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Diese Nachricht lässt sogar weniger weinaffine Anleger aufhorchen: Eine Flasche 1945er Domaine de la Romanée-Conti hat einen neuen Weltrekord für den teuersten Wein aufgestellt, der jemals auf einer Auktion verkauft wurde. Sie erzielte in New York den stolzen Preis von 812.500 Dollar. Doch Einzelflaschen, die für sechsstellige Summen den Besitzer wechseln, trüben bei so manchen Investoren den Blick für die strukturellen Nachteile dieser Assetklasse. Ein Blick auf die harten Fakten zeigt nämlich, warum Wein für den langfristigen Vermögensaufbau nicht geeignet ist.
Die Schlagzeilen nach den jüngsten Auktionen klingen natürlich berauschend. Wenn eine einzige Flasche der Domaine de la Romanée-Conti für die Summe eines Einfamilienhauses den Besitzer wechselt, stellt sich für manche Anleger die Frage, ob das klassische Aktiendepot eine Wein-Diversifikation vertragen könnte. Doch der Blick hinter die glitzernde Fassade der Auktionsrekorde offenbart eine Assetklasse, die zwar Prestige, aber kaum eine belastbare Basis für den langfristigen Vermögensaufbau bietet.
Ein wichtiger Unterschied zwischen einer Aktie und einer Flasche Wein liegt in der Produktivität des Kapitals. Eine Aktie repräsentiert die Beteiligung an einem Unternehmen, das aktiv Werte schaffen, Innovationen vorantreiben und Gewinne erwirtschaften kann. Diese fließen dann in Form von Dividenden direkt an den Anleger zurück oder werden reinvestiert, um das Wachstum zu fördern. Wein hingegen ist ein passiver Sachwert, dessen gesamtes Renditepotenzial ausschließlich auf der Spekulation beruht, dass in der Zukunft ein Investor oder Sammler bereit ist, einen Preisaufschlag zu zahlen.
Abgesehen davon, dass ohnehin nur ein winziger Bruchteil der weltweiten Produktion überhaupt das Potenzial zur Wertsteigerung besitzt, kommen bei Wein als Investment auch noch Kostenfaktoren hinzu, die den potenziellen Gewinn im Weinkeller deutlich schmälern. Während Aktienportfolios heute nahezu kostenlos verwaltet werden können, verursacht Wein erhebliche laufende Belastungen. Dabei schlägt die notwendige professionelle Lagerung in klimatisierten Räumen ebenso zu Buche wie die Versicherung gegen Elementarschäden oder Diebstahl. Ein weiteres Problem ist die Illiquidität von Fine Wine. Während eine Aktie börsentäglich innerhalb von Sekunden zum aktuellen Marktpreis veräußert werden kann, ist der Verkauf von Flaschen oder Kisten ein langwieriger Prozess, der oft mit hohen Kommissionsgebühren für Auktionshäuser von bis zu 25 Prozent verbunden ist. In Marktphasen mit einer geringen Nachfrage kann es außerdem zu schmerzhaften Preisabschlägen kommen.
Auch das Risiko des Totalverlustes hat bei Wein eine physische Komponente. Ein defekter Korken, eine unbemerkte Temperaturschwankung oder die zunehmende Professionalisierung von Weinfälschern können ein Investment wertlos machen. Bei einer Aktie schützen dagegen die Transparenz der Finanzmärkte und die staatliche Regulierung den Anleger zumindest vor solchen physischen Risiken.
Schlussendlich bleibt Wein also ein faszinierendes Hobby für wohlhabende Enthusiasten, die sich die oft primär emotionale Rendite einer seltenen Flasche leisten können. Für Privatanleger sollte jedoch klar sein: Wer sein Vermögen vermehren möchte, sollte besser auf die Innovationskraft der Weltwirtschaft setzen und einen Blick in die kostenlose Kultpublikation „Der Leitfaden für Ihr Vermögen“ werfen. Denn die Ernte wird an der Börse eingefahren – der Wein sollte lediglich dazu dienen, auf Kursgewinne anzustoßen.
Auf erfolgreiche Investments!
Ihre
Sabine Lembert
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