Marktübersicht

Mögliche Strategie gegen Strafzinsen

Montag, 26.07.21 13:41

Auf zwei Fragen suchen viele aktive Anlegerinnen und Anleger immer wieder Antworten: Wie schütze ich mich vor der schleichenden Inflation und was kann ich Sinnvolles gegen Strafzinsen bei meinen Rücklagen unternehmen? Zu den möglichen Lösungen gehört die Variante eines Klassikers; nämlich sogenannte Deep-Discount-Zertifikate.

Bei diesen Papieren liegt der maximale Rückzahlungsbetrag bei Fälligkeit signifikant unterhalb des aktuellen Kurses des Basiswerts. Demzufolge fällt das Risiko auch geringer aus, mit den Produkten zum Ende der Laufzeit Verluste zu generieren. Wer darüber hinaus noch eine tendenziell konservative Deep-Discount-Variante wählt, dürfte letztlich nicht viel mehr als eine Art Bargeldausgleich verbuchen. Und dennoch macht ein solches Investment durchaus Sinn. Denn anders als beim Festgeld oder auch bei Spareinlagen ist das angelegte Geld jederzeit verfügbar. Der Vorteil von strukturierten Wertpapieren liegt immer auch ihrer ständigen Veräußerbarkeit. Deshalb taugen die konservativen Klassiker durchaus zum Parken von Liquidität und/oder als Reserve für anstehende Investitionen.

Auch wenn das Ziel von Anlagen im Normalfall eine Rendite ist, so geht es angesichts der aktuell laufenden Diskussion um eine mögliche anhaltende Inflation sicherlich in erster Linie um den Erhalt des ersparten Vermögens und weniger um Gewinnmaximierung. Außerdem sind Discount-Zertifikate klassische Anlage-Produkte für tendenziell risikoaversere Investorinnen und Investoren. Es handelt sich dennoch nicht um eine eierlegende Wollmilchsau. Kein Finanzprodukt ist schließlich für alle Marktsituationen geeignet. Discount-Zertifikate werden normalerweise in seitwärtslaufenden Märkte mit geringeren Schwankungen gekauft. Wer sich also Gedanke um Inflation oder Strafzinsen macht, für den wäre die Deep-Discount-Variante durchaus eine Überlegung wert.

Überhaupt ist es für jeden, der mehr über die Möglichkeiten von Discount-Zertifikaten wissen will, empfehlenswert, mal einen genaueren Blick auf die Produkte und Funktionsweisen zu werfen. Dazu reichen wenige Klicks auf die Seite des Deutschen Derivate Verbands. Dort lässt sich nicht nur der „Kompass für strukturierte Wertpapiere“ runterladen, sondern auch einige Studien zum Thema.

 

Lars Brandau ist seit Gründung des Deutschen Derivate Verbands (DDV) Geschäftsführer und vertritt den DDV auch in den Arbeitsgruppen des europäischen Dachverbands EUSIPA. Der...
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