Anleihen allgemein

Für ein gut diversifiziertes Portfolio ist es wichtig, dass Sie neben Aktien auch noch andere Wertpapiere haben. Eine sinnvolle Streuung besteht darin, nicht nur verschiedene Regionen und Währungsräume zu erfassen, sondern auch die Investments über unterschiedliche Anlageklassen zu streuen.

 

Grundlegende Anlageklassen sind zum Beispiel

  • Aktien,
  • Anleihen,
  • Rohstoffe,
  • Währungen und
  • Immobilien.

 

Da jede Anlageklasse ganz bestimmte Eigenschaften und Merkmale aufweist, profitieren Sie als Anleger davon. Denn wenn eine Anlageklasse eine geringe Wertsteigerung zeigt oder gar ins Minus dreht, können andere Anlageklassen einen Aufwärtstrend zeigen.

 

Wenn beispielsweise die Aktienmärkte fallen, können Anleihen durchaus eine stabile Wertentwicklung mit sich bringen. Die Anlageklassen sind zum Teil sehr unabhängig voneinander. Allerdings sollte man diese Erkenntnis nicht verabsolutieren: In einer sehr schweren Wirtschaftskrise kann es vorkommen, dass Immobilien, Aktien und Rohstoffe nur einen Weg nach unten kennen. In normalen Börsenphasen aber bewahren die Anlageklassen durchaus ihre Eigenständigkeit.

 

Ein gutes Portfolio sollte daher immer auch Anleihen enthalten. Der grundlegende Unterschied zwischen einer Aktie und einer Anleihe ist:

  • Wenn Sie eine Aktie kaufen, erwerben Sie einen Teil eines Unternehmens. Zum Beispiel kaufen Sie eine BMW-Aktie, dann gehört Ihnen ein Teil von BMW. Sie sind Miteigentümer geworden. Entsprechend haben Sie einen Anspruch auf eine Gewinnausschüttung in Form einer Dividende.
  • Wenn Sie eine Anleihe kaufen, verleihen Sie jemandem Geld, der Ihnen dafür Zinsen zahlt. Das können Unternehmen, aber auch Staaten wie die Bundesregierung oder ein Bundesland sein.

Die Frage »Sind Aktien sicherer als Anleihen oder umgekehrt?« lässt sich nicht eindeutig beantworten.

Aktien sind letztlich ein Sachwert. Auch wenn das Geldsystem komplett zusammenbräche, wären Aktien noch etwas wert, denn sie sind ein Eigentumsanteil, genau wie Ihr Haus nach einer Währungsreform noch etwas wert wäre.

 

Seien Sie aber nicht zu optimistisch. In schwierigen Börsenperioden können Aktien über lange Zeit nur geringe Renditen mit sich bringen. So dauerte es nach der schweren Weltwirtschaftskrise von 1929 der Großen Depression, wie sie die Amerikaner nennen, etliche Jahrzehnte, bis Aktien wieder eine Wertsteigerung vorweisen konnten. Auch die Zeit nach dem Jahr 2000 war für Aktien eine problematische Zeit.


Mit Anleihen konnte man in solchen Phasen bessere Ergebnisse erzielen. Ein weiterer Vorteil von Anleihen besteht darin, dass sie im Normalfall weniger schwankungsanfällig sind und daher Ihre Nerven als Anleger schonen. Vom Jahr 2009 aus betrachtet, konnte man im Durchschnitt mit Anleihen in den letzten 30 Jahren eine fast genau so hohe Rendite erzielen wie mit Aktien.

 

Die Ereignisse am 11. September 2001 und die schwere Wirtschaftskrise, die 2007 mit den Problemen auf den Immobilienmärkten begann, haben ihre Spuren hinterlassen.

 

Früher gab es die Anlegerregel:

Man solle den Aktienanteil in einem Depot auf 100 minus Lebensalter beschränken. Wenn Sie beispielsweise 40 Jahre alt sind, könnten Sie so 60 Prozent Ihres Vermögens in Aktien anlegen.

 

Doch solche schematischen Regeln eignen sich nicht für eine sinnvolle Depotstrukturierung. Viel wichtiger ist es, dass Sie Ihre persönliche Risikoneigung ermitteln und sich an Ihren Lebensumständen orientieren. Wenn größere Kursschwankungen Ihnen schlaflose Nächte bereiten und Sie schon der Verlust von 100 Euro schmerzt, sollten Sie um Aktien einen großen Bogen machen.


Anleihen haben den Vorteil, dass sie weniger schwanken und vergleichsweise sicherer sind.


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