Die Crux mit Gaps beim Trading

Montag, 09.09.19 17:14
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

Gaps waren an dieser Stelle bereits mindestens einmal ein Thema. Sie sind Glück und Risiko zugleich beim Trading. Wenn Sie Gaps richtig handhaben, können Sie damit große Zusatzgewinne erzielen und Risiken auf andere Parteien auslagern. Doch was sind Gaps überhaupt?
 
Gaps sind Kurslücken, die entstehen, wenn eine Börsennotierung zum Start signifikant höher oder tiefer ist als zum Handelsende am Vortag. Das kann zum Beispiel passieren, wenn eine Aktiengesellschaft nach Börsenschluss ihre Quartalszahlen präsentiert. Je nach dem, wie die Zahlen ausfielen, kann der Aktienkurs am nächsten Morgen merklich höher oder tiefer eröffnen. Die Differenz zwischen dem Vortagesschlusskurs und dem Eröffnungskurs nennt man Gap. Notiert die Aktie höher, haben wir es mit einem Gap up zu tun, notiert sie tiefer, ist es ein Gap down.
 
Zum Risiko werden diese Gaps, wenn Sie einen Stopp innerhalb der Kurslücke platziert haben. Nehmen wir an, die Aktie notiert am Abend bei 20 Euro, Sie haben einen Stop-Loss bei 19 Euro platziert und die Aktie eröffnet am Morgen mit nur 15 Euro. Dann wird Ihre Stopp-Order nicht für 19 Euro ausgeführt, sondern zu 15 Euro. Statt einem Euro Verlust pro Aktie haben Sie es auf einmal mit fünf Euro zu tun.
 
Umgekehrt kann das natürlich auch zu Ihren Gunsten ausgehen. Zum Beispiel, wenn Sie ein Verkaufs-Limit bei 21 Euro platziert haben und die Aktie am Morgen von 20 auf 25 Euro springt. Dann wird die Aktie zu 25 Euro verkauft und Sie machen fünf statt nur einem Euro Gewinn.
 
Clevere Trader nutzen Gaps aus, indem sie mit Instrumenten handeln, die Risiken auf andere Parteien auslagern. Das sind zum Beispiel CFDs mit garantierten Stopps oder Turbo-Zertifikate, bei denen der Basispreis identisch ist mit Ihrem Stopp-Level. Eröffnet der Basiswert des Turbo-Zertifikats mit einer Kurslücke, ist das Zertifikat zwar ein Totalverlust. Doch in obigem Beispiel läge die Knockout-Schwelle bei 21 Euro. Die Differenz zwischen 21 und 25 Euro trüge der Emittent und nicht Sie als Trader. Sie haben also Risiken auf den Emittenten ausgelagert, gleichzeitig aber 100% der Chancen in Ihren Händen gehabt. Die Verluste wurden hart auf dem Wunschniveau begrenzt. Wäre die Aktie in die richtige Richtung gelaufen, hätte Ihre Gewinne niemand limitiert. Das gleiche können Sie auch mit CFDs mit vom Broker garantierten Stopps erreichen.
 
Um Gaps haben sich einige Trading-Taktiken entwickelt, die aufgehen können, aber nicht aufgehen müssen. Zum Beispiel die Idee, dass geöffnete Gaps geschlossen werden „müssen“. Trader würden also in obigem Beispiel die Aktie nach dem Handelsstart verkaufen, in der Hoffnung, dass der Kurs von 25 wieder auf 20 Euro sinkt und damit das 5-Euro-Gap schließt. Funktionieren tut das selten sofort. Das Gap stellt mittel- und langfristig jedoch ein charttechnisches Ziel dar.
 
Sebastian Müller
Chefredakteur
Kurzfrist-Trader

PS: Beim Kurzfrist-Trader orientiere ich mich nicht an Gaps, sondern an kurzfristigeren Zielen. Die nächsten Trades kommen bereits am Montag. Wenn Sie auch mit dabei sein wollen, melden Sie sich am besten sofort zum Test an. Klicken Sie hier!
Der Master of Arts in Business Administration, Bankkaufmann, CFA und Master of Science in Finance Sebastian Müller ist Chefredakteur des Kurzfrist-Traders. Mit dem Kurzfrist-Trader möchte er Ihnen...
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