Von Aktienquoten und Riestern

Mittwoch, 02.06.21 10:13
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

ein polnisches Sprichwort heißt „lieber spät als gar nicht“. So kann wohl das Bestreben von manchen Finanzunternehmen ansehen, die sich dazu entschlossen haben, bei ihren Produkten zur Riester-Rente künftig stärker auf Aktien zu setzen.

Man will entsprechend bei Riester-Fondssparplänen die Aktienquote erhöhen, damit vor allem jüngere Kunden auf einen solchen Vertrag als Teil ihrer Altersvorsorge anspringen. Nun könnten wir zum einen sagen: „Wird auch Zeit“ – denn Aktien sind nachweislich in Hinblick auf einen längeren Anlagehorizont die erfolgreichste Asset-Klasse überhaupt. Da macht es mehr als Sinn, einen Riester-Vertrag mit einer höheren Aktienquote auszustatten. Auf der anderen Seite könnte man nun aber auch kritisch werden und sagen: Das Ganze kommt (viel) zu spät und es wird lediglich versucht, ein Finanzprodukt doch noch irgendwie zu retten. Denn:

Es will kaum einer noch einen Riester-Vertrag ...

Die Riester-Rente steht mehr oder weniger vor dem Aus. Es gibt 2021 kaum noch Neuverträge und da die geplante Reform gescheitert ist, wird sich auch die Zahl der Anbieter weiter verringern. Einem Riester-Kunden, der über Jahrzehnte hinweg kontinuierlich monatlich in einen Vertrag einzahlt, am Ende nur eine mickrigen Garantiezins zu geben - das ist schlicht zu wenig. Inwieweit die großen Anbieter künftig Riester-Produkte an Neukunden verkaufen können, bleibt abzuwarten. Fakt ist:

Um die Börse kommt definitiv keiner herum, wenn es um die persönliche Altersvorsorge geht. Doch dafür benötigen Sie keinen Riester-Vertrag – auch wenn dieser teilweise sicher für den einen oder anderen steuerliche Vorteile hat. Monatlich Sparen mit einem transparenten Finanzprodukt können Sie jederzeit. Sie wissen:

Beide boerse.de-Fonds sind sparplanfähig, und Sie können jederzeit ihre finanzielle Zukunft mitgestalten, indem Sie selbst entscheiden, ob Sie die monatliche Sparrate erhöhen und reduzieren wollen. So oder so – den langfristigen Vermögensaufbau selbst in die Hand zu nehmen und das Ganze über ein Fonds-Engagement zu machen – es macht Sinn, und Sie sind gewiss auch nicht alleine. Das haben gerade im ersten Quartal 2021 sehr viele Anleger getan. Die jüngsten Zahlen des Branchenverbands BVI zeigen es auf. Konkret:

Weg zum Erfolg führt über die Börse

Den Fondsgesellschaften in Deutschland flossen im ersten Quartal 2021 netto 59,9 Milliarden Euro neue Mittel zu. Das ist den Angaben zufolge das beste Neugeschäft von Anfang Januar bis Ende März seit sechs Jahren. Einer der Absatztreiber waren Aktienfonds. In diese haben Anleger netto 22,8 Milliarden Euro investiert. Das bedeutet:

Immer mehr Menschen haben wohl erkannt (vielleicht weil sie auch in der Corona-Pandemie mehr Zeit hatten sich damit zu beschäftigen), dass es wichtig ist, die Altersvorsorge und den damit einhergehenden Vermögensaufbau richtig anzugehen. Der Weg hierzu führt langfristig über die Börse und das am besten mit einer defensiven und regelbasierten Anlagepolitik.

In diesem Sinne,
weiterhin viel Erfolg und Spaß bei der Geldanlage!

Ihr
Christoph A. Scherbaum
Finanzjournalist und Börsen-Fan

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