Trendbrief Chartanalyst/Optionsbrief: "Put-Gewinne ausreizen und Stops immer wieder nachziehen"

Freitag, 18.07.08 08:11

Rosenheim (boerse.de) – Die Wendepunkte an den Märkten sollten laut den Experten des Trendbrief Chartanalyst/Optionsbrief (TCO) nicht mehr allzu weit entfernt sein. Da bislang jedoch eine Kapitulation der Marktteilnehmer ausgeblieben ist, rät der TCO zur Vorsicht. Daher gelte es vorerst, die Put-Gewinne weiter auszureizen und die Stops immer wieder nachzuziehen. Konkret schreiben die Technischen Analysten des TCO:

"Seit der vorigen Ausgabe sind die Aktienmärkte abermals kräftig ins Rutschen gekommen. Denn im Mittel wurden 3,7% abgegeben, wobei lediglich die drei US-Barometer aufgrund der gestrigen Kursgewinne ein positives Ergebnis erzielten. Am besten hielt sich der Nasdaq mit einem Anstieg um 1,4%, während der ATX mit -9,4% am heftigsten wegbrach. Die Folge:

Die Technik bleibt dementsprechend natürlich weiterhin völlig zerstört. Nachdem nun auch der CECE unter seinen GD20 gedreht hat, befinden sich sämtliche 17 Hauptmärkte in allen Zeithorizonten in Abwärtstrends. Zudem notiert das Aktienbarometer inzwischen bei nur noch 15%. Derartige Extremkonstellationen sind stets in der Nähe von wichtigen unteren Umkehrpunkten zu beobachten. Für eine bevorstehende Trendwende spricht zudem, dass die Märkte massivst überverkauft sind.

Denn der durchschnittliche negative Abstand zu den 200-Tage-Linien beträgt mittlerweile 14,4%. Solche Übertreibungen gab es in den vergangenen sieben Jahren lediglich drei Mal. Zuletzt betrug die Differenz zum langfristigen Durchschnittskurs im Frühjahrs-Crash kurzzeitig mehr als - 10%, worauf eine 20%-Erholung folgte. Davor waren die Indizes unmittelbar vor der Ausbildung der Tiefs im Frühjahr 2003 sowie nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 ähnlich weit unter ihren GD200 gerauscht. Dazu kommt:

Allein seit den Mai-Tops sind die Börsen ohne jegliche Gegenwehr um durchschnittlich 18% eingebrochen. Dabei beendete der Dax bspw. jede der zurückliegenden sechs Wochen mit einem Minus (insgesamt -7,5%). Eine vergleichbar lange Verlust- Strecke, die voraussichtlich morgen beendet wird, gab es nicht einmal in der Jahrhundert-Baisse! Eine technische Gegenreaktion auf diese Negativ-Serie ist daher überfällig. Dabei fehlt jedoch noch ein wichtiges Mosaiksteinchen, um damit auch eine markante mittelfristige Trendwende einzuleiten. Konkret:

Bislang steht die für einen finalen Ausverkauf typische Kapitulation noch aus. Die Umsätze liegen z.B. trotz der jüngsten drastischen Kurseinbußen deutlich unter den Peaks der Sommer-Korrekturen 2006 bzw. 2007 sowie der Einbrüche vom Januar und März. Zudem erscheinen insbesondere die Research-Abteilungen der Banken - die sich sonst stets als ausgezeichneter Kontraindikator erweisen - noch viel zu optimistisch. So schwanken deren Ultimo- Prognosen für den Dax laut einer Handelsblatt- Befragung aus Kalenderwoche 28 zwischen 6500 und 8200 Zählern. Im Mittel rechnen die Banker bis zum Jahres- wechsel mit einer Rallye um 16% auf 7400 Punkte. Das bedeutet:

Für das Ausbilden wichtiger Wendemarken, wäre noch eine finale Panikreaktion wünschenswert. Solange diese ausbleibt, besteht die Gefahr, dass der scheibchenweise Ausverkauf noch bis August/September anhält. Doch so oder so: Die Märkte sind inzwischen mindestens so ausgebombt wie im Frühjahr 2003, sodass nach unten nicht mehr viel möglich ist. Durch die Trendwende werden sich dann insbesondere mittel- und langfristig phantastische Gewinnchancen auf der Hausse-Seite eröffnen. Zumal:

Die Deutschen sind hinlänglich als Sparweltmeister bekannt und haben mittlerweile die Rekordsumme von über 4,6 Billio- nen Euro auf der hohen Kante. Davon wird wiederum mehr als ein Drittel in niedrig verzinsten Spar-, Sicht- und Termineinlagen sowie als Bargeld geparkt, während Aktieninvestments weniger als 9% ausmachen mit weiter sinkender Tendenz. Doch:

Angesichts der immer stärker anziehenden Inflationsraten wird auf diese Weise kein Kapital aufgebaut, sondern vernichtet. Die logischen Umschichtungen zugunsten von Aktieninvestments werden jedoch nur nach und nach erfolgen. Einen ersten Anstoß dürfte die immer näher rückende Abgeltungssteuer liefern. Somit wäre es verwunderlich, wenn im vierten Quartal eine Rallye ausbliebe. Doch der Großteil der unrentabel gehorteten Billionen wird - leider wie immer - erst dann an die Aktienmärkte fließen, wenn die Börsen wieder deutlich höher notieren als heute. Dies stimmt jedoch zuversichtlich, dass die nächste Rallye bis 2009/2010 anhalten wird. Zurück zur aktuellen Strategie:

Bis die Märkte ihre Wendepunkte gefunden haben, lautet unsere Devise nach wie vor „Safety first!“, d.h. ein dickes Liquiditätspolster zu halten. Trotz der massiv überverkauften Märkte empfehlen wir Ihnen, als Trendfolger an den bestehenden Baisse- Engagements, die bis zu 80% im Gewinn liegen, festzuhalten. Dabei sind die Stops zur Gewinnabsicherung entsprechend den Vorgaben im täglichen E-Mail-Service TTM konsequent immer wieder nachzuziehen. Gewinnchancen auf der Hausse-Seite winken derzeit in erster Linie bei den Rohstoffen, wofür Sie sich mit Rohstoff-Calls bereits weitgehend in Stellung gebracht haben. Wir planen unsere Engagements hier in den kommenden Wochen mit Investments in ausgesuchte Minenwerte gezielt zu verstärken.“

TCO-Fazit


Die Analyse des TCO schließt mit dem Fazit: "Die Wendepunkte können nicht mehr weit entfernt sein. Doch das Restrisiko besteht in der nach wie vor fehlenden Kapitulation der Marktteilnehmer. Bis klare Wendemarken erkennbar werden, bleiben daher unverändert ein hoher Cashbestand und das konsequente Adjustieren der Stop-Marken bei den Baisse-Positionen oberstes Gebot."

Der TCO kann kostenlos hier gestestet werden.


Unsere Mission