Tesla: Die Gerüchteküche brodelt!

Mittwoch, 26.06.19 10:31
Tesla-Ladesäule
 
Die Tesla-Aktie verlor gestern nachbörslich rund 1,7 Prozent. Medienberichten zufolge soll der Elektroautobauer das von Unternehmenschef Elon Musk Mitte Juni prophezeite “Rekordquartal”  verfehlen. Mal wieder.

Enttäuschte Erwartungen
Zwar gibt es dazu von Tesla noch keine offizielle Stellungnahme, doch es ist gut möglich, dass der Branchenblog "Electrek" mit seiner Vermutung Recht behält: bislang habe das Unternehmen im Heimatmarkt Nordamerika im zweiten Quartal lediglich rund 49.000 E-Autos ausgeliefert. 12.000 zusätzliche Bestellungen seien noch vorhanden, sodass Tesla zum Quartalsende auf rund 61.000 Auslieferungen kommen könnte. Aber ob das reichen wird, um an den Rekord vom vergangenen Jahresviertel (90.700 Autos) anzuknüpfen? Tesla macht sein Hauptgeschäft immer noch in den USA. Deshalb erachten es Insider als unwahrscheinlich, dass die Geschäfte jenseits Nordamerikas gut genug liefen, um den Rückstand zu kompensieren - oder gar dem Auslieferungsziel nahezukommen: in Q2 2019 will Tesla 90.000 bis 100.000 Elektroautos auf die Straße bringen. Ambitiös, denn bereits im Auftaktquartal waren die Auslieferungen um 31 Prozent auf 63.000 Stück eingebrochen. Im Gesamtjahr will Tesla nach früheren Unternehmensprognosen 360.000 bis 400.000 Fahrzeuge absetzen.

Wenig später kursierte gestern in den Medien eine Email von Elon Musks an seine Mitarbeiter: „Wir haben bereits genug Fahrzeugbestellungen, um einen Rekord aufzustellen, doch die richtigen Autos sind noch nicht alle am richtigen Ort“, sagte Musk. „Logistik und die endgültige Auslieferung sind extrem wichtig, ebenso wie es wichtig ist, Kunden für Fahrzeugvarianten zu finden, die lokal verfügbar sind, aber nicht diejenigen vor Ende des Quartals erreichen können, die diese Varianten bestellt haben.“ Könnte knapp werden...

Tesla greift in die Trickkiste
Seit Teslas Geburtsstunde zieht Elon Musk Investoren mit dem immer gleichen Zaubertrick in seinen Bann: er macht großspurige Versprechungen, die wenig später aufgrund der ernüchternden Faktenlage wieder revidiert werden müssen. Und schuld sind meist “logistische Probleme” oder “saisonale Trends”. Wie lange Elon Musk Anleger mit dieser Taktik noch hinhalten kann, ist fraglich - zumal die Faktenlage eine deutliche Sprache spricht: zu Jahresbeginn schlug ein Nettoverlust von 702 Millionen zu Buche. Die Tesla-Aktie verlor seit Januar rund 30 Prozent an Wert, während der Vergleichsindex Nasdaq 22 Prozent gewann. Auch die Gesamtmarktlage ist angespannt: im Heimatmarkt USA könnten die Subventionen für Elektroautos reduziert bzw. komplett abgeschafft werden. Um dennoch den Verkauf anzukurbeln, müsste Tesla zu weiteren Preissenkungen greifen. In Anbetracht der Tatsache, dass der Hoffnungsträger Model 3 schon jetzt verbilligt angeboten wird, muss Elon Musk vermutlich andere Optionen ausloten um sich auf dem hart umkämpften Elektroauto-Markt dauerhaft behaupten zu können.

Selbst die Analysten großer Investmentbanken sind sich momentan uneinig darüber, welches Kursziel für Tesla “realistisch” wäre. Deshalb: verbrennen Sie sich nicht die Finger, sondern informieren Sie sich über die Aktien-Favoriten für einen wirklich “heißen” Börsen-Sommer: Ihr Gratis-Sonderreport “Die Sommer-Favoriten 2019” liegt schon für Sie bereit!

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

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