Die Felsen in der Brandung: Wie ASML, Alphabet und Moody’s ihre Geschäftsmodelle mit Burggräben schützen

Mittwoch, 15.07.26 09:38

Die globalen Aktienmärkte eilten in den vergangenen Monaten im Sog von Künstlicher Intelligenz von einem Rekordhoch zum nächsten. Doch gerade in einem solch dynamischen Umfeld stehen Anleger oft vor der Frage, welche Geschäftsmodelle auch in turbulenten Phasen dauerhaft erfolgreich sind und somit das Fundament ihres Portfolios schützen können. Eine Antwort darauf lautet: Burggräben. Denn sie schirmen die Unternehmen vor möglichen Konkurrenten ab. Gute Champions-Beispiele für Konzerne mit einer ausgeprägten Vormachtstellung sind u.a. Moody’s, Alphabet und ASML.

Hohe Markteintrittsbarrieren als Fundament des Erfolgs

Blicken wir zunächst auf das Technologiesegment oder genauer gesagt auf die Halbleiterbranche. Der niederländische Technologieriese ASML Holding hält hier ein weltweites De-facto-Monopol auf die Produktion von EUV-Lithografiemaschinen, die für die Herstellung modernster Mikrochips zwingend erforderlich sind. Eine einzelne EUV-Maschine besteht aus über 100.000 Bauteilen, wiegt so viel wie ein Airbus und kostet über 200 Millionen Dollar. Aufgrund dieser hohen technischen Hürden, strenger Exportbeschränkungen und des spezifischen Know-hows des Konzerns gilt es in der Branche als extrem schwierig, ASML seine Position streitig zu machen. Dadurch hat der Champion eine ausgeprägte Preissetzungsmacht gegenüber seinen Abnehmern. 

Ähnlich unangreifbar präsentiert sich der Champions-Kollege Alphabet im Bereich der digitalen Infrastruktur. Die weltweit dominierende Suchmaschine Google profitiert von einem sich selbst verstärkenden Kreislauf: Je mehr Menschen Google nutzen, desto mehr Daten sammelt das System. Diese Datenmenge optimiert wiederum die Suchergebnisse und macht die Plattform für Nutzer und Werbekunden gleichermaßen unentbehrlich. Zementiert wird diese Vormachtstellung dadurch, dass Alphabet über Verträge und das eigene Android-Betriebssystem sicherstellt, dass Google auf Milliarden von Smartphones, Tablets und Computern weltweit als Standard-Suchmaschine voreingestellt ist.

Nicht fehlen darf hier ein Burggraben-Unternehmen, dessen Geschäftsmodell auf gesetzlichen Rahmenbedingungen und globalen Systemstandards beruht. Die Ratingagentur Moody’s bildet (zusammen mit S&P Global) ein regulatorisch geschütztes Duopol im weltweiten Finanzsektor. Jedes größere Unternehmen und jeder Staat, die am globalen Kapitalmarkt Anleihen emittieren möchten, ist auf die Bonitätsbewertungen dieser Institutionen angewiesen. Diese Vormachtstellung sorgt dafür, dass neue Wettbewerber selbst mit einem hohen Kapitaleinsatz praktisch keine Chancen haben, nennenswerte Marktanteile zu erlangen.

Champions-Merkmal Burggraben

Die strategische Ausrichtung dieser exemplarischen Burggraben-Konzerne ermöglicht es ihnen, Gewinne fortlaufend in den Ausbau der eigenen Marktposition sowie in zukunftsweisende Technologien, wie beispielsweise die Künstliche Intelligenz, zu reinvestieren. Für Investoren bedeuten solche strukturellen Wettbewerbsvorteile vor allem eine dauerhaft hohe Anlagequalität. Die Champions ASML, Alphabet und Moody’s erfüllen mit einer hohen geoPAK10 von 32%, 24% und 15% sowie einer Gewinn-Konstanz von jeweils über 90% bei unterdurchschnittlichen Rückschlägen die strengen Kriterien der boerse.de-Performance-Analyse und zählen somit zu den insgesamt 100 boerse.de-Aktienbrief-Champions.

Auf erfolgreiche Investments!

Ihre
Sabine Lembert

PS: ASML und Alphabet sind übrigens jeweils Bestandteil des boerse.de-Aktienfonds, des boerse.de-Weltfonds sowie des boerse.de-Technologiefonds, die insgesamt mit 5289 Anteilen in dem niederländischen Champion sowie 35.907 Anteilen bei der Google-Mutter investiert sind.



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