Lufthansa: Warum die Airline-Aktie wieder Auftrieb hat

Montag, 15.11.21 10:13

Für die Lufthansa-Aktie wird es wieder deutlich lichter am Horizont. Zum einen, weil viele wichtige Reiseländer, wie beispielsweise die USA, Beschränkungen weitgehend aufgehoben haben. Zum anderen, weil die LH die deutschen Corona-Staatshilfen bereits jetzt wieder komplett zurückzahlen konnte. Infolgedessen ging es mit dem Kranich-Papier innerhalb der vergangenen vier Wochen +12 % aufwärts. Trotz der aktuell positiven Vorzeichen will ein “Einstieg” bei der Lufthansa aber wohlüberlegt sein …

 

Lufthansa: Corona-Kredit zurückgezahlt

 

Über die Staatshilfen für die von der Corona-Pandemie besonders hart getroffene Airline wurde 2020 monatelang debattiert. Rückblickend zeigt sich jetzt allerdings, dass die 3,8 Milliarden Euro Corona-Hilfen der Bundesregierung gut investiert waren. Denn eine Insolvenz der “Hansa” wurde abgewendet und rund 100.000 Arbeitsplätze gesichert. Zudem verdiente der Staat mit seinem Investment unterm Strich sogar Geld, wie Finanzminister Scholz kürzlich erläuterte: “Es war ein gutes Geschäft für die Staatskasse - denn wie es aussieht, wird der Staat am Ende seines Engagements ein Plus machen." Bereits im Februar hatte der Konzern eine Milliarde Euro an die staatliche KfW-Bank zurückgezahlt, im Oktober 1,5 Milliarden Euro an den staatlichen Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) und nun folgte eine weitere Milliarde. Konzernchef Carsten Spohr sprach von einem “mentalen Befreiungsschlag“, der von aktuell positiven Geschäftszahlen gestützt wird.

 

Frachtgeschäft brummt, Passagierzahlen steigen

 

Auftrieb bekommt die Lufthansa derzeit vor allem vom Frachtgeschäft. Da der weltweite LKW- und Schiffsverkehrs stockt, steigt die Nachfrage nach Lufttransporten. Der operative Gewinn der Logistiksparte stieg deshalb im dritten Quartal um knapp 80 Prozent auf 301 Millionen Euro und bescherte der Lufthansa erstmals seit Ausbruch der Pandemie wieder einen operativen Gewinn.

 

Auch das Passagiergeschäft verzeichnet Zuwächse. Insgesamt hat die Lufthansa-Gruppe im vergangenen Quartal 19,6 Millionen Fluggäste transportiert, knapp die Hälfte des Vorkrisenniveaus. Vor allem die Buchungen auf der wichtigen Route zwischen Europa und den USA seien scharf gestiegen und erreichten wieder rund 80 Prozent des Vorkrisenniveaus.

 

Trotz der insgesamt vielversprechenden Tendenz sind Turbulenzen nicht ausgeschlossen. So könnte beispielsweise der Personalmangel aufgrund notwendigerweise abgebauter Arbeitsplätze den Aufschwung der LH beeinträchtigen. Auch verschärfte Impfregeln und eventuelle neue Reisebeschränkungen mancher Länder, wie aktuell beispielsweise Marokko, würden die Geschäftsentwicklung beeinträchtigen.

 

Im Gesamtjahr will Vorstandschef Carsten Spohr den operativen Verlust im Vergleich zu 2020 zwar mindestens halbieren, doch am Ende könnte dennoch ein Minus von 2,8 Milliarden Euro in den Büchern stehen. Verlustreich waren auch Lufthansa-Aktionäre innerhalb der vergangenen zehn Jahre unterwegs: Mit im Mittel -3,7 % Rendite p.a. war die LH-Aktie ein Kapitalvernichter.

 

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