Thyssenkrupp: Gute Zahlen, aber...

Mittwoch, 14.02.18 14:29
Die Thyssenkrupp-Aktie ist so volatil, wie das Stahlgeschäft des Dax-Konzerns selbst. Trotz kurzer Aufschwünge wie zuletzt im Sommer 2017, als die Thyssen-Aktie bei 26,70 Euro notierte, (momentaner Preis: rund 22,70 Euro) steht sowohl kurz- als auch langfristig ein rotes Minuszeichen vor der Kursrendite: -0,58 Prozent heute, -3,35 Prozent seit Jahresbeginn, -31,40 Prozent innerhalb der vergangenen zehn Jahre. Ob die vor Handelsbeginn veröffentlichten Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2017/18 die lang ersehnte Trendwende einläuten?

Stahlgeschäft im Lift
Zumindest die positive Bilanz und das blühende Aufzug-Geschäft könnten das suggerieren. So stieg das bereinigte operative Ergebnis von Thyssenkrupp im Vergleich zum Vorjahr um 52 Prozent auf 444 Millionen Euro. Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 78 Millionen Euro, nach acht Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, wobei ausgerechnet Thyssen-Chef Heinrich Hiesingers Achillesferse, die “alte” Stahl- und Aufzugsparte, den Löwenanteil zum Ergebnis beitrug: das bereinigte operative Ergebnis aus dem Metall-Geschäft stieg von 28 Millionen auf 160 Millionen Euro, das Resultat der Lift-Sparte verbesserte sich um drei Prozent auf 220 Millionen Euro.

Eine Entwicklung, die Hiesinger eher nüchtern betrachtet, denn “der nächste Abschwung kommt bestimmt”. Aufgrund der anhaltenden Überkapazität und der zunehmenden Billigstahl-Konkurrenz aus China ist das Stahlgeschäft besonders zyklisch. Um Thyssenkrupp in diesem schwierigen Marktumfeld ein stabileres Fundament zu verleihen, arbeitet Hiesinger mit Nachdruck an neuen Erlösquellen und der internen Umstrukturierung.

Umbau läuft rund
Der Konzernchef will Thyssenkrupp in einen Industriekonzern verwandeln - weg vom Stahl, hin zum Technologiegeschäft und Anlagenbau. Deshalb konzentriert sich Hiesinger auf Kostensenkungen und die geplante Fusion mit dem Konkurrenten Tata Steel, mit der Thyssen laut Hiesinger “gut vorankommt”. Bis Ende des Jahres soll die ungeliebte Stahlsparte mit dem Geschäft des indischen Wettbewerbers fusioniert werden. Mit 48.000 Beschäftigten entstünde dann der zweitgrößte, europäische Stahlkocher nach ArcelorMittal.

Zukunft bleibt ungewiss
Doch trotz der visionären Umbauarbeiten bei Thyssenkrupp bleiben einige Unsicherheitsfaktoren, die Anleger beachten sollten. Zum einen ist und bleibt das Stahlgeschäft, wie auch Heinrich Hiesinger selbst schon bekräftigte, äußerst volatil. Zum anderen kämpft Thyssenkrupps Hoffnungsträger Großanlagenbau im ersten Quartal mit einem Gewinnrückgang auf zwölf Millionen Euro nach zuletzt 42 Millionen Euro. Konzernchef Hiesinger versicherte zwar, dass “die im letzten Geschäftsjahr eingeleitete Restrukturierung noch im laufenden Jahr eine spürbare Ergebnisverbesserung bringe“, doch die Investoren scheinen davon nicht ganz überzeugt zu sein und schicken die Thyssenkrupp-Aktie heute entgegen des positiven Marktumfeldes ins Minus.

Der Negativtrend der Thyssen-Aktie setzt sich also trotz überwiegend guter Zahlen und dem optimistischen Geschäftsausblick der Konzernleitung weiter fort. Eine Entwicklung, die den Anlegern Nerven aus Stahl abverlangt. Wenn Sie dagegen lieber in Aktien mit steigender Kursrendite und unterdurchschnittlichen Risiken investieren, dann informieren Sie sich jetzt gratis über die sichersten und langfristig erfolgreichsten Aktien der Welt - unsere Champions!

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

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