Der Schlussakkord von Warren Buffett - diese Aktien hat Berkshire Hathaway gekauft und verkauft

Donnerstag, 19.02.26 17:13

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

über sechs Jahrzehnte stand Warren Buffett an der Spitze von Berkshire Hathaway, zum Jahreswechsel hat er den CEO-Posten und damit die Verantwortung an seinen Nachfolger Greg Abel abgegeben. Aus einer in dieser Woche veröffentlichten Pflichtmeldung an die US-Börsenaufsicht SEC lässt sich nun erfahren, welche Aktienkäufe und -verkäufe im letzten Quartal unter der Führung der Investmentlegende vorgenommen wurden – zumindest für alle US-Unternehmen. Das ist der Schlussakkord von Buffett:

Veränderungen bei den Kerninvestments

Im vierten Quartal 2025 wurden weitere 10,3 Millionen – ca. 4% – der Apple-Aktien veräußert. Der Technologie-Champion bleibt jedoch mit einer Gewichtung von 23% die größte Beteiligung. Parallel dazu wurde auch das Engagement bei der Bank of America um etwa 50,8 Millionen Aktien (entspricht 9%) verkleinert. Mit einem Anteil von 10% rangiert das Finanzinstitut hinter American Express auf Rang drei der größten Positionen.

Weiter ausgebaut wurde hingegen die Beteiligung an Chevron (plus 7%). Das Energieunternehmen ist mit einem Anteil von rund 7% der fünftgrößte Posten im Depot. Der Konzern verfolgt ein integriertes Geschäftsmodell. Chevron verdient Geld mit der Förderung von Öl und Gas, aber auch mit deren Weiterverarbeitung zu Benzin, Diesel oder Chemieprodukten sowie mit dem Export von Flüssigerdgas. Fällt der Ölpreis, leidet das Fördergeschäft, doch gleichzeitig kann das Rohöl für die eigenen Raffinerien günstiger eingekauft werden. Das Investment spielt der fachlichen Stärke des Buffett-Nachfolgers Greg Abel ins Blatt, denn diese liegt im Bereich Energie und Infrastruktur.

Der Zukauf weiterer Aktien von Chubb Limited (plus 9%) passte wiederum gut zu den Kernkompetenzen von Buffett. Der Superinvestor schätzt seit Langem die Versicherungsbranche bzw. die Tatsache, dass hier die Zahlungen der Kunden stets vor den Leistungen anfallen. Mit einer Gewichtung von fast 4% ist der Schaden- und Unfallversicherer die achtgrößte Position im Portfolio. Besonders gut aufgestellt ist Chubb bei maßgeschneiderten Policen für Unternehmen. Der einzige neue Wert im Depot stammt ebenfalls aus einer der Lieblingsbranchen des Superinvestors: 

Neue Beteiligung an New York Times

Mit dem Kauf von über fünf Millionen Aktien der New York Times scheint Buffett zu seinen Wurzeln zurückzukehren. Über Jahrzehnte war die Investmentlegende ein großer Fan von Zeitungen. In vielen US-Städten gab es nur ein dominantes Blatt, was faktisch ein lokales Monopol darstellte. Vor der Verbreitung des Internets war dies die bevorzugte Informationsquelle vieler Menschen, und Werbekunden waren darauf angewiesen, dort zu inserieren. Das digitale Zeitalter brachte den Wandel: Printanzeigen verloren an Attraktivität, die Zahlungsbereitschaft vieler Leser für gedruckte Inhalte ließ nach, und Buffett veräußerte seine Beteiligungen.

Mit dem Investment in die New York Times setzt Buffett nun auf die moderne Form einer „Zeitung“. Das Unternehmen betreibt mittlerweile ein globales digitales Abo-Modell und besitzt weltweit eine außergewöhnlich starke Marke im Qualitätsjournalismus.

Domino’s wurde aufgestockt, Amazon reduziert

Im vierten Quartal 2025 hat Berkshire Hathaway seine Beteiligung an Domino’s um 12% aufgestockt. Der Champion gehört zu den weltweit führenden Pizzaketten. Das Geschäft basiert auf einem Modell, bei dem der Großteil der Filialen von unabhängigen Partnern geführt wird. Diese Struktur reduziert den Kapitalbedarf erheblich, da Investitionen in Standorte, Ausstattung und Personal überwiegend von den Franchise-Nehmern getragen werden. Franchise-Modelle gehören ganz klar zu Buffetts Beuteschema.

Domino’s setzt seit Jahren stark auf Digitalisierung und Automatisierung. Mittlerweile wird auch Künstliche Intelligenz genutzt, um Bestell- und Lieferprozesse zu optimieren. So erkennt ein Algorithmus, wann ein Kunde kurz vor dem Abschluss einer Bestellung steht. Damit kann die Zubereitung der Pizza bereits vorbereitet werden, noch bevor der Kauf bestätigt wurde. Das verkürzt die Lieferzeiten. Darüber hinaus experimentiert Domino’s mit autonomen Lieferrobotern, Drohnenzustellung und KI-gestützter Routenoptimierung, um seine Prozesse weiter zu verbessern. Berkshire Hathaway setzt damit auf ein Unternehmen, das nicht nur eine starke Marktposition besitzt, sondern sich mit modernster Technologie kontinuierlich weiterentwickelt. 

Auf der Verkaufsliste stand hingegen der Technologie-Champion Amazon. Insgesamt wurden rund 7,7 Millionen Aktien veräußert, was etwa 77% des zuvor gehaltenen Bestands entspricht. Bereits beim Einstieg im Jahr 2019 hatte Warren Buffett klargestellt, dass die Position nicht von ihm persönlich initiiert worden sei, sondern von einem der beiden Investmentmanager – also von Todd Combs oder Ted Weschler. Zugleich räumte Buffett ein, er sei ein „Idiot“ gewesen, nicht schon früher in Amazon investiert zu haben. Combs hat Berkshire Hathaway inzwischen verlassen. Möglicherweise hat er diese Transaktion vor seinem Ausscheiden noch veranlasst.

Zahlt Berkshire Hathaway bald Dividenden?

Unterm Strich blieb Berkshire Hathaway im Schlussquartal 2025 ohne spektakuläre Transaktionen. Vor dem Hintergrund des bevorstehenden Führungswechsels überrascht diese Zurückhaltung allerdings wenig. Insgesamt scheint Berkshire wie schon zuvor die Dominanz einzelner Kernbeteiligungen zugunsten einer ausgewogeneren Gewichtung zurückzufahren.

Zudem verfügt der Investment-Champion weiterhin über einen Cash-Bestand von rund 382 Milliarden Dollar, der auf produktiven Einsatz wartet. Hier geeignete Kandidaten zu finden, wird aufgrund der schieren Größe der Holding zunehmend schwieriger und die liquiden Mittel wachsen mit jedem Quartal. Ich bin gespannt, in welcher Form Greg Abel dieses Problem angeht. Eventuell wird nun bald der Entschluss gefasst, Dividenden auszuschütten. Ende des Monats veröffentlicht Abel seinen ersten Brief an die Aktionäre, vielleicht erfahren wir da schon mehr. 

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Auf gute Investments!

Ihre
Katja Zacharias

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