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Kolumne14:05 12.10.15

Börsenexperte und Autor Christoph A. Scherbaum

Was Sie als Börsianer den Bausparkassen voraus haben

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

die meisten Deutschen tun sich bekanntlich sehr schwer mit der Geldanlage in Form von Aktien. Blickt man aber den Realitäten ins Augen, lässt sich mit Sparbuch und Tagesgeld keine Staat mehr machen. Sie als Börsianer wissen es: Ohne Aktien geht es nicht. Und das haben jetzt sogar die Bausparkassen erkannt. Diese wollen künftig auch ihr Anlagevermögen in Aktien investieren – wenn sie denn dürften. Denn:

Bislang ist es Bausparkassen laut Bausparkassengesetz nicht erlaubt, in Aktien zu investieren. Stattdessen sind nur „sichere“ Geldanlagen erlaubt. Darunter versteht der entsprechende Paragraph vorrangig Schuldverschreibungen in den verschiedensten Ausprägungen. Aktien sind ausdrücklich nicht vorgesehen. Doch tempora mutantur – die Zeiten ändern sich. Konkret:

Der Verband der privaten Bausparkassen will das nun ändern. Der Deutsche Bundestag soll noch bis zum Jahresende entscheiden, ob ein entsprechender Passus im Gesetz eingefügt wird. Verbandschef Andreas Zehnder denkt dabei an eine Limitierung der Aktienbeimischung auf zum Beispiel 10 Prozent aller Kapitalanlagen einer Bausparkasse. Hierdurch bliebe das oberste Gebot der Sicherheit der Sparergelder gewahrt, so Zehnder in seiner Argumentation weiter.

Über viele Jahrzehnte war das Geschäft der Bausparkassen auch mit den vorgesehenen Anlageformen möglich. Das lag an den deutlich höheren Zinsen in diesem Segment. Doch die Niedrigzinsphase hinterlässt auch bei den Bausparkassen sehr deutlich ihre Spuren. Um auch künftig attraktiv zu sein, will man nun offenbar umdenken und sich auf das Sachwertinvestment Aktie „einlassen“. Man kann diesen Schritt nur begrüßen! Aktien fahren nachweislich seit Jahrzehnten ordentliche Renditen ein und sind vor allem bei langfristigen Anlagezeiträumen ohne Alternative.

Es bleibt abzuwarten, ob diese „Revolution“ tatsächlich kommt. Die Aktie hat schließlich auch in der Politik noch immer keinen guten Leumund. Für den deutschen Aktienmarkt wäre dieser Schritt wiederum ein Segen. Eine zusätzliche Nachfrage nach Aktien ist schließlich immer für die gesamte Aktienkultur gut. Davon profitieren dann auch Se als Privatanleger.

In diesem Sinne,
Ihnen eine erfolgreiche Handelswoche (Ihre Terminübersicht)

Ihr
Christoph Scherbaum
Chefredakteur
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