Warten auf den nächsten Schub

Montag, 19.06.17 17:27
Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

bei Durchsicht der einschlägigen Medien sticht der Begriff Sommer-Rallye hervor, für den es schon aus saisonalen Gründen höchste Zeit wird, wieder in den Mittelpunkt des Geschehens zu rücken. Tatsächlich sind die Chancen für höhere Kurse in den kommenden Wochen nicht schlecht. Die Europa-Indizes könnten die Verluste seit den Index-Höchstständen vom Mai wettmachen oder die Verlaufshochs sogar übertreffen. Der Dax spielt mit seinen Rekorden hier in einer eigenen Liga. An der Wall Street hat der Dow Jones vorige Woche Bestmarken gesetzt. Die Aktien-Hausse scheint gut verankert zu sein. Doch ist die Sommer-Rallye keineswegs eine selbstverständliche Übung. Die Börsen richten sich nicht nach medialen Schlagzeilen. Wenn wir schon bei der Statistik sind: Der Juli ist öfters ein kritischer Börsenmonat. Und der August hat einen positiven Leumund, worauf wir für 2017 jetzt vorab aber nicht unbedingt wetten würden.

Kurse in der Schwebe

Jedenfalls sortieren sich die Indizes gegenwärtig wieder einmal neu (siehe Rubrik Marktanalyse). Das heißt: Es stehen Entscheidungen an, wohin die Reise geht. Interessanterweise sollen zwei durch ihre meist baissige Haltung aufgefallene „Supergurus“ wie der renommierte Crash-Prophet und US-Professor Robert Shiller sowie der nicht minder bekannte Marc Faber, ein profunder Asien-Kenner, ausgerechnet jetzt ins Lager der Haussiers gewechselt sein. Shiller sagt, US-Aktien seien im historischen Schnitt relativ teuer. Das erklärt die Mehrheit der Fondsmanager übrigens auch. Aber die Bewertung allein sei für das Timing meist nicht ausschlaggebend. Es sei denn, es käme zu Auswüchsen wie während der New Economy vor 17 Jahren oder anlässlich der Immobilienblase mit dem US-Banken-Crash 2007, den Shiller vorhersagte. Faber stellt fest, dass die Großanleger in den Dritte-Welt-Ländern noch unterinvestiert seien.

Entscheidungen fällig

Natürlich darf in keiner solcher Stellungnahmen der Hinweis auf das mitlaufende Risiko fehlen. Da wären wir beim Repertoire des „normalen“ Analysten. Die Mehrzahl folgt dem Drehbuch, dessen Titel lautet „the trend is your friend“. Und die Aufwärtstrends sind bekanntlich durch die Bank intakt. Allerdings sollte man die Charts im Auge behalten. Ein Index-Gipfel entsteht nicht von heute auf morgen, aber gerade 2017 könnte sich eine solche Formation bilden – oder zumindest die Anfänge davon. Um nicht überrascht zu werden, gilt es besonders auf die US-Konjunktur zu achten, deren Tempo offenbar nachlässt. Wobei die US-Notenbank (Fed) bei ihrem Fahrplan weiterer Zinserhöhungen bleibt, wie vorige Woche mitgeteilt. In der Eurozone, England, Japan und der Schweiz sind die Leitzinsen auf ihrem tiefen Stand belassen worden. Also keine Überraschungen, aber auch keine Impulse. Diese Woche gibt es die neuen Einkaufsmanager-Indizes sowie die Bilanzen und Ausblicke von Konzernen wie Adobe, FedEx und Oracle.

Viel Erfolg mit Ihren Investments
Ihr

Gerhard Mahler
Chefredakteur  
Kurzfrist-Trader

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