Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
an der Börse werden Aktien oft in Schubladen gesteckt. Dividendenaktien gelten als solide, aber manchmal als etwas „langweilig“. Wachstumsaktien hingegen stehen für potenziell überdurchschnittliche Kurschancen, allerdings häufig auch für höhere Risiken. Und Anleger? Die stehen mitunter da wie Goethes Faust: „Da steh ich nun, ich armer Tor!“ – und fragen sich, für welche Seite sie sich entscheiden sollen.
Mein Herz schlägt bekanntermaßen für ausschüttende Unternehmen. Die Grenzen zwischen Dividendenwerten und Wachstumswerten sind allerdings meiner Ansicht nach sowieso fließend. Im boerse.de-Dividendenfonds ist zum Beispiel der Technologie-Champion Texas Instruments aktuell mit 3996 Anteilen enthalten. Seit 64 Jahren zahlt der Hersteller von analogen Chips eine Dividende und seit 22 Jahren werden die Ausschüttungen stetig erhöht (aktuelle Dividendenrendite: 2,0%). Auf Dekadensicht legte der Kurs 14% pro Jahr zu.
Noch dynamischer entwickelte sich Parker-Hannifin, ebenfalls ein Investment des boerse.de-Dividendenfonds (derzeit 1220 Anteile). In den vergangenen zehn Jahren gewann die Aktie 21% p.a. an Wert. Der Champion ist zugleich ein echtes Dividendenurgestein: Bereits seit 70 Jahren erhöht der Produzent von Antriebs- und Steuerungstechnik kontinuierlich seine Ausschüttungen. Jetzt wissen Sie auch, warum ich anfangs bei der Charakterisierung von Dividendenaktien „langweilig“ in Anführungszeichen gesetzt habe.
Wachstum oder Ausschüttung? Kapital sinnvoll einsetzen
Letztlich kommt es darauf an, zu welchem Grad das Unternehmen den erwirtschafteten Gewinn sinnvoll in weitere profitable Projekte reinvestieren kann. Liegt die erwartete Rendite des neuen Geschäfts über den Kapitalkosten, sollte es die Gewinne im Unternehmen einbehalten. Denn auf diese Weise schafft es für seine Aktionäre mehr Wert. Sind attraktive Reinvestitionsmöglichkeiten begrenzt, kann es sinnvoller sein, überschüssiges Kapital an die Aktionäre zurückzugeben. Qualitativ hochwertige Firmen finden hier die richtige Balance zwischen Investitionen in künftiges Wachstum und der Ausschüttung überschüssigen Kapitals an ihre Anteilseigner.
Genauso hat Warren Buffett stets begründet, warum Berkshire Hathaway – abgesehen von einem einmaligen Ausrutscher im Jahr 1967 – keine Dividenden ausgeschüttet hat. Die Investmentlegende ging (zu Recht) davon aus, das einbehaltene Geld für seine Aktionäre gewinnbringender einsetzen zu können. Seine Leitlinie lautete: Solange jeder einbehaltene Dollar voraussichtlich mehr als einen Dollar zusätzlichen Marktwert schafft, bleibt das Kapital im Unternehmen. An diesem Grundsatz hält auch sein Nachfolger Greg Abel fest.
Aufgrund der schieren Größe des Investment-Champions wird es zunehmend schwieriger, ausreichend große und zugleich attraktive Anlagemöglichkeiten zu finden. Sollten die einbehaltenen Gewinne eines Tages nicht mehr den angestrebten Mehrwert schaffen, wäre daher auch eine Dividende möglich. Ich bin der Ansicht, dass das in nicht allzu ferner Zeit der Fall sein wird.
Berkshire Hathaway: Zahlt keine Dividende, profitiert aber von Ausschüttungen
Buffetts Erfolgsbilanz ist fantastisch: Im Zeitraum von 1965 bis 2025 legte die Aktie von Berkshire Hathaway im Durchschnitt um 19,7% p.a. zu. Zu dieser Wertsteigerung haben auch ausschüttende Unternehmen einen hohen Beitrag geleistet.
Allein die vier amerikanischen Kernbeteiligungen (die Champions Apple und Moody’s sowie American Express, Coca-Cola) brachten Berkshire 2025 zusammen 1668 Millionen Dollar an Dividenden ein. Bezogen auf die ursprüngliche Kostenbasis von rund neun Milliarden Dollar entspricht das in Summe einer Dividendenrendite von gut 18%. Für 2026 dürften die Ausschüttungen dieser Beteiligungen auf rund 1750 Millionen Dollar steigen, das wären dann schon 19% auf den Kapitaleinsatz.
Limitierte Reinvestitionsmöglichkeiten können einerseits bedeuten, dass das Wachstumspotenzial begrenzt ist. Andererseits – und hier kommt der Faktor Qualität ins Spiel – heißt das im besten Falle auch, dass das Unternehmen so profitabel wirtschaftet, dass es schlichtweg eine Gelddruckmaschine ist. Wer hier langfristig als Aktionär dabei ist, kann dann Jahr für Jahr zusehen, wie die persönliche Rendite aufs eingesetzte Kapital (also den Kaufkurs) wächst.
Genau darin liegt für mich ein besonderer Reiz von Dividendenaktien. Regelmäßige Ausschüttungen machen mich weniger anfällig für die täglichen Kursschwankungen. Laut Buffett ist das richtige „Temperament“ eine der wichtigsten Eigenschaften eines Investors – gemeint ist die Fähigkeit, auch in unruhigen Börsenphasen einen kühlen Kopf zu bewahren. Ich bin nicht immer so gelassen wie der Superinvestor. Dividenden erinnern mich regelmäßig daran, dass ich an konkreten, ertragreichen Unternehmen beteiligt bin und nicht bloß ein abstraktes Wertpapier halte.
Es kommt immer auf die Qualität an
Ganz gleich, ob Sie auf Wachstumswerte, Dividendenaktien oder eine Mischung aus beiden setzen: Entscheidend ist stets die Qualität des zugrunde liegenden Unternehmens. Wir ermitteln die Güte eines Investments mithilfe der boerse.de-Performance-Analyse. Die nach dieser Methode besten Aktien der Welt erhalten das Prädikat Champion. Im boerse.de-Aktienbrief finden Sie konkrete Empfehlungen zu allen 100 Champions, von denen derzeit 80 eine Dividende zahlen. Sie sind herzlich eingeladen, die aktuelle Ausgabe unverbindlich und kostenlos zu lesen.
Wer sich nicht selbst um die Auswahl einzelner dividendenstarker Qualitätsaktien kümmern möchte, findet im boerse.de-Dividendenfonds eine bequeme Lösung. Dabei entfallen 80% des Anlagevolumens auf Dividenden-Champions. 20% fließen in Aktien, die den Champions-Status (noch) nicht erreicht haben, aber ebenfalls hinsichtlich Dividendenpolitik punkten können.
Der Fonds ist in einer thesaurierenden und einer ausschüttenden Tranche erhältlich. Die Besonderheit bei der ausschüttenden Tranche liegt darin, dass quartalsweise jeweils ein Prozent ausgezahlt wird. Ausführliche Details finden Sie im White Paper „Die Anlagestrategie des boerse.de-Dividendenfonds“, das Sie hier kostenlos herunterladen können.
Auf gute Investments!
Ihre
Katja Zacharias
Alle Kolumnen von Katja Zacharias erhalten Sie ganz bequem im Newsletter boerse.de-Aktien-Ausblick, Deutschlands großem Börsen-Newsletter mit mehr als 100.000 Lesern. Hier kostenfrei anfordern…
Alle Kolumnen erhalten Sie ganz bequem im Newsletter boerse.de-Aktien-Ausblick, Deutschlands großem Börsen-Newsletter mit mehr als 100.000 Lesern. Hier kostenfrei anfordern ...