Marktübersicht

Das Ende meines Facebook-Experiments

Montag, 27.02.17 12:07
Sehr geehrte Privatanleger,

vor knapp zehn Monaten, Anfang Mai 2016, begann ich mein Facebook- Experiment. Zwar bin ich ein großer Kritiker der Macht dieser Datenkraken, aber solange die europäische Politik sich nicht gegen die nahezu unkontrollierten Machtanballungen der großen IT-Konzerne wehrt, muss man diese Unternehmen verstehen. Im Mai 2016 schrieb ich bereits darüber.

Als ich das Experiment startete, waren sich alle noch absolut sicher, dass Donald Trump niemals Präsident werden könnte. Meine diesbezüglich differenzierte Meinung hatte ich in meinem Börsenbrief Der Privatinvestor dargelegt. Und dann wurde Trump doch rechtmäßig und demokratisch gewählt – anders als George Bush der Jüngere, der nur durch Wahlbetrug in Florida ins Amt kommen konnte (wo sein Bruder Jeb das Governeursamt innehatte). Nun war Jeb selbst republikanischer Präsidentschaftskandidat. Egal, wie man zu Trump steht: wenn es Jeb oder Hillary geworden wären, dann wären vier der fünf letzten Präsidenten aus zwei super-einflussreichen Familien gekommen. So sieht Demokratie nicht aus. Schon einer der Gründerväter, John Adams, hatte große Angst vor einer amerikanischen Oligarchie. Mittlerweile ist die Gefahr real. Mit Trump ist dieses Problem zumindest eine Generation nach hinten verschoben worden.

Zurück zu Facebook. Am Anfang habe ich nicht viel gepostet. Es kamen aber viele Freundschaftsanfragen, so dass es meine Hauptarbeit war, einmal pro Woche diese Anfragen zu sichten und die passenden freizugeben. Es waren auch viele „Freundschaftsanfragen“ von Damen mit sehr eindeutigen Absichten dabei. Zum Glück gibt es eine Funktion, mit der ich diese Anfragen als Spam sperren konnte.

Facebook ist ein diabolisch gutes Geschäftsmodell. Es setzt sich in unserem mentalen System fest. Es schlägt mir sogar Photoalben vor, die auf der Historie beruhen, die ich dort gespeichert habe. Viele nutzen den Messenger, um direkt über Facebook zu kommunizieren. Wir werden es (fast) nicht mehr los.

Wettbewerb kann für Facebook nur dadurch entstehen, dass die jüngere Generation keine Facebook-, sondern stattdessen Snapchat- und Instagram-Sklaven werden. Instagram gehört übrigens auch schon längst zu Facebook. Das Netzwerk wurde 2012 für die Rekordsumme von 1 Mrd. USD übernommen, als das Unternehmen nur gerade einmal zwölf Mitarbeiter zählte und noch kein Geschäftsmodell hatte. Die Snapchat-Gründer hingegen weigerten sich, von Facebook aufgekauft zu werden und wollen nun selbst bald an die Börse. Es ist eines der wenigen Male, wo ich mir ernsthaft überlege, bei einem Börsengang dabei zu sein.

Mit einem liquiditätsbereinigten KGV von 29 ist Facebook teuer. Aber das Unternehmen wächst rasant. Die Gewinne stiegen von 2015 auf 2016 um 100 Prozent, der Umsatz um 50 Prozent. Wenn es auch nur etwas gebremst weitergeht, liegt das KGV Ende dieses Jahres schon bei nur noch gut 20. Das wäre 1 Titel befindet sich im PI Global Value Fund und im Max Otte Vermögensbildungsfonds. www.privatinvestor.de Ausgabe 08/2017 vom 24.02.2017 Seite 3 akzeptabel. Im November 2016 stiegen die nach meiner Methode geführten Fonds ein. Wir waren aber aufgrund des hohen Preises noch nicht bereit, die Aktie in unsere Privatinvestor-Datenbank aufzunehmen. Seitdem ist sie um knapp 20 Prozent gestiegen.

In der letzten Zeit habe ich einige Male versucht, die Matrix der Medien, in der viele Menschen gefangen sind, mit einigen Kommentaren bei Facebook zu durchbrechen. Wie diese Matrix funktioniert, hat der seriöse Nachwuchswissenschaftler Uwe Krüger in seinem Buch „Mainstream“, erschienen im ebenfalls seriösen Verlag C. H. Beck, ausgiebig beschrieben. Für mich gibt es diese Matrix. Haben SIE sich für die rote oder die blaue Pille entschieden? Sind SIE in der Matrix gefangen oder haben Sie sich befreit?

Mein Versuch, die Matrix auf Facebook punktuell zu durchbrechen, wurde sehr unterschiedlich aufgenommen. Von starker Zustimmung bis zu Ablehnung war alles dabei. Das war zu erwarten. Allerdings sind zu viele Menschen in der Matrix gefangen. Eine absolutes Unwort ist dabei der Begriff „Verschwörungstheorie“, der übrigens von der CIA erfunden wurde. Die Welt ist brutal und die Geopolitik ein realer Faktor. Ich sehe mich in der Tradition von Thukydides, Niccolò Machiavelli, Thomas Hobbes, Carl Schmitt und meinem Lehrer Robert Gilpin, der sogenannten „realistischen Schule der internationalen Politik“. Früher nannte man die Analyse von Macht- und Machtmissbrauch „kritische Sozialwissenschaft“. Heute heißt das fast immer „Verschwörungstheorie“. Ja, es gibt abstruse Verschwörungstheorien. Wer aber das Wort leichtfertig und unbedacht in den Mund nimmt, der ist bereits tief in der Matrix gefangen. Wie soll ich mit so jemandem diskutieren?

Ich beende hiermit mein Facebook-Experiment. Ich habe genug Erfahrungen gesammelt. Meine Zeit gehört der Analyse der Kapitalmärkte. Da liegen meine Prioritäten. Und die Performance in den Fonds zeigt, dass ich die Prioritäten offensichtlich richtig gesetzt habe.

Dafür gibt es seit einiger Zeit einen offiziellen Privatinvestor Facebook-Kanal.

Falls Sie noch Facebook-Aktien kaufen wollen: Beim jetzigen Kursniveau können durchaus Rücksetzer kommen. Müssen aber nicht. Sie befänden sich in guter Gesellschaft: Ende 2016 hatten 29 der 50 größten Hedgefonds Facebook-Aktien im Portfolio.
Auf gute Investments,
Ihr
 
Max Otte
PS: Auf Twitter können Sie mir weiter folgen.

Hinweis/Disclaimer:
Prof. Dr. Max Otte berät beziehungsweise Unternehmen, an denen Prof. Dr. Max Otte beteiligt ist, beraten den PI Global Value Fund (WKN: A0NE9G) und den Max Otte Vermögensbildungsfonds (WKN: A1J3AM). Diese beiden Fonds könnten Positionen in Titeln halten, die in dieser Kolumne genannt sind.
Für den Fall, dass Leser dieser Kolumne Positionen in einen genannten Titel in einem Umfang erwerben, der dazu geeignet ist, den Preis des Titels zu beeinflussen, könnte der Verfasser dieser Kolumne und / oder einer beziehungsweise beide die Fonds im Falle der Veräusserung des Titels aus deren Portfolio nach einem solchen Kursanstieg vom Erwerb des Titels durch die Leser der Kolumne profitieren. Auch im Falle eines Verkaufs in einem entsprechenden Umfang durch Leser der Kolumne könnte der Verfasser dieser Kolumne und / oder einer beziehungsweise beide Fonds von fallenden Kursen durch günstigere Einstiegskurse im Falle eines späteren Kursanstiegs profitieren.

Den Titel als Dipl.-Volksw. erhielt Max Otte 1989 durch den erfolgreichen Abschluss des Studiums an der Universität Köln. 1991 erlangte er den Titel Master of Arts in Public Affairs an der...

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