Höhere Zinsen - und trotzdem verlieren Sparer Geld?

Donnerstag, 27.08.26 16:03

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat im Juni erstmals seit 2023 wieder die Zinsen angehoben, sodass der Einlagensatz aktuell bei 2,25% liegt. Hintergrund ist die weiterhin hartnäckige Inflation. Zwar hat sich der Preisauftrieb deutlich abgeschwächt, doch mit einer Teuerungsrate von 2,9% im Euroraum im Juli lag die Inflation weiterhin oberhalb des von der EZB angestrebten Zielwertes von 2%.

Für viele Sparer klingt eine Zinserhöhung zunächst nach einer guten Nachricht. Denn Tages- und Festgeld bringen endlich wieder Erträge, nachdem über Jahre hinweg kaum Zinsen zu erzielen waren. Doch reicht das tatsächlich aus, um langfristig das Vermögen zu erhalten und idealerweise zu vermehren?

Mehr Zinsen sind erfreulich – entscheidend ist jedoch der Realzins

Auf den ersten Blick scheint die Rechnung einfach: Wer beispielsweise 10.000 Euro zu 2% anlegt, erhält nach einem Jahr rund 200 Euro Zinsen. Doch das Vermögen wächst nicht allein durch den Kontostand, sondern durch seine Kaufkraft.

Liegt die Inflationsrate – wie zuletzt im Juli – bei 2,9%, steigen die Preise schneller als das Guthaben. Unter dem Strich verliert das Ersparte also real an Wert. Genau deshalb sprechen Ökonomen vom Realzins, also der Verzinsung nach Abzug der Inflation. Erst wenn dieser positiv ist, nimmt die Kaufkraft des Vermögens tatsächlich zu.

Langfristig Kapital vermehren mit Qualitätsaktien

Wer sein Vermögen über viele Jahre oder Jahrzehnte vermehren möchte, kommt deshalb an Aktien nicht vorbei. Denn Unternehmen und deren Anteilseigner können unmittelbar vom Wirtschaftswachstum oder globalen Mega-Trends profitieren.

Ein Blick auf die Börsengeschichte unterstreicht diesen Zusammenhang eindrucksvoll. Der Dax erzielte historisch inklusive Dividenden eine durchschnittliche Rendite von rund 9% pro Jahr. Der Dow Jones entwickelte sich inklusive Dividenden über lange Zeiträume jährlich ebenfalls in einer ähnlichen Größenordnung.

Welche Auswirkungen das auf den Vermögensaufbau hat, zeigt ein einfaches Beispiel:

Wer 10.000 Euro über 30 Jahre zu durchschnittlich 2% p.a. anlegt, verfügt am Ende über rund 18.100 Euro. Bei einer exemplarischen Rendite von 9% wächst dieselbe Summe dagegen auf mehr als 130.000 Euro an. Der entscheidende Faktor ist dabei der Zinseszinseffekt, der über lange Zeiträume seine volle Wirkung entfaltet.

Natürlich verlaufen Aktienmärkte nicht geradlinig und zwischenzeitliche Rückschläge gehören dazu. Historisch wurden geduldige Anleger für diese Schwankungen jedoch regelmäßig mit deutlich höheren Renditen belohnt als klassische Sparer.

Noch besser fällt die Bilanz der Champions-Aktien aus dem boerse.de-Aktienbrief aus. Diese Qualitätsunternehmen erzielten in den vergangenen zehn Jahren im Durchschnitt sogar gut zweistellige Jahresrenditen. Grundlage hierfür sind Geschäftsmodelle mit meist breiten Burggräben und weitreichenden Wettbewerbsvorteilen – Eigenschaften, die gerade im aktuellen Zins- und Inflationsumfeld gefragt sind. Daher:

Wer langfristig ein Vermögen aufbauen möchte, sollte den Blick deshalb über Tages- und Festgeld hinaus richten und Qualitätsaktien als Portfoliofundament wählen.

Wie ein langfristig erfolgreiches Depot aufgebaut werden kann und worauf Anleger bei der Auswahl hochwertiger Aktien achten sollten, erfahren Sie in der Kultpublikation „Der Leitfaden für Ihr Vermögen“ (jetzt kostenlos und unverbindlich anfordern).

Auf gute Investments!

Ihr

Markus Schmidhuber

Content Manager



Markus Schmidhuber ist Leiter von boerse.de – dem ältesten Finanzportal Europas und mit über einer Million monatlicher Nutzer eines der führenden Börsenportale. In dieser Position verantwortet er...

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