ETF oder aktiver Investmentansatz? Erfolgreich in Technologie-Aktien investieren …

Mittwoch, 24.08.22 17:28
Es gibt nur wenige Fragestellungen, die sowohl für die Investmentpraxis als auch für die Wissenschaft gleichermaßen von höchster Relevanz sind. Und ganz oben auf dieser Liste – Sie werden es womöglich schon ahnen – steht die Grundsatzdiskussion, ob man aktiv oder passiv investieren sollte. 

Anhänger des passiven Investierens gehen davon aus, dass sämtliche Informationen bereits in den Kursen verarbeitet sind und somit auch keine Outperformance mit aktiven Investmentstrategien basierend auf der Auswertung von Nachrichten und sonstigen Informationen möglich ist. Die logische Konsequenz daraus ist die Anlage in Marktindizes mithilfe von Indexfonds oder auch sogenannter „Exchange Traded Funds“, kurz ETFs. 

Anhänger des aktiven Managements gehen hingegen davon aus, dass die Märkte eben nicht informationseffizient sind und Überschussrenditen gegenüber gängigen Marktindizes mit informationsbasierten aktiven Anlagestrategien erzielt werden können. 

Und das meint die Wissenschaft zu diesem Thema … 



Ebenso wie in der Investmentpraxis gibt es auch in der Wissenschaft Vertreter für beide Lager. Verfechter des passiven Investierens berufen sich zumeist auf grundlegende Arbeiten des US-amerikanischen Finanzprofessors Eugen F. Fama, wie beispielsweise die Studien „Efficient Capital Markets: A review of theory and empirical work“ und „Efficient Capital Markets II“, beide erschienen (1970 bzw. 1991) in der renommierten wissenschaftlichen Zeitschrift „Journal of Finance“. Aufgrund der zentralen Bedeutung dieses Themas wurde Fama 2013 für sein Theorie der informationseffizienten Märkte mit dem Nobelpreis für Ökonomie ausgezeichnet. 

Neben Fama wurde im Jahr 2013 der Wirtschaftsnobelpreis an zwei weitere Ökonomen verliehen, nämlich an Lars Peter Hansen und Robert J. Shiller. Interessanterweise vertritt Shiller genau die Gegenposition von Fama. Shiller geht auf Basis der Erkenntnisse seiner Forschungsarbeiten davon aus, dass die Finanzmärkte bei Weitem nicht so informationseffizient sind, wie dies gerne und häufig behauptet wird. 

Legendär ist in diesem Zusammenhang Shiller’s Buch „Irrational Exuberance“ (zu Deutsch: Irrationaler Überschwang), das bereits im Jahr 2000 erschien. In diesem Buch zeigt Shiller die damals vorherrschenden, exorbitanten Überbewertungen von Aktien junger Technologieunternehmen auf und weist klar auf das drohende Platzen der Blase in diesem Segment hin. Und Shiller sollte Recht behalten. Noch im Jahr 2000 setzte ein massiver Kursverfall an den internationalen Aktienmärkten ein, der auch heute noch unter der Bezeichnung „Dotcom-Bubble“ bei Börsianern bestens bekannt ist. 

Der „Technologieindex“ Nasdaq 100 



Die nachfolgende Abbildung zeigt die Wertentwicklung des US-amerikanischen Aktienindex Nasdaq 100 (in Euro), der aufgrund seiner Technologielastigkeit häufig auch als Technologieindex bezeichnet wird, auch wenn einige Titel enthalten sind, die nicht bzw. nur bedingt diesem Sektor zuzuordnen sind. Wie der Name schon sagt, sind in dem Index 100 Werte enthalten, die aufgrund ihrer hohen Marktkapitalisierung ausgewählt wurden. Für den Nasdaq 100 sind diverse ETFs verfügbar, von denen einige über mehrere Milliarden Euro an Fondsvolumen verfügen, was ein klares Zeichen für deren große Attraktivität unter Anhängern des passiven Investierens ist.  



In der Abbildung ist auch der Kurseinbruch des Nasdaq 100 während der Dotcom-Bubble ersichtlich. Von März 2000 bis September 2002 verlor der Index sage und schreibe über 81% an Wert. Und es dauerte – man kann es kaum glauben – bis Ende 2016, bis dieser extreme Verlust wieder aufgeholt wurde. Auch dies lässt sich klar aus der Abbildung erkennen. 

Interessante Einsichten liefert eine detailliertere Betrachtung des Nasdaq 100. Eine Analyse der Top-Positionen (per August 2022) zeigt, dass die fünf größten Positionen zusammen einen Anteil von rund 39% in Summe ergeben und die Top-Ten-Titel gar auf einen Anteil von über 52% kommen. Trotz der 100 Werte weist der Nasdaq 100 Index nicht von der Hand zu weisende Konzentrationsrisiken auf. Auch wenn sich unter den Top-Titeln eine Apple- und eine Microsoft-Aktie befinden – das Manko einer extremen Konzentration bleibt dennoch bestehen. 

Der aktiv verwaltete boerse.de-Technologiefonds

 

In meinem vorigen Editorial „Apple, Microsoft & Co. – und warum der boerse.de-Technologiefonds die logische Konsequenz war!“ habe ich über den neuen boerse.de-Technologiefonds berichtet, dessen Anlagestrategie von Thomas Müller und mir in einem über sechsmonatigen Entwicklungsprozess aus der Taufe gehoben wurde. Ausgangsbasis für die Entwicklung war eine systematische Analyse der Dotcom-Bubble, aber auch Erkenntnisse aus den hohen Kursverlusten einiger Technologiefonds seit Jahresanfang. 

Seit Beginn dieses Jahres ist das ökonomische Umfeld geprägt vom Ukraine-Konflikt, einem massiven Anstieg der Inflation sowie einem damit einhergehenden Zinsanstiegsszenario. Diese schwierigen Rahmenbedingungen haben zu deutlichen Wertverlusten in einigen Technologiefonds geführt, wobei sich bei näherer Betrachtung zeigte, dass es sich hierbei zumeist um konzentrierte, also wenige Titel umfassende Fonds, mit fast ausschließlich sehr jungen, kaum bekannten Technologiefirmen handelte. 

Unter Berücksichtigung dieser Erkenntnisse war uns wichtig, dass der neue boerse.de-Technologiefonds folgende Eigenschaften aufweisen sollte: 

  1. Aufgrund der tendenziell höheren Schwankungsintensität von Technologie-Aktien sollte der Fonds nicht konzentriert, sondern über die viele Titel breit diversifiziert sein.
  2. Den Schwerpunkt im Fonds sollen Aktien von reifen, langjährig etablierten Technologiefirmen bilden, die über eine starke Marktstellung verfügen („Burggrabenunternehmen“) und die bereits gezeigt haben, dass sie über Jahre hinweg konstant hohe operative Gewinne erwirtschaften können.

  3. Aufgrund ihres überdurchschnittlichen Wachstumspotenzials sollen auch junge, häufig noch kaum bekannte Technologieunternehmen möglichst frühzeitig im Fonds berücksichtigt werden. Ein intelligenter Steuerungsmechanismus bewirkt, dass bereits stark wachsende Firmen gegenüber ihrer Peergroup übergewichtet werden.
Wie diese drei Anforderungen konkret in der regelgebundenen Anlagestrategie des boerse.de-Technologiefonds umgesetzt werden, wird Inhalt meines nächsten Editorials zu diesem Thema sein. 

Transparent – regelbasiert – innovativ 



Sollten Sie jedoch schon heute neugierig auf das innovative Anlagekonzept des neuen boerse.de-Technologiefonds sein, dann kann ich Sie gerne auf unser White Paper verweisen, das Sie kostenlos und völlig unverbindlich von der Internet-Seite des boerse.de Instituts herunterladen können. In diesem Dokument wird nicht nur die Systematik der rein regelgebunden agierenden Anlagestrategie offengelegt, sondern auch der gesamte Entwicklungsprozess inklusive diverser wichtiger Zwischenergebnisse. Wir sind überzeugt, dass wir mit diesem White Paper einen neuen Meilenstein gesetzt haben, was die Transparenz unserer Finanzprodukte betrifft. 

In meinem vorigen Editorial habe ich diverse triftige Gründe genannt, weshalb eine Anlage in Technologie-Aktien sinnvoll ist. Sollten Sie eine systematische Anlage ins Auge fassen, dann hoffe ich, dass ich Sie mit diesem Editorial bezüglich der zentral wichtigen Entscheidung „aktives oder passives Investieren in die Technologiebranche“ unterstützen konnte. 

Auf bald,

Ihr Hubert Dichtl

 

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Der Anlageroboter BOTSI® und die darauf basierende Investmentstrategie für den boerse.de-Weltfonds wurde von Dr. Hubert Dichtl und Thomas Müller entwickelt. Dr. Hubert Dichtl ist...


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