Hochkarätige Übernahme: LVMH schmückt sein Portfolio mit Tiffany

Montag, 25.11.19 11:47

Bei LVMH (Louis Vuitton Moët Hennessy) liegt dieses Jahr ein besonders exklusives Geschenk unterm Weihnachtsbaum: Wie heute bekannt wurde, übernimmt der französische Luxusgüterkonzern für 16,2 Milliarden Dollar (14,7 Milliarden Euro) den US-Juwelier Tiffany. Damit zahlt LVMH 135 Dollar je Tiffany-Aktie, die allein seit Bekanntwerden der Verhandlungen Ende Oktober +38 Prozent an Wert gewann. Seit Januar stehen damit stolze +67 Prozent zu Buche. Auch die Performance der Louis Vuitton-Aktie lässt Anleger-Augen strahlen: Seit Jahresbeginn stieg das LVMH-Papier um +56 Prozent. Keine Frage, Luxus-Aktien verkaufen sich momentan blendend. Aber ob die Champagnerlaune von Dauer ist?

LVMH greift tief in die Tasche

Blicken wir zunächst auf die bislang größte Fusion in LVMH’s Firmengeschichte. Nach zähen, wochenlangen Verhandlungen, bei denen Louis Vuitton das ursprüngliche Angebot von 120 Dollar je Aktie deutlich nach oben korrigieren musste, gibt es jetzt einen offiziellen Deal. Unter Vorbehalt der Zustimmung von Tiffany’s Aktionären soll die Übernahme Mitte 2020 abgeschlossen sein. Mit dem traditionsreichen, amerikanischen Juwelier will LVMH eine “große Marke” im Schmuckgeschäft werden, Marktführer Richemont (u.a. Cartier, Piaget) Paroli bieten und den zuletzt angeschlagenen Tiffany-Konzern wieder auf Hochglanz polieren.

Tiffany: ein hochkarätiger Zukauf

Bislang zählt der LVMH Konzern bekannte Mode-, Kosmetik-, Parfum- und Spirituosenmarken, wie beispielsweise das Herzstück Louis Vuitton, Moët & Chandon, Bulgari, Dior oder Sephora. Mit Tiffany erwerben die Franzosen einen Kult-Juwelier, der mit “Frühstück bei Tiffany’s” in den 60er-Jahren zu Weltruf gelangte. Der vor 182 Jahren gegründete Schmuckhersteller ist mit vier Milliarden Dollar Jahresumsatz und mehr als 300 Shops in 25 Ländern eine große Nummer, litt jedoch zuletzt unter dem starken Dollar und der geringeren Anzahl kaufkräftiger US-Touristen. Nun muss LVMH Tiffany den “letzten Schliff” verpassen und das Unternehmen erfolgreich integrieren.

Gut möglich, dass dem LVMH-Konzern, der ist an der Börse mit rund 200 Milliarden Euro wertvoller ist, als VW, Daimler und BMW zusammen, mal wieder den “richtigen Riecher” hatte und Tiffany’s Erfolgsgeschichte fortsetzen wird. Wer mit Luxusaktien liebäugelt, sollte sich jedoch vor Augen führen, dass Schmuck und Diamanten zwar generell als krisensicher gelten, das Marktwachstum jedoch nicht in Stein gemeißelt ist. Zwar spricht der zunehmende Wohlstand in den Schwellenländern für eine Fortsetzung des Luxus-Booms. Sollte sich die Konjunktur jedoch abkühlen und das Geld nicht mehr so locker sitzen, verzichten Konsumente zuallererst auf “entbehrliche” Luxusgüter.

“Immer angesagt” sind dagegen die Produkte des täglichen Bedarfs, denn gegessen, getrunken und geputzt wird immer! So sind die Produkte und Dienstleistungen langfristig erfolgreicher Unternehmen wie Nestlé, McDonald’s oder Unilever nahezu unverzichtbar und punkten deshalb mit einer in der Vergangenheit besonders konstanten Wertentwicklung und geringen Rücksetzern. Alles über diese Defensiv-Champions erfahren Sie auf unserer Themenseite: https://www.boerse-aktienfonds.de/fonds-aktien/

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

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