Professionelle Vermögensverwaltung: Das sollten Sie unbedingt wissen!

Freitag, 20.03.26 16:03
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

es gibt keinen einfacheren und schöneren Job als den eines Vermögensverwalters – vorausgesetzt die Börsen steigen auf breiter Front! Und wenn auch die am schlechtesten performenden Anlagen immer noch positive Erträge abwerfen, dann ist alles perfekt. Solche Marktphasen mag es schon gegeben haben, aber garantiert nicht sehr oft.

Deutlich herausfordernder ist eine professionelle Vermögensverwaltung hingegen in so turbulenten Zeiten wie den aktuellen, die durch große wirtschaftliche und geopolitische Unsicherheiten geprägt sind. In einem solch negativen Umfeld sind die Börsen in aller Regel durch große Schwankungen sowie massive Kursrücksetzer geprägt. Und genau hier wird’s interessant …

Wie soll in solchen Situationen richtig reagiert werden? Die Empfehlungen von Fachexperten reichen von Umschichtungen in risikoärmere Assets bis hin zu gar nichts tun oder aber auch bewusstes Nachkaufen der im Wert gefallenen Anlagen. Was hier die richtige Strategie ist, hängt von den Rahmenbedingungen und natürlich auch den individuellen Präferenzen der jeweiligen Anleger ab.

Während das Nachkaufen in Krisenphasen insbesondere für junge Anleger mit einem noch sehr langen Anlagehorizont durchaus eine sinnvoll Alternative darstellen kann, sieht dies bei Anlegern mit einem begrenzten Investmenthorizont (z.B. bei älteren Anlegern) durchaus anders aus [Anmerkung: Wer Ende 1999 in den MSCI World Aktienindex (in Euro) investiert hat, der war etwa 14 Jahre lang durchgängig in einer Verlustphase. Und wer hier noch systematisch nachgekauft hat, der hat in dieser Phase enorm hohe Verluste angehäuft].

Die Sicht eines externen Vermögensverwalters



In diesem Beitrag wird die Sicht eines Vermögensverwalters eingenommen, der die Verwaltung der Kapitalanlagen für externe Anleger für eine Vergütung im Rahmen einer Einzelkontoverwaltung vornimmt. Die individuelle Verwaltung von Vermögen auf diese Weise ist häufig erst ab Mindestanlagesummen von 250.000 oder 500.000 Euro möglich (bzw. auch sinnvoll).

Kunden solcher Vermögensverwaltungen sind überwiegend ältere Personen, deren Kapitalanlage primär zur Absicherung ihres Ruhestands dienen soll. Vor diesem Hintergrund spielt hier der Absicherungsgedanke zumeist eine zentrale Rolle, was z.B. durch das Umschichten in risikoärmere Investments in Krisenphasen erreicht werden kann. Sobald die Krisenphase beendet ist, kann das konservative „Krisenportfolio“ wieder in das ursprüngliche Portfolio zurücküberführt werden. Diesen Vorgang wollen wir im weiteren Verlauf dieses Beitrags als „aktive Risikosteuerung“ bezeichnen.

Beispiel: Regelgebundene Risikosteuerung bei der Einzelkontoverwaltung myChampionsPREMIUM



Nachfolgend wird die aktive Risikosteuerung der Einzelkontoverwaltung myChampionsPREMIUM exemplarisch betrachtet. Konkret wird dort zwischen einem Normal- und einem Krisenszenario unterschieden, wobei im ersten Fall das für den Anleger optimale Strategieportfolio gehalten wird und im zweiten Fall das deutlich risikoreduziertere Krisenportfolio.

Eine Besonderheit besteht bei der Vermögensverwaltung myChampionsPREMIUM darin, dass die Entscheidung „Normalszenario oder Krisenszenario“ börsentäglich rein regelbasiert anhand des boerse.de-Marktphasen-Barometers erfolgt. Die „rein regelbasierte“ Steuerung garantiert nicht, dass das boerse.de-Marktphasen-Barometer stets perfekt richtig liegt (es handelt sich hierbei definitiv um keine Glaskugel). Der zentrale Vorteil liegt vielmehr woanders: Durch die regelbasierte Funktionsweise kann die Leistungsfähigkeit systematisch analysiert und auch dem Anleger veranschaulicht werden.

Exemplarische Veranschaulichung des boerse.de-Marktphasen-Barometers



Nachfolgend wird die Funktionsweise des boerse.de-Marktphasen-Barometers anhand von zwei realen Beispielen demonstriert. Im ersten Beispiel wird das Jahr 2022 betrachtet. Das Jahr war geprägt durch den Ausbruch des Ukraine-Kriegs sowie durch eine massive Zinserhöhung, die auf einen außergewöhnlich hohen Inflationsanstieg erfolgte.



Die blaue Linie (linke Skala) zeigt die Wertentwicklung des MSCI World Preisindex notiert in US-Dollar und die rote Linie (rechte Skala) das Signal des boerse.de-Marktphasen-Barometers, das Werte von eins (Normalszenario) und null (Krisenszenario) annehmen kann. Nach einem kurzen Wertrückgang im MSCI World Index war das Barometer in den Krisenmodus gewechselt, der während der nachfolgenden massiven Kursrückgänge auch konsequent beibehalten wurde. Erst als sich der internationale Aktienindex wieder deutlich im Aufwärtstrend befand, wurde wieder in den Normalmodus gewechselt.

Der Ukraine-Einbruch ist ein Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit. Einen richtig großen Mehrwert konnte das boerse.de-Marktphasen-Barometer während der beiden Megakrisen „Platzen der Dotcom-Bubble 2000-2002“ und „Finanzmarktkrise 2008/2009“ liefern.

Ein weiterer zentraler Vorteil der hier vorgestellten aktiven Risikosteuerung besteht darin, dass in guten und auch normalen Marktphasen keine Absicherung implementiert wird und somit auch keine Absicherungskosten anfallen. Da aber jede Absicherungsstrategie mit Kosten verbunden ist, stellt sich die Frage, wo denn diese bei der hier gezeigten Risikosteuerung entstehen. Hierzu betrachten wir den jüngsten Wechsel in die Krisenphase, ausgelöst kurz nach Trumps Amtsantritt und dem darauffolgenden Zollchaos.



Wie aus der Abbildung ersichtlich ist, kam es unmittelbar, nachdem ein Wechsel in den Krisenmodus erfolgte, zu einem raschen und deutlichen Kursanstieg im Aktienmarkt. Als das Marktphasen-Barometer wieder in den Normalmodus zurückwechselte, war bereits ein Großteil dieses Kursanstiegs gelaufen. Hätte man den zukünftigen Kursverlauf gekannt, dann wäre ein Verzicht auf die Absicherung die logische Konsequenz gewesen.

Absicherungskosten fallen also an, wenn unnötig in den Krisenmodus gewechselt wird. Da die Asset Allocation bei myChampionsPREMIUM mit nur vier boerse.de-Fonds und dem boerse.de-Gold-ETC abgebildet wird, sind die mit den Umschichtungen einhergehenden Transaktionskosten sehr niedrig und fast schon zu vernachlässigen. Schwerer wiegen hingegen die sogenannten Opportunitätskosten, die beispielsweise dann entstehen, wenn bei einem ansteigenden Aktienmarkt das konservativ ausgerichtete Krisenportfolio gehalten wird [wie in dem vorangegangenen Schaubild „Trump 2025“ veranschaulicht].

Durch die regelgebundene Funktionsweise des boerse.de-Marktphasen-Barometers haben wir alle seit Dezember 1999 entstandenen Aktienmarktkrisen bis heute systematisch in der gleichen Weise analysiert, wie vorangehend anhand des Ukraine- und Trump-Einbruchs gezeigt. Sollten Sie an diesen Auswertungen Interesse haben bzw. an der generellen Funktionsweise der regelgebundenen Vermögensverwaltung myChampionsPREMIUM (Mindestanlagebetrag: 500.000 Euro) interessiert sein, dann kann ich Ihnen unser gerade frisch aktualisiertes White Paper „myChampionsPREMIUM: Die Vermögensverwaltung nach institutionellen Standards“ wärmstens ans Herz legen, das Sie unter diesem LINK völlig kostenlos und unverbindlich anfordern können.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Erfolg bei Ihren Kapitalanlagen – und zwar unabhängig davon, ob Sie das Management selbst vornehmen oder die Verwaltung in die Hände eines externen Vermögensverwalters gelegt haben.

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Auf bald,

Ihr Hubert Dichtl




Seit dem Jahr 2021 ist Prof. Dr. Dichtl fachlicher Leiter des boerse.de Instituts, dem „Thinktank“ innerhalb der TM Unternehmensgruppe.

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