Marktübersicht

Megatrends markieren Veränderungen und bergen Investmentchancen

Montag, 30.08.21 10:21

‚Disruption‘ gehört zu den schrecklichen Modebegriffen der digitalen Wirtschaft, der bei vielen Zeitgenossen längst zu einem Unwort verkommen ist. Eine disruptive Technologie (engl. disrupt – unterbrechen, zerreißen) ist laut Wikipedia: “eine Innovation, die eine bestehende Technologie, ein bestehendes Produkt oder eine bestehende Dienstleistung möglicherweise vollständig verdrängt.“

Ganz sicher verändert die Digitalisierung unseren Alltag. Das ist unstrittig. Mittlerweile gibt es kaum noch Lebensbereiche, die sich der digitalen Transformation verschließen können. Alles scheint möglich zu sein. Natürlich immer im Interesse des Verbrauchers.

Diese beschriebenen Veränderungen führen gelegentlich auch zu sogenannten Mega-Trends. Die dann wiederum Meilensteine gesellschaftlicher Veränderungen sind, denn sie wirken global, langfristig und tiefgreifend. Darüber hinaus befeuern diese Trends bei Anlegerinnen und Anlegern immer wieder auch eine Art Goldgräberstimmung. Da wird kurzerhand mutig in die vermeintliche Zukunft investiert.

Neue Technologien beflügeln einfach die Fantasien von Anlegerinnen und Anlegern. Aber auch diejenigen, die Kategorien für die Geldanlage schaffen – sei es in Form von neuen Indizes, Fonds, ETFs oder auch kompletten Börsen-Segmenten, wie es der Neue Markt seinerzeit geschafft hat.

Neue Technologien haben aber auch das Potenzial, etablierte Unternehmen in eine neue Zukunft zu führen. Zumindest setzt der Großteil der mehr als 3.000 Teilnehmer, die an der monatlichen Trendumfrage des Deutschen Derivate Verbands teilgenommen haben, bei der Geldanlage auf die Wasserstoff-Technologie zum Antrieb von Automobilen. Mehr als 36 Prozent haben hier ihr Kreuz gemacht. Gefolgt von E-Mobilität mit einem Anteil von gut 22 Prozent. Damit führen zwei Mega-Trends, die speziell die Automobilwirtschaft revolutionieren können, das Ranking an.

Knapp 19 Prozent berücksichtigen Nachhaltigkeitskriterien - also ökologische, soziale und auf die Unternehmensführung bezogene Vorgaben – bei ihren Investments. Fast 15 Prozent bzw. gut 7 Prozent haben Titel, die etwas mit Blockchain oder Kryptowährungen bzw. mit 3D-Druck zu tun haben, im eigenen Depot.

Die überdurchschnittlich große Teilnahme an der Umfrage zeigt einmal mehr, wie aufgeschlossen Anlegerinnen und Anleger für neue Technologien sind. Diese können zwar mitunter große Risiken bergen, zugleich aber auch überdurchschnittliche Gewinnchancen beinhalten.

Lars Brandau ist seit Gründung des Deutschen Derivate Verbands (DDV) Geschäftsführer und vertritt den DDV auch in den Arbeitsgruppen des europäischen Dachverbands EUSIPA. Der...
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