Warum ein ETF-Investment für Anleger gefährlich sein kann

Dienstag, 03.05.22 16:51
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

deutsche Anleger lieben Sicherheit, eine Geldanlage an der Börse muss sicher sein und soll möglichst null Risiko beinhalten. Keiner möchte Geld verlieren. Viele Anleger gehen deshalb den persönlichen Vermögensaufbau mit einer Vielzahl von ETFs an. Noch vor 15 Jahren habe ich das verstanden und zum Teil für gut befunden. Konkret:

Die Einführung der Indexfonds, der ETFs (Exchange Traded Fund), um die Jahrtausendwende war sicherlich eine der spannendsten Produktneuerungen für deutsche Anleger gewesen. Ganz einfach und augenscheinlich mit wenigen Kosten verbunden in einen Index wie beispielsweise den Dax oder den Dow Jones investieren, noch dazu ganz ohne irgendeinen Fondsmanager. 

Marktmacht der ETF-Anbieter nimmt zu



Die Idee war sexy und hatte zuvor im großen Anlegerland USA schon seit den 1970er-Jahren viele Investoren begeistert. Heute bin ich jedoch der Meinung, dass es bessere Optionen im großen Anlage-Universum gibt, um Kapital langfristig an der Börse anzulegen. Denn:

Im vergangenen Jahr belief sich das weltweite ETF-Volumen auf mehr als 10 Billionen US Dollar. Dabei dominiert die US-Investmentgesellschaft Blackrock mit der Produktgruppe iShares den Markt. BlackRock bietet mithilfe von iShares mittlerweile über 900 ETFs an und verwaltet somit weltweit ein Vermögen von mehr als 2 Billionen US Dollar in ETFs. Allein in Europa behauptet der amerikanische Asset Manager damit etwa die Hälfte des gesamten ETF-Marktes für sich. 

Wenn man den großen Anbieter der ETF-Branche Glauben schenken mag, dann wird sich das Volumen in den nächsten Jahren fast verdoppeln – und dies aus einem ganz einfachen Grund:

ETFs können Kursentwicklungen beeinflussen



Die Anlageklasse ETF ist für viele Menschen rund um den Globus augenscheinlich so einfach aufgebaut, um mit ihr (beispielsweise mit einem Sparplan) fürs Alter vorzusorgen. Doch es ist auch ein bisschen Vorsicht geboten. Wo viel Geld ist, kann auch viel bewegt werden. Konkret:

Da das weltweite ETF-Volumen über die Jahre mittlerweile so stark zugenommen hat, ist dieses in der Lage, Kursentwicklungen massiv zu beeinflussen. Anders formuliert: Wenn wir an den Börsen in einer Phase von länger andauernden Kursrückgängen sind, wird nicht selten das Gros der Anleger nervös und verkauft auch ETF-Anteile am Index X oder Y. Damit kann der Abwärtstrend eines Index noch einmal verstärkt werden. 

Was mir ebenfalls Sorge in Bezug auf ETFs bereitet, ist die Tatsache, dass wir am Markt schon seit Jahren ein wahres Oligopol haben. Vom weltweiten ETF-Markt sind mehr als 70 Prozent des Volumens in der Hand einer guten Handvoll Anbieter. So eine Macht kann am Ende eben auch zu massiven Kursentwicklungen führen. 

Ein ETF ist wahrlich für den langfristigen Vermögensaufbau kein Allheilmittel, vor allem nicht gegenüber einem Aktienfonds mit einer transparenten und regelbasierten Strategie. Denn:

Kein Anleger braucht Bremsklötze im Depot



Ein ETF ist nur so gut, wie sich die einzelnen Aktien eines Index zusammen entwickeln. Was nützt einem Anleger ein ETF auf einem Index mit 30 Aktien, in welchem beispielsweise zwar zehn Werte gut performen, aber vier wiederum sich als katastrophale „Bremsklötze“ erweisen und der Rest auch nur Mittelmaß ist. 

Am Ende wird so die persönliche Rendite des Investors automatisch gedrückt und das oft genannte Argument, ETFs wären wegen der günstigen Kosten so attraktiv, hat auch keinen Bestand mehr. Wie sagte einst schon die US-Börsenlegende Warren Buffett: „Lege alle Deine Eier in einen Korb, doch achte ganz genau auf diesen Korb!“

In diesem Sinne,

weiterhin viel Erfolg und Spaß bei der Geldanlage!

Ihr
Christoph A. Scherbaum 
Finanzjournalist und Börsen-Fan


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Christoph A. Scherbaum (Jahrgang 1975) ist verheiratet und Vater von zwei Töchtern. Der studierte Politikwissenschaftler ist seit über 20 Jahren Wirtschafts- und Finanzjournalist. Sein...

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