Hochspannung bei der Deutschen Telekom: Scheitert die Fusion zwischen T-Mobile US und Sprint in letzter Minute?

Mittwoch, 15.01.20 13:23

Hochspannung bei der Deutschen Telekom: Scheitert die Fusion zwischen T-Mobile US und Sprint in letzter Minute?

Die Deutsche Telekom-Aktie befindet sich heute in der Warteschleife: Gegen 16 Uhr wollen die Fusionspartner in spe - Telekom-US-Tochter T-Mobile und Rivale Sprint - vor Gericht in New York ihre abschließenden Statements zum kartellrechtlichen umstrittenen Zusammenschluss halten. Der Ausgang der Verhandlung könnte den seit 12 Monaten volatilen und unterm Strich stagnierenden Kursverlauf der T-Aktie maßgeblich beeinflussen, denn für die Telekom steht viel auf dem Spiel...

 

Unbelieber rosa Riese

 

Sollte der über 26 Milliarden Dollar (23,4 Milliarden Euro) schwere Mega-Deal platzen, wäre dies eine herbe Schlappe für den Konzern. Schließlich würde durch die Hochzeit zwischen dem dritt- und viertgrößten US-Telefonanbieter eine Branchengröße entstehen, der sowohl Marktanteile hinzugewinnen, als auch von Synergieeffekten profitieren könnte. Und genau da liegt der Hund begraben: Verbraucherschützer, Politiker, 13 US-Bundesstaaten und der Regierungsbezirk Washington fürchten, dass die Fusion der Mobilfunkanbieter Stellenstreichungen und Preiserhöhungen verursachen und den Wettbewerb verzerren würde.

 

So kommentierte beispielsweise New Yorks Generalstaatsanwältin Letitia James, die Elefantenhochzeit wäre schlecht für Verbraucher, Arbeiter und Innovationen. Die Konsumenten müssten deshalb vor "ungehemmter Dominanz von Unternehmen" geschützt werden.

 

Im Zweifel für die Verteidigung?

 

Dagegen hatten sich bereits bei den zweiwöchigen Gerichtsverhandlungen im Dezember Telekom-Boss Tim Höttges und T-Mobile-Chef John Legere im Zeugenstand für die Fusion starkgemacht. Höttges versicherte beispielsweise, dass der Zusammenschluss nicht zu Preiserhöhungen auf dem US-Mobilfunkmarkt führen werde. Im Gegenteil: Kunden könnten bei einer Fusion mit günstigeren Angeboten rechnen. Auch hätten die Wettbewerbshüter der US-Regierung sowie die Branchenaufsicht FCC den Deal schon unter Auflagen genehmigt.

 

Das für Februar erwartete Urteil könnte das Ende der seit 2018 andauernden Fusions-Verhandlungen zwischen Sprint und T-Mobile US bedeuten. Wenn Sie sich als Anleger dem Nervenkrieg bis dahin nicht aussetzen wollen, empfehlen wir Ihnen statt der T-Aktie einen Blick auf die 100 boerse.de-Aktienbrief-Champions, die mit einer langfristig erfolgreichen Kurshistorie und besonders geringen Rücksetzern punkten. Welche das sind, erfahren Sie in Ihrer aktuellen Aktienbrief-Gratisausgabe!

 

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

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