Ebay: +100 Prozent Wertsteigerung bis 2020?

Mittwoch, 23.01.19 12:34
Die ebay-Aktie gewann gestern in der Spitze mehr als zehn Prozent. Ein willkommener Erholungssprint, zumal Anleger die “3... 2... 1... meins”- Aktie im vergangenen Jahr wegen ihrer schlechten Performance von -19 Prozent vermutlich des Öfteren am liebsten auf dem Marktplatz veräußert hätten. Vor allem, weil der Tech-Branchenindex Nasdaq 2018 mit einer Negativ-Rendite von nur -1 Prozent wesentlich besser abschnitt, als die darin enthaltene ebay-Aktie. Viele Investoren fragen sich jetzt zurecht, ob der gestrige Kursgewinn nur ein kurzes Strohfeuer war, oder tatsächlich eine nachhaltige Trendwende einläutet. Einige Marktbeobachter plädieren für Letzteres, denn der berühmt-berüchtigte, aktivistische Investor Paul Singer setzt ebay kräftig unter Druck und drängt den Online-Marktplatz zu einem radikalen Umbau.

Harter Konkurrenzkampf mit Amazon & Co.
Dessen mit rund vier Prozent an ebay beteiligter Hedgefonds Elliott Management fordert von ebay, einige Unternehmensteile abzuspalten, um den Aktien- und Unternehmenswert deutlich zu erhöhen. In einem Dienstagabend veröffentlichen Schreiben drängt Singer die Unternehmensführung dazu, mehrere "dringend erforderliche" Schritte in die Wege zu leiten. So fordert der Investor unter anderem, dass sich ebay von der Online-Ticketbörse StubHub und der eBay Classifieds Group trennt, zu der auch die deutschen Angebote eBay Kleinanzeigen und mobile.de gehören. Durch die deutliche Fokussierung soll sich ebay klarer von Konkurrenten wie Amazon, Walmart oder Alibaba differenzieren und wieder schneller wachsen. Wenn der Online-Marktplatz die vorgeschlagenen Maßnahmen in die Tat umsetzt, könne das Unternehmen seinen Wert - laut Singer - bis Ende 2020 um 75 bis 100 Prozent steigern...

Vorschlag wird geprüft
Dass eine Abspaltung von Unternehmensbereichen klappen kann, bewies die Trennung von Paypal, die ebay 2015 vollzog. Zunächst hatte die Aktie des Online-Händlers zwar einen schweren Stand, erholte sich aber in den darauffolgenden Monaten und erreichte 2018 gar ein neues Rekordhoch.

Ebay gibt sich dennoch zögerlich und erklärte in einem Antwortschreiben, Elliotts Vorschläge sorgfältig prüfen und auswerten zu wollen. Das Unternehmen bemühe sich um die besten Entscheidungen im Sinne von Aktionären, Kunden und Mitarbeitern. Dabei gehe es insbesondere darum, Wachstum zu liefern. „Wir freuen uns auf die Gelegenheit, uns mit Elliott zu engagieren, so wie wir es mit allen Aktionären tun“, kommentierte ebay.

Am 29. Januar veröffentlicht ebay jüngste Quartals- und Jahreszahlen. Dann wird sich zeigen, ob der Online-Marktplatz Investoren - wie auch Paul Singer - mit nachhaltigem Wachstum beeindrucken kann, oder ob die vorgeschlagene Abspaltung unausweichlich wird. Wenn Sie zu den Anlegern zählen, die sich lieber nicht überraschen lassen wollen, dann “investieren” Sie doch mal etwas Lesezeit in die aktuelle Aktienbrief-Gratisausgabe. Darin finden Sie alle 100 laut Performance Analyse langfristig erfolgreichsten Aktien der Welt (wie beispielsweise auch ebay-Konkurrent Amazon…)

Ich wünsche Ihnen einen entspannten Börsentag,

Ihre Miss boerse.de
Miss boerse.de liest lieber Wirtschaftszeitungen als Illustrierte und kauft Amazon-Aktien statt neuer Schuhe. Unsere Autorin schreibt in ihrer Kolumne tagesaktuell über Ereignisse aus der...
© 1994-2019 by boerse.de - Quelle für Kurse und Daten: ARIVA.DE AG - boerse.de übernimmt keine Gewähr