Anleihen in ETFs

Sie können das Risiko, eine richtige und sichere Anleihe auszuwählen, einfach lösen, indem Sie auf Anleihen-ETFs setzen. Solche Indexfonds haben gerade in diesem Bereich enorme Vorteile:

  • Sie müssen nicht auf eine Anleihe setzen, sondern können breit gestreut in den Rentenmarkt investieren.
  • Die Stückelungen sind sehr niedrig. ETFs bekommen Sie schon für unter 50 Euro das Stück. Bei Anleihen müssen Sie mindestens 1000 Euro investieren, da Anleihen nur in dieser Stückelung an der Börse zu haben sind. Anleihen, die sich an institutionelle Investoren richten, sind gar erst in einer Größenordnung von 50.000 Euro verfügbar. Mit einem ETF haben Sie dieses Problem nicht.
  • Anleihen-ETFs beziehen sich auf einen Index; dadurch haben Sie nicht mehr das Risiko, dass Sie nur eine Anleihe auswählen können. Ihre Investments werden breiter gestreut.
  • Ein Ausfallrisiko ist nicht gegeben, da der ETF einen Index abbildet. Der Index kann nie gegen Null fallen, da er den Durchschnitt des jeweiligen Rentenmarktes angibt. Wenn Sie hingegen eine einzelne Anleihe kaufen und das Unternehmen ist insolvent, verlieren Sie fast alles.
  • Da ETFs als Indexfonds Sondervermögen sind, kann auch eine Pleite der Bank, die den ETF herausgegeben hat, Ihnen nicht schaden. Die Vermögenswerte, die im ETF enthalten sind, gehören Ihnen. Der Insolvenzverwalter und die Gläubiger der Bank haben darauf keinen Zugriff.

Es gibt inzwischen sehr viele Anleihen-ETFs, die Ihnen zur Auswahl stehen. Bevor Sie aber einen ETF auswählen, sollten Sie die Besonderheiten des Anleihen-Marktes, der auch fachmännisch Rentenmarkt genannt wird, kennen.

Grundsätzlich haben Sie die Wahl zwischen Staatsanleihen und Unternehmensanleihen.

 

Staatsanleihen

von soliden Ländern können als sicher gelten, auch wenn die baltischen Länder, Irland, Portugal und Griechenland von manchen Experten kritisch beurteilt werden. Wesentlich riskanter ist es, in Schwellenländer zu investieren.

 

Beachten Sie hierbei auch, dass Sie bei Anleihen, die nicht in Euro notieren, ein zusätzliches Währungsrisiko eingehen. Lassen Sie sich bitte nicht von hohen Zinssätzen dazu verleiten, in eine exotische Fremdwährung zu investieren. Die Zinsen sind nicht zufällig so hoch. Währungen wie der südafrikanische Rand, der brasilianische Real oder die türkische Lira können gegenüber dem Euro deutlich schwanken. Die hohen Zinsen, die Sie erhalten, können durch einen Kurssturz der Fremdwährung sehr schnell aufgezehrt sein. Was nützen Ihnen 10 Prozent Zinsen, wenn die entsprechende Währung innerhalb eines Jahres um 30 Prozent fällt? Sie machen hohe Verluste. Bei einigen ETFs können Sie zwar das Risiko streuen, da meist in mehreren Ländern investiert wird, aber eine gewisse Gefahr bleibt dennoch.

 

Prinzipiell haben Sie bei Anleihen-ETFs folgende Auswahl

  • Staatsanleihen
    ◦ Deutschland, Länder der Eurozone
    ◦ ausländische Staatsanleihen in Euro
    ◦ ausländische Staatsanleihen in anderen Währungen
    ◦ Staatsanleihen von Emerging Markets (Schwellenländern)
  • Unternehmensanleihen
    ◦ mit hoher Bonität
    ◦ High-Yield-Unternehmensanleihen (schlechtere Bonität)
  • Pfandbriefe

Diese Anleihen unterscheiden sich sehr deutlich, was die Bonität und die Sicherheit anbelangt. Es gibt noch wesentlich mehr Anleihearten wie beispielsweise Wandel- und Optionsanleihen, doch diese sind bislang über einen ETF nicht zugänglich. Sie sollten Renten-ETFs auswählen, die zu Ihrer Risikobereitschaft und Ihren Anlagezielen passen.

 

Arten von Anleihen

 

Anleihen  Bonität  Währungsrisiko  Anmerkung
Staatsanleihen Deutschland Höchste Bonität (AAA) keines Nur geringe Verzinsung
Staatsanleihen Länder der Eurozone Höchste bis gute Bonität (AAA bis A) keines Länder wie Griechenland, Portugal, Irland haben eine schlechtere Bonität
Staatsanleihen in anderen Währungen Höchste bis gute Bonität (AAA bis A) sehr hoch Länder wie USA, Kanada, Australien, Neuseeland, Norwegen, Schweiz, Japan
Staatsanleihen von Schwellenländern Hohe bis schlechteste Bonität mit Zahlungsausfall
(AA bis C)
sehr hoch Länder wie Brasilien, China, Indien, Polen gelten als relativ solide; desolat sind Länder wie Argentinien, Ecuador, Venezuela, Jamaika, Malediven, Ukraine
Unternehmensanleihen Hohe Bonität hängt von der Währung ab Solide Unternehmen wie Daimler, BMW, Siemens, Fresenius, IBM und andere gelten als relativ sicher
High-Yield-Unternehmensanleihen Schlechte Bonität hängt von der Währung ab Unternehmensanleihen mit hohem Insolvenzrisiko
Pfandbriefe Sehr hohe Bonität hängt von der Währung ab (deutsche) Pfandbriefe sind durch Grundstücke oder Forderungen gegen den Staat abgesichert

 


Sie sollten ein entscheidendes Kriterium bei der Auswahl von Renten-ETFs nicht vernachlässigen:

 

Ihre erzielbare Rendite hängt maßgeblich von der Laufzeit der Anleihen ab. Wenn Sie sich bisher noch nie mit Rentenmärkten und Anleihen ausführlicher befasst haben, mag es anfangs etwas kompliziert erscheinen. Sie können sich aber der Einfachheit halber folgende Grundregel einprägen:

 

Wenn die Zinsen steigen, fallen die Anleihenkurse; wenn die Zinsen fallen, steigen die Anleihenkurse.

 

Das ist ein unumstößliches Gesetz, das an den Rentenmärkten gilt. Die durchschnittliche Rendite von Schuldverschreibungen pendelt sich nämlich immer auf das jeweilige Zinsniveau ein.

 

 

Als Anleger sollten Sie daher diese Regel folgendermaßen anwenden

  • Sind die Zinsen zum Zeitpunkt Ihres Kaufes niedrig, müssen Sie, um Verluste zu vermeiden, Kurzläufer kaufen. 
  • Sind die Zinsen zum Zeitpunkt Ihres Erwerbs von Renten-ETFs relativ hoch, müssen Sie Langläufer oder Anleihen mit einer mittleren Laufzeit auswählen.

Für manche Anleger ist es in gewissen Zeitabschnitten schwierig zu beurteilen, ob die Zinsen langfristig steigen oder fallen. Vergleichen Sie dazu am besten die Entwicklung der Leitzinsen, die von der Europäischen Zentralbank festgelegt werden. Im Jahr 2009 erreichten die Leitzinsen in der Eurozone mit einem Prozent einen historischen Tiefststand. In den USA wurden die Zinsen von der Federal Reserve sogar auf 0 bis 0,25 Prozent reduziert. In einer solchen Situation können natürlich die Zinsen langfristig nur ansteigen.


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