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Kolumne09:00 02.04.17

Börsenexperte und Autor Thomas Müller

Keine Angst vor Inflation

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

die Inflation verhält sich oftmals wie eine Flasche Ketchup – erst kommt lange nichts und dann sehr viel auf einmal. So kocht derzeit das Inflationsthema langsam nach oben, denn im Februar kletterte der Verbraucherpreisindex um 2,2% gegenüber dem Vorjahr. Zum Vergleich:

2016 war die Inflation noch um die Nulllinie gependelt. Erst im Dezember folgte der Sprung von 0,8% auf 1,7%, und per Januar waren es 1,9%. Damit steht erstmals seit über vier Jahren wieder eine Zwei vor dem Komma. Sie wissen:

Inflation ist eine Ur-Angst der Deutschen, sodass mit dem Etikett „Inflationsgesichert“ hunderttausende Anleger in Schrottimmobilien, überteuerte Geschlossene Fonds und andere Geldvernichtungsmöglichkeiten getrieben wurden und werden. Dabei gibt es eine leicht zu verstehende, kostengünstige sowie absolut flexible Geldanlage, die nicht nur der Inflation trotzt, sondern allen Krisen dieser Welt: Aktien!

Ganz grundsätzlich haben Aktien einen eingebauten Inflationsschutz, denn Unternehmen reagieren auf Inflation durch Preiserhöhungen. Das führt sogar zu steigenden Gewinnen, sofern Firmen über eine Preissetzungsmacht verfügen. Verschiedene Studien belegen, dass Inflationsraten um die fünf Prozent zu überdurchschnittlichen Aktienrenditen führen. Bei höherer Inflation kippt dieser Effekt und wandelt sich mehr und mehr ins Negative, da die Reallöhne dann sinken, womit Verbraucher an Kaufkraft verlieren. Das ist aber momentan nicht das Thema. Bedenken wir:

Medien lieben negative Schlagzeilen, und wann immer die Börsen husten, werden daraus Titel-Stories, während neue All-Time-Highs höchstens Randnotizen sind. Bei jedem Börsencrash – und der nächste kommt bestimmt – werden medial die Risiken der Märkte breitgetreten, aber es wird nicht erklärt, dass allen Krisen wieder neue Höchstkurse folgen und somit Crash-Kurse Kauf-Kurse sind. Dazu passen die Ergebnisse einer jüngst veröffentlichten repräsentativen Umfrage der Aktion „Pro Aktie“.

Ein Drittel der Deutschen weiß nicht, dass es sich bei einer Aktie um die Beteiligung an einem Unternehmen handelt. Und nicht einmal vier von zehn Deutschen ist bekannt, dass es neben der Wertentwicklung noch einen weiteren Renditebestandteil gibt. Es kann sogar nur noch ein Fünftel sagen, dass dies die Dividende ist. Auch unter ehemaligen und derzeitigen Aktienbesitzern gibt nur knapp ein Viertel bzw. die Hälfte der Befragten die richtige Antwort. Also frei nach Heinrich Heine:

„Denk ich an Deutschlands Aktionäre in der Nacht“ ... Dabei eröffnen Aktien die höchste Gewinnperspektive – ob mit oder ohne Inflation. Und auch die weitverbreitete Ansicht, dass höhere Erträge mit einem höheren Risiko einhergehen, ist schlichtweg falsch, selbst wenn die Finanztheorie etwas anderes behauptet. Unsere Defensiv-Champions und der BCDI beweisen, dass unterdurchschnittliche Risiken zu überdurchschnittlichen Renditen führen können. Wo gibt es sonst rechenbare „10%+x p.a.“ im Durchschnitt? Also keine Angst vor Inflation, denn bei moderat steigenden Preisen wächst auch das „x“ ...

Mit bester Empfehlung
Ihr

Thomas Müller
Herausgeber
boerse.de-Aktienbrief