Rosenheim (boerse.de) – Die Wendepunkte an den Märkten sollten laut den Experten des Trendbrief Chartanalyst/Optionsbrief (TCO) nicht mehr allzu weit entfernt sein. Da bislang jedoch eine Kapitulation der Marktteilnehmer ausgeblieben ist, rät der TCO zur Vorsicht. Daher gelte es vorerst, die Put-Gewinne weiter auszureizen und die Stops immer wieder nachzuziehen. Konkret schreiben die Technischen Analysten des TCO:
"Seit der vorigen Ausgabe sind die Aktienmärkte
abermals kräftig ins Rutschen gekommen.
Denn im Mittel wurden 3,7% abgegeben,
wobei lediglich die drei US-Barometer
aufgrund der gestrigen Kursgewinne
ein positives Ergebnis erzielten. Am
besten hielt sich der Nasdaq mit einem
Anstieg um 1,4%, während der ATX mit
-9,4% am heftigsten wegbrach. Die Folge:
Die Technik bleibt dementsprechend
natürlich weiterhin völlig zerstört. Nachdem
nun auch der CECE unter seinen GD20
gedreht hat, befinden sich sämtliche 17
Hauptmärkte in allen Zeithorizonten in Abwärtstrends.
Zudem notiert das Aktienbarometer
inzwischen bei nur noch 15%.
Derartige Extremkonstellationen sind stets
in der Nähe von wichtigen unteren Umkehrpunkten
zu beobachten. Für eine bevorstehende
Trendwende spricht zudem, dass
die Märkte massivst überverkauft sind.
Denn der durchschnittliche negative Abstand
zu den 200-Tage-Linien beträgt mittlerweile
14,4%. Solche Übertreibungen
gab es in den vergangenen sieben Jahren
lediglich drei Mal. Zuletzt betrug die Differenz
zum langfristigen Durchschnittskurs
im Frühjahrs-Crash kurzzeitig mehr als -
10%, worauf eine 20%-Erholung folgte.
Davor waren die Indizes unmittelbar vor der
Ausbildung der Tiefs im Frühjahr 2003 sowie
nach den Terroranschlägen vom 11.
September 2001 ähnlich weit unter ihren
GD200 gerauscht. Dazu kommt:
Allein seit den Mai-Tops sind die Börsen
ohne jegliche Gegenwehr um durchschnittlich
18% eingebrochen. Dabei beendete
der Dax bspw. jede der zurückliegenden
sechs Wochen mit einem Minus (insgesamt
-7,5%). Eine vergleichbar lange Verlust-
Strecke, die voraussichtlich morgen
beendet wird, gab es nicht einmal in der
Jahrhundert-Baisse! Eine technische
Gegenreaktion auf diese Negativ-Serie ist
daher überfällig. Dabei fehlt jedoch noch
ein wichtiges Mosaiksteinchen, um damit
auch eine markante mittelfristige Trendwende
einzuleiten. Konkret:
Bislang steht die für einen finalen Ausverkauf
typische Kapitulation noch aus. Die
Umsätze liegen z.B. trotz der jüngsten drastischen
Kurseinbußen deutlich unter den
Peaks der Sommer-Korrekturen 2006 bzw.
2007 sowie der Einbrüche vom Januar und
März. Zudem erscheinen insbesondere die
Research-Abteilungen der Banken - die
sich sonst stets als ausgezeichneter
Kontraindikator erweisen - noch viel zu optimistisch.
So schwanken deren Ultimo-
Prognosen für den Dax laut einer Handelsblatt-
Befragung aus Kalenderwoche 28
zwischen 6500 und 8200 Zählern. Im Mittel
rechnen die Banker bis zum Jahres-
wechsel mit einer Rallye um 16% auf 7400
Punkte. Das bedeutet:
Für das Ausbilden wichtiger Wendemarken,
wäre noch eine finale Panikreaktion
wünschenswert. Solange diese ausbleibt,
besteht die Gefahr, dass der scheibchenweise
Ausverkauf noch bis August/September
anhält. Doch so oder so:
Die Märkte sind inzwischen mindestens
so ausgebombt wie im Frühjahr 2003,
sodass nach unten nicht mehr viel möglich
ist. Durch die Trendwende werden sich
dann insbesondere mittel- und langfristig
phantastische Gewinnchancen auf der
Hausse-Seite eröffnen. Zumal:
Die Deutschen sind hinlänglich als Sparweltmeister
bekannt und haben mittlerweile
die Rekordsumme von über 4,6 Billio-
nen Euro auf der hohen Kante. Davon wird
wiederum mehr als ein Drittel in niedrig
verzinsten Spar-, Sicht- und Termineinlagen
sowie als Bargeld geparkt, während
Aktieninvestments weniger als 9% ausmachen mit weiter sinkender Tendenz. Doch:
Angesichts der immer stärker anziehenden
Inflationsraten wird auf diese Weise
kein Kapital aufgebaut, sondern vernichtet.
Die logischen Umschichtungen zugunsten
von Aktieninvestments werden jedoch
nur nach und nach erfolgen. Einen ersten
Anstoß dürfte die immer näher rückende
Abgeltungssteuer liefern. Somit wäre es
verwunderlich, wenn im vierten Quartal eine
Rallye ausbliebe. Doch der Großteil der unrentabel
gehorteten Billionen wird - leider
wie immer - erst dann an die Aktienmärkte
fließen, wenn die Börsen wieder deutlich
höher notieren als heute. Dies stimmt jedoch
zuversichtlich, dass die nächste Rallye
bis 2009/2010 anhalten wird. Zurück
zur aktuellen Strategie:
Bis die Märkte ihre Wendepunkte gefunden
haben, lautet unsere Devise nach wie
vor „Safety first!“, d.h. ein dickes Liquiditätspolster
zu halten. Trotz der massiv überverkauften
Märkte empfehlen wir Ihnen, als
Trendfolger an den bestehenden Baisse-
Engagements, die bis zu 80% im Gewinn
liegen, festzuhalten. Dabei sind die Stops
zur Gewinnabsicherung entsprechend den
Vorgaben im täglichen E-Mail-Service TTM
konsequent immer wieder nachzuziehen.
Gewinnchancen auf der Hausse-Seite winken
derzeit in erster Linie bei den Rohstoffen,
wofür Sie sich mit Rohstoff-Calls bereits
weitgehend in Stellung gebracht haben.
Wir planen unsere Engagements hier
in den kommenden Wochen mit Investments
in ausgesuchte Minenwerte gezielt
zu verstärken.“
TCO-Fazit
Die Analyse des TCO schließt mit dem Fazit: "Die Wendepunkte können nicht mehr
weit entfernt sein. Doch das Restrisiko
besteht in der nach wie vor fehlenden
Kapitulation der Marktteilnehmer. Bis klare
Wendemarken erkennbar werden, bleiben
daher unverändert ein hoher Cashbestand
und das konsequente Adjustieren
der Stop-Marken bei den Baisse-Positionen
oberstes Gebot."
Der TCO kann kostenlos hier gestestet werden.