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Kolumne12:13 07.02.12

Börsenexperte und Autor Gerhard Mahler

Zu viel Tempo?

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

unter Führung des DAX machen die europäischen Aktienindizes mächtig Boden gut. Mittlerweile ist der deutsche Leitindex bis auf 6.780 Punkte gestiegen. Damit hat er binnen weniger Wochen mehr als das ganze Jahressoll geschafft. Für 2012 hatten die Analysten ein durchschnittliches Kursziel von 6.600 Punkten in Aussicht gestellt, als der DAX vor dem Jahreswechsel bei 5.800 Zählern stand und ziemlich gefährdet erschien. Im Vergleich zu den amerikanischen Trendsettern hängen die europäischen Börsenbarometer trotz der jüngsten Fortschritte noch deutlich zurück. Würde der neue„Super-DAX“ in Sachen Performance mit dem Dow Jones gleichziehen, so müsste er jetzt zwischen 7.200 und 7.500 Punkten notieren. Dazwischen allerdings liegt der mächtige Widerstand um die 7.000 Zähler. Das theoretische Potenzial ist gewaltig, insbesondere falls sich die europäische Schuldenkrise in Wohlgefallen auflösen sollte. Doch ist damit so schnell nicht zu rechnen. Zu rechnen ist aber mit jeder Menge Liquidität, die die Notenbanken diesseits und jenseits des Atlantiks zur Verfügung stellen, um die Märkte zu beruhigen und Zeit zur Krisenbewältigung zu gewinnen.

Allerdings werden die Indizes das von der Liquidität und den Konjunkturhoffnungen geprägte hohe Tempo auf Dauer nicht halten können. Dafür sind zu viele Risiken und Konfliktherde im Spiel, die zwangsläufig einmal wieder aufbrechen werden. Lesen Sie mehr dazu in den Rubriken weiter unten. Trotz des insgesamt günstigeren Anlageklimas gilt es, kurzfristig vorsichtig zu disponieren. Anders gesagt: Nach dem strammen Januar werden Rücksetzer und hohe Kursschwankungen erneut unsere ständigen Begleiter sein. Zu Pessimismus scheint indessen weniger als bisher Anlass zu bestehen. Wenigstens erklärt die Statistik, dass das Börsenjahr in 80% der Fälle positiv endet, wenn der Januar gut gelaufen ist. Der Start jedenfalls ist überraschend gut gelungen. Und das junge Jahr 2012 bietet noch reichlich Chancen für gute Trading-Ergebnisse.

Viel Erfolg mit Ihren Investments
Ihr

Gerhard Mahler


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