Relative Performance und das Gefühl für die Börse

Samstag, 16.03.19 08:00
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser, 

ich kenne keinen reichen Pessimisten, und Aktien-Abstinenzler sowie Börsen-Theoretiker bringen immer die gleichen langweiligen und grundfalschen Argumente – zu kompliziert, zu teuer, zu intransparent, zu spekulativ – gegen die Aktie als Anlageform. Das Geläster wird auch durch ständiges Wiederholen nicht korrekter, und das Zaudern vor der Börse ist heute natürlich das gleiche wie vor zehn Jahren oder vor drei Jahrzehnten.

Vor 20 Jahren war die Stimmung dagegen euphorisch, denn Ende der 1990er-Jahre befand sich Deutschland im Aktienfieber, wobei praktisch jeder Taxifahrer einen Tipp für den Neuen Markt parat hatte. Dabei lehrte uns schon Peter Lynch: „Wenn mich ein Taxifahrer nach einer Aktienempfehlung fragt, geht die Hausse richtig los. Wenn er aber anfängt, mir Aktien zu empfehlen, ist die Hausse vorbei.“ Insoweit hat die laufende Hausse noch viel vor sich, und ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass die Anlegergeneration, die sich in der New Economy eine blutige Nase geholt hat, irgendwann wieder zur Börse zurückfindet (wenn, dann vermutlich bei einem Dax über 30.000 in der zweiten Hälfte der 2020er-Jahre). Allgemein:

Die Aktien-Verweigerer überschätzen die kurzfristigen Anlagerisiken und unterschätzen die langfristigen Gewinnchancen, wobei diese verzerrte Wahrnehmung von der medialen Berichterstattung noch beständig befeuert wird. So sind die rund um den Globus kräftigen Kursgewinne seit Jahresanfang heute kaum ein Thema, während die Medien in einer Art falsch verstandenen Anlegerschutzes und einer guten Prise „Genuss“ sehr breit über die Kursrückgänge des vierten Quartals berichtet haben. Doch die sind eben „relativ“, wenn auch das Davor und das Danach betrachtet wird. Konkret:

Im vierten Quartal 2018 hatten unsere 100 Champions im Mittel zwar 12,6% verloren, aber seitdem schon wieder 10,6% gewonnen und sich in den sechs Monaten davor um 13,4% verbessert. Durch die Q4-Korrektur beträgt der Kursgewinn unserer Champions seit Anfang 2018 nun 9,2%, aber schon +34,9% gegenüber Anfang 2017. Seit 2016 haben Champions um +43,7% zugelegt, seit 2015 waren es +75,8% Gewinn, und seit Anfang 2014 – also in den vergangenen nicht ganz fünfeinviertel Jahren – haben sich Champions-Aktien mit +112% Kurszuwachs mehr als verdoppelt! Deshalb:

„Verluste“ haben eigentlich nur die Anleger erlitten, die in der jahrelangen Aufwärtsbewegung nicht investiert waren, dann unmittelbar vor dem Q4-Rückgang eingestiegen sind, in der Panik wieder verkauft und zugleich auch noch den anschließenden Wiedereinstieg verpasst haben. Gibt es solche Anleger wirklich? ... Vor einem schiefen Blickwinkel können eigentlich nur eigene Investments bewahren, zumal dann auch Dividendenausschüttungen sichtbar werden, die langfristig einen erheblichen Erfolgsbeitrag leisten. Sie müssen Nestlé & Co. einfach im Depot haben, um die Märkte zu spüren und die Chancen von Marktverwerfungen zu erfassen. Deshalb sollten Sie es sich auch überlegen, neben dem BCDI®-Zertifikat (WKN: DT0BAC) genauso den BCDI®-Aktienfonds (WKN: A2AQJY) sowie den neuen boerse.de-Weltfonds (A2JNZK) in das Depot aufzunehmen. Mir war es eine Herzensangelegenheit, beide Fonds ohne Ausgabeaufschlag zu konzipieren, was es Ihnen ermöglicht, ganz einfach Testkäufe vorzunehmen – und sei es nur, um ein Gefühl zu bekommen ...

Mit bester Empfehlung
Ihr

Thomas Müller
Herausgeber
boerse.de-Aktienbrief
Thomas Müller ist seit 1987 Verleger, Gründer und Vorstand der TM BÖRSENVERLAG AG, sowie Gründer und Vorstand der boerse.de Finanzportal AG. Börsenwissen,...
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