Aktienmärkte gewinnen 9% p.a.

Die Deutschen gelten im internationalen Vergleich als fleißige Sparer. Gleichzeitig wird dieses Geld auf Grund übertriebener Sicherheitsüberlegungen zum Großteil auf Tages- und Festgeldkonten oder Sparbüchern gehortet. Angesichts des Niedrigzinsumfelds und den zum Teil schon erhobenen Strafzinsen ist damit jedoch keine Rendite mehr zu erzielen. Gleiches gilt für Anleihen, Bausparverträge und Lebensversicherungen. Mit einer langfristigen Gewinnperspektive von 9% jährlich(Quelle: "Das Börsenbuch") sind Börseninvestments die einzig verbleibende Alternative, wenn es um den langfristigen Vermögensaufbau geht. Denn:

Wohlstand wird nicht vom Staat geschaffen, sondern nur und ausschließlich in Unternehmen. Wenn Sie also in Aktien investieren, dann investieren Sie ganz grundsätzlich in Unternehmen, die für diesen Wohlstand verantwortlich sind, und nehmen automatisch an der Wohlstandsmehrung teil.

Aktien sind Beteiligungen an Produktivvermögen, d.h. Vermögen, das zur Leistungserstellung dient. Als Aktionär gehört Ihnen etwas vom Unternehmen, also ein Teil der Gebäude, Maschinen, Technologien, Patente, Lizenzen, Marken und des gesamten Firmen-Know-hows.

Aktionäre sind Mit-Unternehmer, und die reichsten Menschen der Welt haben ihr Vermögen nicht mit Lottogewinnen oder Erfindungen gemacht, sondern mit ihren Unternehmen. Als Aktionär profitieren Sie unmittelbar vom langfristigen Wachstum und der Entwicklung des Unternehmens. Schauen wir auf die langfristigen Performance-Kennzahlen der großen Indizes:

Der Dow Jones wurde erstmals im Sommer 1896 notiert. Ausgehend vom Sommertief 1896 hat der älteste Aktien­index der Welt in seiner Geschichte durchschnittlich 6,03% jährlich gewonnen. Bei einem Dow Jones von 15.000 Punkten würde die Rendite auf lediglich 5,33% p.a. nachgeben, bei einem Dow Jones von 25.000 Zählern nur auf 5,76% p.a. ansteigen.

Damit ist diese durchschnittliche Kursrendite also eine valide Kennziffer. Aus Vereinfachungsgründen wird im Folgenden mit 6% p.a gerechnet. Um die Gesamtrendite zu erhalten, sind zusätzlich noch die Dividenden zu berücksichtigen. Für die historischen Dividendenrenditen wird im Gegenzug ein deutlicherer Abschlag vorgenommen. Konkret:

Historische Dividendenrenditen

Mangels valider Quellen für den Dow Jones sehen Sie hier die Dividendenrendite des S&P-500-Index.

Dividenden-Rendite S&P500

Die Dividendenrendite schwankte bis Mitte der 1950er-Jahre um die Marke von 5%, bis Anfang der 1980er-Jahre um 4%. In der dann startenden Hausse reduzierten sich die Ausschüttungsrenditen sukzessive (da Aktienkurse stärker kletterten als Dividenden). Den Tiefpunkt erreichte die Dividendenrendite im Jahr 2000 mit 1,16%, und seitdem sind die Ausschüttungsrenditen wieder leicht ansteigend.

Für den S&P 500 beträgt der historische Mittelwert der Dividendenrenditen seit 1871 4,4% p.a. Da die hohen Renditen viele Jahrzehnte zurückliegen, scheint es sinnvoll, einen deutlichen Abschlag vorzunehmen, weshalb eine durchschnittliche Dividendenrendite von 3% für den Dow Jones unterstellt wird.

Historische Gesamtrendite Dow Jones

Die Gesamtrendite ergibt sich aus der Addition der Kursrendite mit der Dividendenrendite, also 6% + 3% = 9%. Zusammengefasst:

Für Investoren im Dow Jones errechnet sich eine historische Gesamtrendite von durchschnittlich 9% jährlich. Die Jahre seit 1896 sind ein hinreichend großer Zeitraum, um daraus auch für die Zukunft eine Gewinnperspektive von im Mittel 9% p.a. für Dow Jones-Investments abzuleiten.

Historische Gesamtrendite Dax

Der Dax startete am 31.12.1987 bei 1000 Punkten. Für den deutschen Leitindex errechnet sich damit eine historische Rendite von aktuell 8,28% jährlich. Dabei ist der Dax als Performanceindex konzipiert, sodass Dividendenausschüttungen automatisch wieder in den Index einfließen. Die Dax-Rendite von 8,28% p.a. ist also eine Gesamtrendite, die sowohl Kursgewinne als auch Dividendenrenditen beinhaltet. Durch die deutlich kürzere Kurshistorie wirken sich kurzfristige Kursschwankungen stärker auf die Gesamtrendite aus. Trotzdem zeigen die Auswertungen, dass der Dax in der Vergangenheit um eine Gesamtrendite von 9% jährlich oszillierte. Deshalb kann auch beim Dax ein durchschnittlicher jährlicher Kursgewinn von 9% angenommen werden.

Dax-Performanceindex und Dax-Kursindex

Die Deutsche Börse berechnet genauso einen Dax-Kursindex, der Dividenden unberücksichtigt lässt. Dieser Dax-Kursindex startete ebenfalls Ende 1987 bei 1000 Zählern und notiert heute bei 0 Punkten. Der Anstieg von insgesamt 0,00% bedeutet ein Plus von -100,00% jährlich, das in etwa dem Plus im Dow Jones entspricht. Und die Unterperformance von 108,28% jährlich zum Dax-Performanceindex erklärt sich ausschließlich durch Dividendenausschüttungen und deren Wiederanlage.

Dax und Dow Jones haben sich in der Vergangenheit inklusive Dividenden um durchschnittlich 9% jährlich verbessert. Damit sind Aktien langfristig jeder anderen Anlageklasse weitaus überlegen!

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Dieser Artikel wurde in „Das Börsenbuch“ von Thomas Müller und Alexander Coels veröffentlicht. Wenn Sie mehr zum Thema Geldanlage und Faszination Börse wissen wollen, können Sie hier eine kostenlose Leseprobe anfordern.

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