Insolvenzschutz

Das Thema Insolvenzschutz spielte früher nur eine völlig untergeordnete Rolle. Seit der schweren Bankenkrise im Jahr 2008 legen viele Investoren großen Wert auf die Sicherheit der Geldanlage. Die drastische Rezession hat deutlich gemacht, wie schnell Unternehmen und Banken in eine existenzbedrohende Schieflage geraten können und dass selbst ganze Staaten gegen einen Bankrott nicht gefeit sind. In der Krise hat sich sehr schnell gezeigt, dass unkalkulierbare Risiken das Ende einer Bank bedeuten können. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Sie das Risiko einer Geldanlage realistisch einschätzen können.

 

Was die Zahlungsfähigkeit anbelangt, so sind Fest- und Termingelder, Sparbücher und Girokonten am sichersten. Denn sie unterliegen der staatlichen Einlagensicherung, die bis zu 50.000 Euro gilt. Die EU hebt diese Sicherheitsgrenze im Jahre 2011 auf 100.000 Euro an. Wenn also die Bank, bei der Sie Ihr Geld angelegt haben, zahlungsunfähig wird, erhalten Sie Ihr Geld bis zum Betrag von 50.000 Euro zurück. Fast alle Banken in Deutschland haben noch eine zusätzliche, freiwillige Einlagensicherung, die noch höhere Beträge abdeckt.

 

Bei Indexprodukten müssen Sie Folgendes beachten:

 

ETFs gelten als Sondervermögen, dies ist ein wichtiger, juristischer Schlüsselbegriff. Das Sondervermögen wird niemals in die Insolvenz mit einbezogen. Auch wenn die Bank nicht mehr zahlen kann, gehören die Vermögenswerte, die im ETF enthalten sind, Ihnen. Die Bank und deren Gläubiger haben darauf keinerlei Zugriff. Das Sondervermögen von ETFs wird genau so behandelt wie ein Schließfach bei einer Bank. Auch wenn die Bank völlig pleite ist, dürfen die Gläubiger oder Insolvenzverwalter nicht einfach die Schließfächer der Kunden ausräumen. Der Inhalt ist nämlich Eigentum der Kunden. Genau so verhält es sich auch bei ETFs: Der Inhalt des ETFs gehört ausschließlich dem Kunden.

 
Trotzdem besteht bei ETFs ein Teilrisiko, das aber als sehr geringfügig anzusehen ist. Da ETFs aus Kostengründen nicht immer alle Wertpapiere kaufen, die in einem Index enthalten sind, werden Swaps eingesetzt. Ein Swap ist ein vertraglich definierter Austausch von Zahlungsströmen.

 

Zur Erklärung hierzu ein fiktives Beispiel:

Nehmen wir an, ein Unternehmen hat einen Kredit, der 4 Prozent kostet und eine Laufzeit von 3 Jahren hat. Ein anderes Unternehmen hat einen Kredit, der 5 Prozent Zinsen kostet, aber eine Laufzeit von 10 Jahren hat. Das Unternehmen A, das gerne langfristig neue Maschinen anschaffen möchte und deshalb einen langfristigen Kredit benötigt, aber bei den Zinsen kein Risiko eingehen möchte, könnte einfach mit dem Unternehmen B tauschen. Das Unternehmen möchte vielleicht seine Zinslast senken und bevorzugt deshalb 4 Prozent Zinsen und benötigt den Kredit für 3 Jahre. In diesem Fall tauschen die beiden Unternehmen einfach ihre Kredite, indem sie einen entsprechenden Vertrag ausarbeiten. Dabei müssen die Unternehmen nicht die Kreditverträge bei den jeweiligen Banken auflösen, sondern tauschen sie unter sich durch eigene Verträge aus.


Dieses Vorgehen ist an den internationalen Finanzmärkten sehr üblich und weit verbreitet und wird als Swap bezeichnet. Für eine Bank ist es daher leichter, einen Index nachzubilden, indem sie einfach mit einem anderen Dienstleister einen Vertrag schließt, statt selbst die Wertpapiere zu kaufen. Sie spart dadurch Kosten und kann den ETF zu besseren Konditionen und mit geringeren Verwaltungskosten anbieten. Leider hat die Sache einen kleinen Haken: Was geschieht, wenn der Vertragspartner zahlungsunfähig ist? Um diesem Problem vorzubeugen, dürfen ETFs nur einen geringen Anteil über Swaps abbilden. Hierzu gibt es verbindliche Richtlinien. ETFs, die sich nicht verpflichtet haben, diese Richtlinien einzuhalten, dürfen z.B. nicht von Pensionsfonds oder Versicherungen gekauft werden.

 

Darüber hinaus gibt es eine zusätzliche Absicherung: Der Vertragspartner des Swaps muss Sicherheiten wie staatliche Anleihen hinterlegen, die von einem unabhängigen Treuhänder verwaltet und überwacht werden. Es muss eine Überdeckung vorliegen, d.h. der Vertragspartner muss mehr Sicherheiten stellen, als der Wert des Geschäfts beträgt.

 

Wird der Vertragspartner insolvent, können die Sicherheiten vom Treuhänder verwertet werden. Aufgrund dieser Regelungen sind ETFs auch dann sicher, wenn der Vertragspartner des Swaps pleite geht.


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