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Kolumne09:08 22.03.16

Börsenexperte und Autor Gerhard Mahler

Der Frühling könnte kühl werden

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

vor Ostern ist die Stimmung an den Börsen vergleichsweise gut. Insbesondere die Fondsmanager und privaten Investoren in den USA sind auf der Käuferseite zu finden, während man in Europa etwas vorsichtiger agiert. So haben die wichtigen US-Aktienbarometer die Verluste von Januar/Februar weitgehend ausgeglichen. Der Dow Jones beispielsweise notiert momentan exakt auf seinem Stand vom Jahreswechsel bei 17.602 Punkten. Vor Ostern scheint der Schreck über den missglückten Start ins Jahr 2016 vielerorts weitgehend verdaut zu sein. Die Börsen auf dem Alten Kontinent können da nicht ganz mithalten, der Dax als Spitzenreiter auch nicht. Die 10.000er-Marke zu überspringen erweist sich als schwierig. Selbst die massiven Maßnahmen der EZB zeigen keine große Wirkung. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Obwohl die EZB mit ihrem Chef „Super Mario“ Draghi als Kurstreiber teils heftige Kritik einstecken muss. Begründung: Die Maßnahmen und der „Aktionismus“ würden nicht viel bringen und seien möglicherweise sogar schädlich.

Viel Kritik an der EZB

Sogar die Wachstumsrate für „Dauerbrenner“ Deutschland wurde jetzt von 1,8% auf 1,4% gesenkt. Dem offiziellen Optimismus stehen eine ganze Reihe vorsichtiger oder sogar äußerst kritischer Statements seitens deutscher Konzernchefs gegenüber. So hängt die hiesige Performance trotz vorhandenem Aufholpotenzial deutlich hinter jener der Wall-Street-Trendsetter zurück. Bei denen wiederum besteht nach der ungewöhnlich langen Aufwärtsstrecke die akute Gefahr der Überhitzung. Zwar hat die US-Notenbank Mitte vorige Woche eine etwas mildere Gangart in Sachen Erhöhung der bis auf Weiteres unverändert niedrigen Leitzinsen durchblicken lassen. Eine Neuigkeit oder unerwartet positive Nachricht ist dies aber nicht gewesen. Und dass die Wirtschaft moderat wächst, wobei die Risiken angesichts der Konflikte und Krisenherde wieder zugenommen haben, entspricht ebenfalls der bekannten offiziellen Sprachregelung.

Holprige Gangart zu erwarten

Der Zeitpunkt und das Ausmaß der nächsten Schritte richten sich nach der Konjunktur. Diese mehr oder weniger unverbindliche Linie fährt die Notenbank seit Monaten und hält sich somit alle Türen offen. Dabei wurde die Wachstumsprognose erst kürzlich leicht abwärts revidiert. Die jüngsten wirtschaftlichen Kennzahlen zeigen hinsichtlich der industriellen Aktivitäten indessen wieder bessere Werte. Anfang des Jahres hatten sie mehr Sorgen bereitet. Der KFT jedenfalls stellt sich auf eine holprige Gangart an den Börsen ein. Es naht die nächste vermutlich magere Berichtssaison, und der als kritischer Börsenmonat bekannte Mai ist auch nicht fern. Hinter dem angesichts der beachtlichen Erholung möglichen Trendwechsel steht noch ein dickes Fragezeichen.

Viel Erfolg mit Ihren Investments
Ihr

Gerhard Mahler
Chefredakteur
Kurzfrist-Trader


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Seit 2007 74% 2073%

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