TeamViewer-Aktie: Warum der Corona-Profiteur massiv an Wert verloren hat

Donnerstag, 14.10.21 16:57
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

es ist noch gar nicht so lange her, da war das Homeoffice praktisch alternativlos – und TeamViewers aktientechnischer Höhenflug kaum zu stoppen. Doch kaum kehren Arbeitnehmer peu à peu wieder ins Büro zurück, schon verzeichnet der einstige Corona-Gewinner herbe Einbußen. Seit Jahresbeginn verlor die Aktie des Anbieters von Software für Fernwartungen und Videokonferenzen, die in der Spitze knapp 56 Euro gekostet hat, rund 68% an Wert. Vor allem, als das Unternehmen am 6. Oktober 2021 seine Erwartungen für das Gesamtjahr überraschend deutlich gesenkt hatte, zogen viele Anleger die Reißleine. Im Zuge desssen brach der Aktienkurs fast um die Hälfte ein. Sogar im Vergleich zum Börsengang Ende September 2019 zu 26,25 Euro pro Anteilsschein hat die TeamViewer-Aktie, die aktuell rund 14 Euro kostet, massiv eingebüßt. Liegt hierin vielleicht eine historische Chance für Schnäppchenjäger oder fehlt der TeamViewer-Aktie auch langfristig die Perspektive?

Schluss mit der Corona-Sonderkonjunktur
TeamViewers Software für Videomeetings und zur Ferndiagnose- bzw. Wartung von Computern war während der Corona-Krise bei Firmen, die Probleme der Homeoffice-Belegschaft „auf Abstand” lösen mussten, äußerst beliebt.

Doch nicht alle Pandemie-Neukunden sind bei TeamViewer geblieben, wobei der Rückgang sogar noch größer war, als das Management erwartet hatte. Entsprechend enttäuschend fielen die jüngsten Q3-Zahlen aus: Die in Rechnung gestellten Umsätze („Billings”) wuchsen nur um knapp 18% (126 Millionen Euro) und damit weniger als im Vorjahr. Auch die Ebitda-Marge lag im Q3 bei lediglich 34%.

Aufgrund dessen senkte das Management die Gesamtjahresprognose. Die „Billings” sollen nun zwischen 535 und 555 Millionen Euro liegen. Zuletzt hatte das Management 585 bis 605 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Bei der operativen Marge rechnet TeamViewer nun mit einer Zielspanne von 44% bis 46%, nachdem der Vorstand zuletzt noch von 49% bis 51% ausgegangen war.

Augmented Reality soll’s richten
Doch es gibt auch positive Nachrichten, die Investoren etwas optimistischer stimmen: Die Göppinger erschließen ein neues Geschäftsfeld und werden künftig mit Google kooperieren, um Augmented-Reality-Lösungen für Unternehmen zu entwickeln. Eine erste Anwendung für Supermärkte und Einzelhändler ist bereits geplant: Mit „Assisted Order Picking“ können Mitarbeiter, die die „Google Glass”-Brille tragen, Waren erkennen, scannen, erfassen und ggf. bestellen. Damit sich der Bestand in Echtzeit aktualisiert, sei die Anwendung an die Auftragsabwicklung der Einzel- und Lebensmittelhändler gekoppelt, was einen erheblichen Effizienzgewinn bedeute.

Doch im Augmented-Reality-Segment tummeln sich bereits zahlreiche, namhafte Konkurrenten: Vorreiter bei den AR-Brillen für den privaten Gebrauch ist Snap Inc. (bekannt durch Snapchat) mit der bereits erhältlichen „Spectacles"- Brille. Facebook und Apple arbeiten an ähnlichen Projekten, und Microsoft ist schon groß im AR-Geschäft: Der Champion sicherte sich im April 2021 einen 22 Milliarden Dollar Deal über 20.000 Hololens-Brillen für das US-Militär.

In den vergangenen Wochen sind zahlreiche, ehemalige Corona-Gewinner an den Börsen deutlich unter Druck geraten. Anleger nahmen Gewinne mit und schichteten Kapital in Unternehmen um, die von einer Konjunkturerholung profitieren. So zum Beispiel die genannten Champions und TeamViewer-Konkurrenten Google (Alphabet), Apple und Microsoft, deren Kursverläufe seit über zehn Jahren primär eine Richtung kennen: aufwärts.

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Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

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