Geopolitisches Chaos? Diese Dividendenkönige beeindruckt das kaum

Donnerstag, 16.04.26 17:04

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

vielleicht geht es Ihnen genauso – ich fühle mich derzeit, als sei ich in einem Paralleluniversum. Seit mehr als sechs Wochen schwelt nun schon der Iran-Konflikt, aufgrund der Blockade der Straße von Hormus mit potenziell erheblichen Implikationen für die weltweite Ölversorgung und den Handel. Donald Trump drohte zwischenzeitlich mit der Auslöschung einer ganzen Zivilisation, stellte sich als Heilsbringer dar und wettert gegen den Papst. Vergangenes Wochenende scheiterten die von seinem Vize geführten Friedensverhandlungen, während der amerikanische Präsident in der Heimat einen Käfigkampf besuchte.

Mittlerweile blockieren die USA die Straße von Hormus, während die Iraner in den sozialen Medien mit Spottbeiträgen eine neue Front eröffnet haben. Angeblich verhandeln beide Parteien jedoch bereits wieder. Viele Experten sind sich darüber einig, dass das weltweite Wirtschaftswachstum deutlich zurückgehen wird, sollten die Störungen im Energiemarkt anhalten. Und die Märkte?

Ölkrise – da war doch was

Die sind aktuell relativ unbeeindruckt, wie ein Blick auf den Volatilitätsindex (VIX) – häufig als „Angstbarometer“ der Börse bezeichnet – zeigt. Der Index, der die erwartete Schwankungsbreite des US-Aktienmarktes für die kommenden 30 Tage misst, notiert aktuell in etwa auf dem Niveau vor Beginn des Konflikts. Aber ob das so bleibt? Mich lässt das doch etwas ratlos zurück. Ich freue mich wieder einmal, auf ausschüttende Unternehmen zu setzen. Dividenden werden unabhängig von Marktschwankungen gezahlt. Vorausgesetzt natürlich, es handelt es sich dabei um qualitativ hochwertige Unternehmen mit widerstandsfähigen Geschäftsmodellen. Es lohnt ein Rückblick:

1973 sorgte ein Embargo arabischer Staaten für eine Vervielfachung des Ölpreises. Energie verteuerte sich abrupt, Produktionskosten schnellten in die Höhe, und erstmals geriet das bis dahin stabile Nachkriegswachstum ins Stocken. Wenige Jahre später, 1979, führte die iranische Revolution zu einer weiteren Verknappung. Die Folge waren hohe Inflationsraten bei gleichzeitig schwachem Wachstum, also Stagflation. Und dennoch gibt es Unternehmen, die auch damals unverdrossen ihre Dividenden steigerten.

Illinois Tool Works – Dividendenerhöhungen schon seit 1964

Zu diesen gallischen Dörfern gehörte zum Beispiel Illinois Tool Works (ITW). Der Champion, in den auch der boerse.de-Dividendenfonds investiert, erhöht seine Ausschüttungen seit 1964 ununterbrochen. ITW gehört damit zu den Dividendenkönigen, also zu den Firmen, die seit mindestens einem halben Jahrhundert ihre Gewinnausschüttungen kontinuierlich erhöhen.

Die relative Krisenfestigkeit des Champions speist sich aus mehreren Quellen. ITW entwickelt und produziert spezialisierte Komponenten und Geräte, die unscheinbar, aber für die Kunden unverzichtbar sind. Dazu zählen beispielsweise Spezialschrauben und Bolzen für Maschinen oder Schweißgeräte. Das Unternehmen fokussiert sich dabei auf besonders profitable Produkte. Das dezentrale Geschäftsmodell mit den zahlreichen Nischenbereichen erinnert an eine Überlebensstrategie aus der Natur: Statt auf einen einzelnen schwerfälligen „Dinosaurier“ setzt ITW auf eine Vielzahl kleiner, spezialisierter Einheiten. In den vergangenen zehn Jahren gewann die Aktie im Mittel 8% p.a. an Wert, die aktuelle Dividendenrendite beträgt 2,4%.

Dover – steigert die Dividende seit sieben Jahrzehnten

Auch Dover (boerse.de-Aktien-Rating AA, ebenfalls im boerse.de-Dividendenfonds enthalten) setzt auf eine Vielzahl spezialisierter Produkte. Zum Portfolio des Industriekonzerns zählen unter anderem Pumpen für Chemieanlagen, Kühlanlagen für Supermärkte und Steuerungstechnik für Tankstellen. Die Produkte sind häufig exakt auf die Anforderungen der Abnehmer zugeschnitten und tief in deren Prozesse integriert, was die Kunden ans Unternehmen bindet.

Durch eine breite Aufstellung über verschiedene Branchen hinweg werden konjunkturelle Schwankungen abgefedert. Zugleich stammt ein bedeutender Teil der Umsätze aus Ersatzteilen, Serviceleistungen und Verbrauchsmaterialien, also relativ krisenfesten Erlösquellen.

In Sachen Dividendensteigerung kann Dover noch eine längere Serie als ITW vorweisen: Seit 70 Jahren erhöht das Unternehmen stetig seine Ausschüttungen. Auch hier handelt es sich also um einen waschechten Dividendenkönig. In den vergangenen zehn Jahren legte die Aktie im Durchschnitt um 13% p.a. zu, das aktuelle Verhältnis von Gewinnbeteiligung zu Kurs beträgt 0,9%.

Parker-Hannifin – Dividendenkönig mit starker Kursrendite

Parker-Hannifin gehört ebenfalls zu den „wetterfesten“ Unternehmen, in die der boerse.de-Dividendenfonds investiert ist. Das bereits 1917 gegründete Industrieurgestein zählt zu den weltweit führenden Herstellern im Bereich der Antriebs- und Steuerungstechnologie und beliefert unter anderem fast alle großen Flugzeughersteller. Über Jahrzehnte wurden Hunderte von Spezialanbietern übernommen. So entstand ein außergewöhnlich breites Produktportfolio, dessen Komponenten technisch aufeinander abgestimmt sind und sich ergänzen. Der Champion kann seinen Kunden komplette Lösungen aus einer Hand anbieten, was die Zusammenarbeit für viele Abnehmer besonders wertvoll macht.

Innerhalb der vergangenen zehn Jahre schraubte sich der Kurs von Parker-Hannifin durchschnittlich um stolze 21% p.a. nach oben, die aktuelle Dividendenrendite beträgt 0,7%. Seit 75 Jahren schüttet der Champion ununterbrochen Gewinne aus, seit 70 Jahren werden die Beträge kontinuierlich gesteigert. Damit reiht sich Parker-Hannifin in die Riege der Dividendenkönige ein – wie auch ein weiteres Unternehmen aus dem boerse.de-Dividendenfonds:

W.W. Grainger – B2B-Händler mit Dividendenerhöhungen seit 1971

W.W. Grainger (boerse.de-Aktien-Rating AA) versorgt gewerbliche Kunden mit Betriebsmitteln. Mit über einer Million Produkten – von einfachen Handschuhen bis hin zu komplexen Industriekomponenten – ist der Händler in diesem Bereich ein zuverlässiger Vollversorger. Dank hoher Lagerverfügbarkeit und schneller Lieferung können Ausfallzeiten bei den Kunden minimiert werden. Damit ist W.W. Grainger für viele Firmen in den USA und Kanada, aber auch in Japan oder Großbritannien der bevorzugte Partner.

Ein langweiliges, aber erfolgreiches Geschäftsmodell, das das Unternehmen in die Lage versetzt hat, seit 1971 ununterbrochen die Ausschüttungen zu erhöhen. Die Dividendenrendite beträgt aktuell 0,8%, der Kurs legte innerhalb der vergangenen Dekade durchschnittlich um 16% p.a. zu.

Dividenden – Baldrian für Anleger

Meiner Ansicht nach können Dividenden Baldrian für Anleger sein, nur viel besser schmeckend. Eine geringe aktuelle Dividendenrendite ist kein Manko, sofern die Ausschüttungen über Jahre hinweg kontinuierlich wachsen. Grundsätzlich kommt es immer darauf an, dass eine hohe Investmentqualität vorliegt. Bei starken Unternehmen gehen Dividendensteigerungen und Kursanstiege über längere Zeiträume oft Hand in Hand.

Falls Sie Ihr Portfolio mit hochwertigen Dividendenaktien bestücken möchten, finden Sie im boerse.de-Aktienbrief eine große Auswahl. Dort erhalten Sie konkrete Empfehlungen zu den laut der boerse.de-Performance-Analyse langfristig besten Aktien. Die überwiegende Mehrheit dieser Champions beteiligt ihre Anteilseigner direkt am Gewinn. Hier können Sie die aktuelle Ausgabe völlig kostenlos und unverbindlich lesen.

Alternativ eignet sich der boerse.de-Dividendenfonds zur Umsetzung einer Dividendenstrategie. Unseren Fonds des Monats gibt es in zwei Tranchen: thesaurierend und ausschüttend. Für die letztgenannte Tranche erfolgt Ende April die nächste Ausschüttung in Höhe von 0,91 Euro je Anteil. Ausführliche Informationen finden Sie im kostenlosen White Paper „Die Anlagestrategie des boerse.de-Dividendenfonds: Konzeption und Funktionsweise“.

Auf gute Investments!

Ihre
Katja Zacharias

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