DAX: Entspannung in Griechenland sorgt für Verschnaufpause

Dienstag, 09.03.10 18:30

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

wer den DAX nach langer Zeit wieder einmal oberhalb der Marke von 5900 Punkten sehen wollte, musste zu Beginn der Woche früh morgens auf den Kurszettel sehen. Im vorbörslichen Handel kletterte der heimische Leitindex noch auf 5903 Zähler, dann verließen ihn die Kräfte. Doch das sei ihm vergönnt, denn in der ersten Handelswoche im März konnte der DAX rund fünf Prozent zulegen – das war die stärkste Wochenbilanz seit Juli 2009. Getrieben wurden die heimischen und die übrigen europäischen Dividendenpapiere gleich von zwei Seiten:

Einerseits zeichnet sich im Fall Griechenland eine Entschärfung der Krise ab. Im Laufe der vergangenen Woche platzierte die Regierung in Athen mit großem Erfolg eine neue, fünf Milliarden Euro schwere Anleihe. Die Emission war dreifach überzeichnet. Außerdem wurde den Griechen von einigen EU-Mitgliedsstaaten finanzielle Hilfen zugesagt. Andererseits freuten sich die Aktienmärkte in Europa über die positiv ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten. Außerhalb der Landwirtschaft gingen im Februar nur 36.000 Stellen verloren. Das war eine echte Überraschung, denn angesichts der schlechten Witterung in den USA waren im Vorfeld der Veröffentlichung Flüsterschätzungen von bis zu 100.000 weniger Arbeitsplätze herumgereicht worden.

Dass es zumindest seit Anfang der Woche nicht weiter nach oben geht, liegt bisher schlicht an fehlenden Nachrichten – weder von der Konjunkturseite noch aus den Unternehmen kamen Kurs bewegende Neuigkeiten. Für die Anleger gibt es daher weder einen Grund zu kaufen noch zu verkaufen. Der VDAX, der die Nervosität der Börsianer misst, notiert mittlerweile wieder so tief wie zuletzt vor 22 Monaten. Doch diese lethargische Haltung dürfte sich im Laufe der Woche ändern, wenn neue Konjunkturdaten veröffentlicht werden.

Am Donnerstag erhoffen sich Anleger weitere Informationen über die Lage am US-Arbeitsmarkt. Für die wöchentlich veröffentlichten Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe rechnen Wirtschaftsauguren mit einem leichten Rückgang. Am gleichen Tag lohnt sich auch ein Blick nach China, wo die Inflationszahlen für Februar bekannt gegeben werden. Befragte Ökonomen prognostizieren eine weitere steigende Teuerungsrate. Behalten die Experten recht, wächst die Gefahr, dass die chinesische Regierung die Zinszügel anzieht. Das dürfte die Aktienmärkte weltweit unter Druck bringen.

Interessant wird es am Freitag, wenn in den USA die Einzelhandelsumsätze für Februar kommen. Allgemein wird mit einem leichten Rückgang gerechnet, denn einerseits belastet die Rückrufaktion von Toyota, andererseits das schlechte Wetter. Für den Konsumklima-Index der Uni Michigan rechnen Markbeobachter dagegen mit einer leichten Verbesserung. Das könnte die Börsenstimmung zum Ende der Woche wieder aufhellen.

Herzlichst
Ihr

Johannes Scherer
 

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