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Kolumne17:13 23.05.16

Börsenexperte und Autor Gerhard Mahler

Eine kleine Portion Zuversicht

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

die amerikanische Notenbank hat sich zur Wirtschaft und zu den Zinsen wiederum mehrdeutig geäußert, so wie wir sie seit Monaten kennen. Zwei oder drei kleine Leitzinserhöhungen seien dieses Jahr möglich, dabei sogar eine ziemlich rasche im kommenden Juni, aber nur falls es die Konjunktur erlaubt. Die jüngsten Kennzahlen dazu sind nach der Delle im ersten Quartal jetzt wieder etwas besser. Die Aktienindizes reagierten leichter, ohne dass sie dabei sonderlich unter Druck gerieten. Denn „kleine „Zinsschritte“ müssen den Kursen nicht schaden, sofern die Unternehmen gut verdienen. Die US-Notenbank blickt dem Vernehmen nach „optimistischer auf die Wirtschaft“. Selbst in der Eurozone soll sich laut EZB ein Hauch von Frühjahrsbelebung einstellen. Und im zweiten Halbjahr müssten die für die Kurse äußerst wichtigen Konzerngewinne den jetzigen Schätzungen zufolge besonders in den Vereinigten Staaten zulegen, was den gegenwärtig eher teuren US-Aktien gut bekäme. Kritik am gegenwärtigen Index-Niveau kommt dabei von prominenter Seite: „Goldman Sachs blickt skeptisch auf die Aktienmärkte“, erklärt die Investmentbank.

Eine Reihe von Abhängigkeiten

Was die Konjunktur und die Ertragslage der Unternehmen anbetrifft, stehen sich Optimisten und Pessimisten wie schon so oft in diesem Jahr in geradezu auffälliger Weise gegenüber. Mit widersprüchliche Ansichten zu diesem Komplex und entsprechend beeinflussten Börsen ist weiterhin zu rechnen. Der Konsens besteht in den allseits anerkannten Risiken. Für die Aktientendenz spielt das Währungspaar Euro/Dollar eine Rolle, das bei derzeitigen Paritäten von 1,12 Dollar und teils darunter die US-Börsen eher belastet. Vor wenigen Wochen hatte es noch anders herum ausgesehen. Daneben funkt das Auf und Nieder des Rohölpreis dazwischen, der sich auf 50 Dollar zubewegt – und vielleicht sogar darüber hinaus steigt. Jedenfalls gibt es für die Aktientendenz etliche Abhängigkeiten, deren Gewicht öfters wechselt.

Schlagzeilen machen Kurse

Kürzlich hat die US-Investmentbank Goldman Sachs die Zeit des Rohöl-Überangebots als für bald schon erledigt erklärt. Die schwelenden Konflikte und Krisenherde werden zurzeit kaum beachtet. Auf die saisonal eher negative Komponente mit meist schwächeren Kursen im Mai haben wir mehrfach angesprochen. Eine Rolle spielt zurzeit das Übernahmegeschäft. Jetzt will der deutsche der Chemie- und Pharma-Konzern Bayer den als etwas sperrig bekannten US-Gentechnik- und Saatgut-Spezialisten Monsanto schlucken, worauf die Bayer-Aktie 8% nachgab. Ein fast versöhnliches Ende nimmt die US-Berichtssaison mit ansprechenden Zahlen des Kaufhausriesen Wal-Mart, des größten Netzwerkers Cisco Systems und des führenden Chip-Ausrüsters Applied Materials, worauf prompt der technologielastige Nasdaq-100-Index anzog.

Viel Erfolg mit Ihren Investments
Ihr

Gerhard Mahler
Chefredakteur
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