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Kolumne16:53 29.09.15

Börsenexperte und Autor Christoph A. Scherbaum

Wieso Anleger die neue Delisting-Regelung brauchen

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

jeder Aktienanleger, der schon einmal Aktien von einem Unternehmen besessen hat, das übernommen wurde, kam früher oder später mit dem Thema Delisting in Berührung. Dahinter verbirgt sich schlicht und einfach der Abschied einer börsennotierten Gesellschaft vom normalen Handel an einer Wertpapierbörse. Für Anleger ist das ganz selten ein erfreuliches Ereignis. Die entsprechenden gesetzlichen Regelungen sollen nun angepasst werden. Konkret:

In einem richtungsweisenden Urteil hatte der Bundesgerichtshof im Jahr 2013 erklärt, dass im Fall eines Delistings die verbliebenen (Klein-)Aktionäre nicht entschädigt werden müssen. Der Grund damals lautete:

Aktionäre können ihre Papiere noch immer handeln und sind daher keineswegs enteignet. Dieser außerbörsliche Handel ist allerdings oftmals nur zu deutlich schlechteren Konditionen verfügbar, weshalb die Aktien nach einem Delisting de facto weniger Wert waren.

Bis zu diesem Urteil hatten sich die deutschen Unternehmen nur in Ausnahmefällen von der Börse zurückgezogen. Lediglich bei kompletten Übernahmen griffen Unternehmen zu diesem Mittel, da die Entschädigung der verbliebenen Kleinaktionäre oftmals sehr teuer war.

In den zehn Jahren vor dem Richterspruch wagten daher nicht einmal drei Dutzend Unternehmen diesen – bis dato kostspieligen – Schritt. Doch seither ist der Börsenrückzug en Vogue. Allein 2014 haben etwa 40 Unternehmen ein Delisting angekündigt oder vollzogen. Für Aktionäre war dieser Schritt oftmals ein Desaster. Denn:

Im Zuge der Ankündigung des Delistings brachen die Kurse regelmäßig ein und Anleger mussten sich mit den deutlich niedrigeren Kursen abfinden. Daher rief diese Praxis Anlegerschützer und die Politik auf den Plan. Ein Gesetzentwurf sieht nun vor, dass künftig Kleinanleger im Fall eines Delistings mit einer Abfindung in Höhe des Durchschnittskurses der letzten sechs Monate abgefunden werden müssen. Bis zur Abstimmung am 2. Oktober ist nur noch wenig Zeit. Es wird spannend, ob die Lobbys noch zu Lasten der Kleinaktionäre aktiv werden.

Für die Aktienkultur in Deutschland wären klare Regeln zum Delisting dringend erforderlich. Gerade kleine und mittlere Unternehmen müssten ohne klar definierte Entschädigungsansprüche für den Fall des Delistings noch stärker um ihre Aktionäre kämpfen und das kann kaum im Sinne des Gesetzgebers sein. Letztlich sollten doch alle Aktionäre die gleichen Rechte haben – egal wie viele Anteile ihnen gehören.

In diesem Sinne,
Ihnen einen erfolgreichen Handelstag
Ihr

Christoph Scherbaum
Chefredakteur
Börsen-Ausblick

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Name: Adidas

Dividende pro Aktie: 2,00 Euro

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