Deutsche Telekom: Starke Zahlen, schwache Aktie – und was macht T-Mobile US?

Montag, 28.09.26 08:51

Selten hat Konzernchef Tim Höttges die Diskrepanz zwischen operativer Entwicklung und Börsenkurs so deutlich angesprochen wie bei der Vorlage der Halbjahreszahlen Anfang August 2026: Die Zahlen seien stark, doch der Aktienkurs spiegelt dies aus Sicht des Managements nicht wider. Tatsächlich wächst die Deutsche Telekom in nahezu allen wichtigen Bereichen. Gleichzeitig liegt die Aktie deutlich unter ihrem Jahreshoch, und so mancher T-Aktien-Investor dürfte sich fragen, wohin die Reise geht.

T-Mobile US bleibt der Wachstumsmotor

Blicken wir zunächst auf die jüngsten Zahlen. Den wichtigsten Wachstumsbeitrag lieferte weiterhin die Tochter T-Mobile US, an der die Deutsche Telekom rund 53% hält. Der US-Mobilfunkanbieter setzte seinen Wachstumskurs im zweiten Quartal fort und trug damit maßgeblich zur Gesamtentwicklung bei. Auf Konzernebene stieg der Umsatz organisch um gut 3% auf fast 30 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA nach Leasing legte um etwa 7% auf fast 12 Milliarden Euro zu, während der Konzernüberschuss um 11% auf rund 3 Milliarden Euro kletterte.

Auch in Deutschland wächst das Geschäft der Deutschen Telekom – allerdings in einem anderen Bereich. Das Glasfasernetz wurde im zweiten Quartal weiter ausgebaut und es kamen 161.000 neue Nutzer eines Anschlusses hinzu. Über alle Breitbandtechnologien hinweg verlor die Telekom jedoch 20.000 Kunden. Von den inzwischen 13,6 Millionen Haushalten und Betrieben, die eine Glasfaserverbindung nutzen könnten, greifen erst 17,5% tatsächlich auf einen solchen Anschluss zurück.

Genau hier liegt eine der Herausforderungen des deutschen Geschäfts: Der Konzern investiert massiv in den Ausbau der Infrastruktur, muss aber gleichzeitig dafür sorgen, dass sich diese Investitionen auch in steigenden Kundenzahlen und höheren Erlösen niederschlagen. Das gelingt in Teilbereichen: Der Umsatz im operativen Segment stieg im zweiten Quartal immerhin organisch um fast 4% auf 6,5 Milliarden Euro.

Aktienrückkäufe sollen Bewertungsabschlag nutzen

Parallel zur operativen Entwicklung setzt die Deutsche Telekom auf eine umfangreiche Kapitalrückführung. Das ursprünglich für 2026 geplante Aktienrückkaufprogramm von bis zu 2 Milliarden Euro wurde Anfang August um bis zu weitere 3 Milliarden Euro aufgestockt. Damit können im laufenden Jahr insgesamt bis zu 5 Milliarden Euro für Rückkäufe eingesetzt werden. Bis zum 5. August hatte die Telekom bereits rund eine Milliarde Euro investiert und etwa 42 Millionen eigene Aktien zurückgekauft.

Der Effekt: Werden Aktien eingezogen, verteilt sich der Gewinn auf weniger Anteilsscheine. Dadurch kann das Ergebnis je Aktie steigen. Zugleich nutzt die Telekom nach eigener Aussage die aus ihrer Sicht niedrige Bewertung, ohne dabei die finanzielle Flexibilität für den Netzausbau, Frequenzen und weitere Investitionen aufzugeben.

Damit bleibt die Deutsche Telekom ein interessantes Beispiel für die Differenz zwischen operativer Entwicklung und Börsenbewertung. Auch die boerse.de-Performance-Anlayse zeigt Unterschiede innerhalb der Unternehmensgruppe. Die Deutsche Telekom weist aktuell eine geoPAK10 von 6%, eine Gewinn-Konstanz von 83% und eine Verlust-Ratio von 2,30 auf. Der Champion T-Mobile US kommt dagegen auf eine geoPAK10 von gut 11%, eine Gewinn-Konstanz von 91% und eine Verlust-Ratio von 2,02. Die Kennzahlen zeigen damit nicht nur die unterschiedliche, langfristige Kursentwicklung, sondern auch die höhere Anlagequalität der Champions-Tochter.

Wie sich Champions wie T-Mobile US systematisch definieren lassen, erfahren Sie im boerse.de-Aktienbrief. In Ihrem kostenlosen Probeexemplar (hier unverbindlich downloaden) sehen Sie die komplette Liste der insgesamt 100 Champions sowie aktuelle Empfehlungen.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre 
Miss boerse.de



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