Sonnige Renditen? Warum Reiseaktien wie TUI, Lufthansa und Carnival Anlegern oft die Urlaubslaune verderben

Mittwoch, 29.07.26 10:00

Kaum ein Sommer ohne volle Flughäfen, ausgebuchte Hotels und Rekordzahlen bei Reiseveranstaltern – die Reiselust der Verbraucher scheint trotz geopolitischer Krisen und einer schwächeren Konjunktur ungebrochen. Für manche Anleger liegt deshalb der Gedanke nahe, mit Aktien von Unternehmen wie TUI, Lufthansa oder Carnival vom Urlaubstrend zu profitieren. Doch die boerse.de-Performance-Analyse zeigt: Bekannte Marken und ein boomender Markt reichen noch lange nicht für ein erfolgreiches Langfristinvestment.

Bekannte Marken, schwache Bilanz: TUI, Lufthansa und Carnival Corporation

Reiseaktien wecken bei vielen Anlegern erstmal positive Assoziationen – Urlaub, Fernweh, Erholung. Doch an der Börse zählen andere Kriterien als hohe Sympathiewerte. Die Performance-Kennzahlen der vergangenen zehn Jahre zeichnen für alle drei Titel ein wenig einladendes Bild:

TUI (geoPAK10: -20%, Gewinn-Konstanz 17%, Verlust-Ratio 5,85): Aktuell profitiert der Konzern zwar von einer starken Sommerbuchungssaison und dem laufenden Aktienrückkaufprogramm, doch geopolitische Spannungen im Nahen Osten sorgen für einen hohen Kursdruck. Unter anderem belasten die Ölpreise den Ausblick und eine längere Sperrung der Straße von Hormus könnte sogar zu den befürchteten Kerosinengpässen führen. Zudem macht die tiefrote Langfristperformance TUI unterm Strich zu einem klassischen Kapitalvernichter im Depot, was im boerse.de-Aktien-Rating der schlechtesten Note D entspricht.

Carnival Corporation: Mit jährlichen Kursverlusten von -6%, 31% Gewinn-Konstanz und einer Verlust-Ratio von 5,14 zählt der weltgrößte Kreuzfahrtkonzern ebenfalls zu den Kapitalvernichtern im Reisesektor. Zwar profitiert Carnival (boerse.de-Aktien-Rating D) vom anhaltenden Boom im Kreuzfahrtgeschäft, was sich in den jüngsten Rekord-Kundeneinzahlungen von rund acht Milliarden Dollar zeigte. Doch steigende Ölpreise infolge der Spannungen im Nahen Osten sind und bleiben ein struktureller Risikofaktor, der bei Kreuzfahrtreedereien besonders schwer wiegt.

Lufthansa: Angesichts einer geoPAK10 von lediglich 1% erwies sich der Kranich-Konzern (Gewinn-Konstanz 34%; Verlust-Ratio 3,52) in den vergangenen zehn Jahren als Depotbremser (boerse.de-Aktien-Rating B). Zwar konnte die Aktie in den vergangenen Monaten Boden gutmachen, doch das operative Ergebnis war im ersten Quartal 2026 mit rund -612 Millionen Euro erneut deutlich negativ. Dazu kommen anhaltende (Branchen-)Risiken: eine schwächere Konjunktur, geopolitische Krisen, dauerhaft hohe Treibstoffkosten, Streiks sowie ein intensiver Wettbewerb und regulatorische Vorgaben.

Trotz unterschiedlicher Geschäftsmodelle zeigt sich bei allen drei Unternehmen ein ähnliches Muster: Über einen Zeitraum von zehn Jahren überwogen die Verluste deutlich gegenüber den Gewinnen. Für Anleger, die Vermögen langfristig aufbauen möchten, sind das keine guten Voraussetzungen.

Im Gegensatz dazu zeichnen sich sogenannte Champions-Aktien per Definition durch eine hohe Gewinn-Konstanz, eine niedrige Verlust-Ratio und eine überzeugende Langfristperformance aus – also genau durch jene Eigenschaften, an denen es den drei Reiseaktien mangelt. Oder um beim Beispiel der Reisebranche zu bleiben: Hier wäre Booking Holdings ein Champions-Pendant: Der weltgrößte Online-Reisevermittler kommt auf eine geoPAK10 von 11%, eine Gewinn-Konstanz von 86% und eine Verlust-Ratio von 2,39.

Wer sein Depot auf diesem Qualitätsansatz aufbauen möchte, findet im boerse.de-Aktienbrief (hier kostenlos lesen) die aktuelle Auswahl der 100 Champions-Aktien – Unternehmen, die sich über Jahrzehnte hinweg durch eine überdurchschnittliche Anlagequalität ausgezeichnet haben.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre

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