Levi’s-Anleger gucken in die Röhre: warum die Aktie über 6 % verlor

Mittwoch, 10.07.19 13:49
Die Levi Strauss & Co-Aktie tut sich schwer damit, an den Glanz vergangener Tage anzuknüpfen. Nach 30 Jahren Abwesenheit feierte die Kultmarke im März ihr Börsen-Comeback und gewann seither rund fünf Prozent an Wert. Immerhin, doch gestern ging es für die Levi’s-Aktie nachbörslich tief ins Jammertal: nach der Vorlage schwacher Quartalszahlen verlor das Wertpapier zeitweise über sechs Prozent.

Gewinne XS
Dabei machten ausgerechnet die hohen Kosten für den Börsengang der Bilanz einen Strich durch die Rechnung: der Quartalsgewinn brach im Jahresvergleich um 63 Prozent auf 29 Millionen Dollar ein. Auch der Umsatzanstieg von 5,4 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar blieb weit hinter den Erwartungen vieler Marktbeobachter zurück. Doch neben dem kostenintensiven IPO stiegen auch Levi’s Investitionen - zum Beispiel in ein größeres Filialnetz, das Online-Geschäft und den Ausbau von Produktkategorien jenseits der klassischen Männer-Jeans. Die Kultmarke muss Geld in die Hand nehmen, um günstigeren Konkurrenten die Stirn zu bieten, modebewusste Käufer(innen) zu überzeugen und wenn möglich in die eigenen Shops zu locken. Denn über direkte Vertriebskanäle verdient Levi’s deutlich mehr, als beim Verkauf durch Reseller.
Gegenwind aus China & Mexiko

Neben einer Reihe interner Baustellen hat die Kultmarke allerdings auch mit externen Belastungen zu kämpfen. Da wäre zum Beispiel Unsicherheitsfaktor Donald Trump, der Levi’s wichtigem Textil-Importland Mexiko im Mai mit höheren Zöllen drohte. Neben Mexiko steht natürlich auch China auf Trumps Strafzoll-Liste - mit möglicherweise schwerwiegenden, finanziellen Folgen für Levi Strauss & Co, die zahlreiche Produkte im Land des Lächelns fertigen lassen.

Eigentlich wollte der Jeanshersteller die Erlöse aus dem Börsengang dazu verwenden, um das leicht in die Jahre gekommene Image aufzupolieren, sowie neue Märkte, Produktkategorien und Konsumentengruppen zu erschließen. Doch ob es Levi’s gelingen wird, die ursprünglich geplante Strategie erfolgreich umzusetzen, hängt momentan von vielen, schwer kalkulierbaren Umfeldfaktoren ab.

Anleger sollten sich deshalb statt zyklischer “Mode”-Aktien besser zeitlose Champions-Aktien ins Depot legen. Die 100 boerse.de-Aktienbrief-Champions weisen nämlich im Gegensatz zu Börsenneuling Levi Strauss & Co eine mindestens zehnjährige, erfolgreiche Kurshistorie bei besonders geringen Rücksetzern auf. Das ist der Stoff, aus dem Anlegerträume gestrickt sind!

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

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