Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
die Marktforscher von Gartner haben ihre Prognose für die weltweiten Ausgaben rund um Künstliche Intelligenz noch einmal deutlich angehoben: Für 2026 sollen es nun 2,7 Billionen Dollar sein – ein Plus von fast 50% gegenüber dem Vorjahr und „ein noch nie dagewesenes Niveau“, wie es die Analysten selbst formulieren. Für langfristig orientierte Anleger stellt sich allerdings weniger die Frage, ob der prognostizierte Investitionsschub so eintreten wird, sondern welche (Champions-)Unternehmen davon profitieren könnten.
Die im Mai 2026 von Gartner veranschlagten KI-Ausgaben wurden jetzt um weitere 75 Milliarden Dollar nach oben korrigiert. Zum Vergleich: Die weltweiten IT-Gesamtausgaben beziffert Gartner für 2026 auf rund sechs Billionen Dollar, sodass etwa 42% davon einen direkten KI-Bezug aufweisen. Den mit Abstand größten Einzelposten bildet dabei die Infrastruktur – also KI-optimierte Server, Rechenzentrumskapazitäten, Netzwerktechnik und spezialisierte Prozessoren – mit knapp 56% der Gesamtsumme.
Auch abseits der Infrastruktur zieht die Dynamik an: Für KI-Dienstleistungen rechnet Gartner 2026 mit rund 576 Milliarden Dollar, für KI-Software insgesamt mit etwa 462 Milliarden Dollar, mit kräftig nach oben korrigierten Wachstumsraten bei Entwicklungsplattformen und generativen Modellen. Für 2027 erwartet man bereits Gesamtausgaben von 3,6 Billionen Dollar – mehr als eine Verdopplung binnen zweier Jahre. Ein Analyst bezeichnet den Ausbau der KI-Rechenzentrumskapazitäten deshalb als das größte Infrastrukturprojekt, das die Menschheit je unternommen habe.
Ein Investitionsvolumen dieser Größenordnung verteilt sich auf sehr unterschiedliche Unternehmenstypen: Hersteller von KI-Beschleunigern und Halbleitern, Anbieter von Netzwerktechnik und Stromversorgungslösungen sowie die großen Cloud-Betreiber liefern die physische Grundlage, während zunehmend auch Anbieter von KI-Software, -Agenten und -Diensten am Wachstum teilhaben.
Für Anleger ist dabei die Frage, welche Konzerne diesen Rückenwind in dauerhaft wachsende Gewinne übersetzen können, entscheidend. Denn nicht jedes Unternehmen, das heute von der KI-Investitionswelle profitiert, gehört automatisch zu den erfolgreichsten und sichersten Aktien im Sinne einer langfristigen Champions-Strategie. Ein Blick auf die boerse.de-Performance-Kennzahlen zeigt jedoch, dass sich einige der zentralen Infrastrukturlieferanten des KI-Booms auch über Jahre hinweg als Champions behauptet haben.
Nvidia (geoPAK10 fast 55%, Gewinn-Konstanz 94%, Verlust-Ratio 3,00) etwa hat sich mit seinen Grafikprozessoren und dem hauseigenen CUDA-Software-Ökosystem zur zentralen Adresse für das Training und den Betrieb großer KI-Modelle entwickelt. Kaum ein Rechenzentrumsbetreiber kommt derzeit an den Beschleunigern des Unternehmens vorbei, was sich in einer außergewöhnlich hohen Nachfrage und mehrjährigen Lieferverträgen mit den großen Cloud-Anbietern niederschlägt.
Broadcom (geoPAK10 rund 33%, Gewinn-Konstanz 95%, Verlust-Ratio 2,34) wiederum profitiert von einer zunehmenden Diversifizierung der KI-Infrastruktur weg von reinen Standard-Beschleunigern: Der Konzern entwickelt kundenspezifische KI-Chips für Hyperscaler wie Google und liefert zugleich einen wesentlichen Teil der Netzwerktechnik, die in modernen KI-Rechenzentren Beschleuniger untereinander verbindet – ein Geschäft, das mit dem Ausbau immer größerer KI-Cluster strukturell mitwächst.
Als weltweit führender Auftragsfertiger sitzt TSMC (geoPAK10 rund 28%, Gewinn-Konstanz 91%, Verlust-Ratio 2,69) an einer Engstelle, die sich kaum umgehen lässt: Nahezu sämtliche fortschrittlichen KI-Beschleuniger, ob von Nvidia, Broadcom oder anderen Chip-Entwicklern, werden von dem taiwanesischen Champion hergestellt. Das verschafft TSMC eine ungewöhnlich starke Preissetzungsmacht und eine hohe Auslastung seiner Kapazitäten.
Die drei Champions-Beispiele zeigen, dass sich Profiteure einer Investitionswelle und langfristige Substanz nicht ausschließen müssen – wobei jeder potenzielle Trendgewinner einzeln anhand seiner Kennzahlen beurteilt werden sollte.
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Auf erfolgreiche Investments!
Ihre
Sabine Lembert
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