellen stammen:

Wenn Größe zum Vorteil wird



Mit zunehmender Größe sinken in vielen Unternehmen die Kosten. Dadurch bleiben mehr Gewinne übrig, die wiederum in weiteres Wachstum investiert werden können. Ein anschauliches Beispiel dafür ist TSMC, der weltweit führende Auftragsfertiger für Chips. Die Herstellung moderner Halbleiter erfordert hohe Investitionen in Fabriken und Maschinen. Kapitalintensive Geschäftsmodelle gelten häufig als wenig attraktive Investments – denken Sie an die deutschen Autobauer. Bei TSMC wirken die Investitionen jedoch anders:

Sie schaffen enorme Eintrittsbarrieren für Wettbewerber und stärken damit die Marktstellung des Unternehmens. Gleichzeitig profitiert der Champion aus Taiwan davon, dass die Anlagen mit steigenden Produktionsmengen immer effizienter ausgelastet werden können. Die hohen Renditen auf das eingesetzte Kapital haben sich auch auf die Kursentwicklung durchgeschlagen. In der vergangenen Dekade legte die Aktie des Champions im Mittel um 29% pro Jahr zu.

Walmart profitiert ebenfalls stark von Skalenvorteilen. Der Einzelhandelsriese kauft sehr große Warenmengen ein und hat hier eine entsprechende Verhandlungsmacht gegenüber den Lieferanten. Zudem betreibt der Champion eines der effizientesten Logistiknetzwerke der Welt. Die Größe verschafft Walmart erhebliche Kostenvorteile gegenüber kleineren Wettbewerbern, was sich positiv auf die Rentabilität auswirkt. Die erwirtschafteten Mittel können genutzt werden, um das Geschäft weiter auszubauen. Auf Sicht von zehn Jahren stieg der Kurs der Aktie durchschnittlich um 18% per annum.

Die Macht, Preise zu erhöhen



Während Walmart Konkurrenten bei den Preisen unterbieten kann und damit viele Kunden anzieht, haben manche Unternehmen am anderen Ende der Skala einen Vorteil. Firmen mit starken Marken oder besonders begehrten Produkten können ihre Preise erhöhen, ohne dass die Nachfrage nachlässt.

Ein gutes Beispiel dafür ist Lindt & Sprüngli. Der Schweizer Champion hat seine Marke über Jahrzehnte als Synonym für Premium-Schokolade aufgebaut. Generationsübergreifend stehen die Lindt-Produkte für Qualität und Genuss, weshalb Preissteigerungen akzeptiert werden. Der Wert des Partizipationsscheins erhöhte sich in den vergangenen zehn Jahren im Durchschnitt um 10% p.a.

Auch der Technologie-Champion Apple verfügt über außergewöhnliche Preissetzungsmacht. Das iPhone gehört zu den stärksten Marken im Bereich Konsumelektronik. Für die Nutzer ist es ein zentrales Alltagsgerät, was zudem einen gewissen Lifestyle verkörpert. Sie sind daher bereit, für Design und Qualität einen höheren Preis zu zahlen. Darüber hinaus profitiert Apple von einer weiteren Komponente:

Je mehr Nutzer, desto attraktiver



Der Mechanismus, bei dem ein Produkt oder eine Plattform mit jedem zusätzlichen Nutzer an Wert gewinnt, wird als Netzwerkeffekt bezeichnet. Dadurch entsteht ein sich selbst verstärkender Kreislauf, in dem Wachstum weiteres Wachstum nach sich zieht. Im Fall von Apple zeigt sich das vor allem im Zusammenspiel von Geräten und Software. Je mehr Menschen iPhones oder iPads nutzen, desto attraktiver wird das Apple-Ökosystem auch für App-Entwickler und Dienstanbieter. Das wiederum erweitert das Angebot für die Kunden. Gleichzeitig sind die Produkte so reibungslos aufeinander abgestimmt, dass viele Kunden bei Apple-Produkten bleiben, weil ein Wechsel zu anderen Anbietern mit Komfortverlust verbunden wäre. Seit 2016 legte der Kurs im Mittel um 25% pro Jahr zu.

Der Netzwerkeffekt verhalf auch Google zum Aufstieg zur dominierenden Suchmaschine. Je mehr Nutzer es gab, desto besser konnten die Daten dazu verwendet werden, relevantere Ergebnisse zu liefern. Das hat wiederum noch mehr Nutzer und Werbepartner angezogen. Heute ist „googeln“ längst zum Synonym für die Internetsuche geworden. Die daraus erwirtschafteten Gewinne wurden genutzt, um das Geschäft Schritt für Schritt zu erweitern. Im Zuge dieser Entwicklung firmiert der Konzern seit 2015 unter dem Namen Alphabet.

Zum Technologie-Champion gehören mittlerweile etwa YouTube, das mobile Betriebssystem Android oder die Clouddienste. Auch hier spielen Netzwerkeffekte eine Rolle. Je mehr Nutzer zum Beispiel Inhalte auf YouTube ansehen, desto attraktiver wird diese Plattform für Werbepartner. Auf diese Weise konnte Alphabet rund um die ursprüngliche Suchmaschine ein digitales Ökosystem aufbauen. Mit entsprechend positiven Ergebnissen auch bei der Kursentwicklung: Im Durchschnitt gewann die Aktie innerhalb der vergangenen Dekade 22% p.a. an Wert.

Mit dem boerse.de-Aktienfonds auf marktführende Champions setzen



Wichtig ist allerdings: Nicht jeder Marktführer ist automatisch ein Compounder. Erst wenn hohe Kapitalrenditen auf ausreichende Wachstumsmöglichkeiten treffen, entsteht der Effekt. Auf lange Sicht zeigt sich das auch im Kursverlauf der Aktie.

Wir nutzen die boerse.de-Performance-Analyse, um die Spreu vom Weizen zu trennen. Die nach dieser Methode 100 besten Werte erhalten den Titel „Champion“. Anleger, die mehr über das Auswahlverfahren wissen möchten, können sich umfassend im kostenlosen White Paper „Langfristig erfolgreich mit Champions-Aktien: Quality-Investing seit 2002“ informieren.

Wer sich nicht selbst um die Auswahl einzelner Qualitätsaktien kümmern möchte, findet im boerse.de-Aktienfonds eine bequeme Lösung. Der Fonds investiert transparent, regelbasiert und innovativ nach dem Motto „Marktführer gehören in jedes Depot!“ in 40 Top-Champions. Auch die oben genannten Unternehmen sind Bestandteil dieses Portfolios.

Mit bester Empfehlung

Georg Kling
boerse.de Vermögensverwaltung GmbH



Georg Kling ist als Vermögensberater bei der boerse.de Vermögensverwaltung tätig. Zuvor hat er umfangreiche Erfahrungen in diversen Unternehmen und Positionen der Finanzdienstleistung und...

Unsere Mission