Pfandbriefe

Der Pfandbrief wurde bereits im 18. Jahrhundert in Preußen erfunden und hat sich seit über 200 Jahren bewährt. In Deutschland kam es bislang noch nie zu einem Ausfall.

 

Der Pfandbrief unterscheidet sich von herkömmlichen Anleihen durch eine Besonderheit: Er hat zusätzliche Sicherheiten, die bei einer Zahlungsunfähigkeit des Schuldners verwertet werden können. Als Sicherheit dienen Grundstücke und Forderungen gegen die öffentliche Hand, also den Staat. Daher gelten Pfandbriefe als äußerst sicher und werden sogar als mündelsicher bezeichnet.

 

In früheren Zeiten musste das Vermögen von Waisen und Witwen in diesen Papieren angelegt werden. Auch im Ausland hat man längst die Vorteile dieser Wertpapiere erkannt und sie nach deutschem Vorbild eingeführt. International werden Pfandbriefe als »Covered Bonds« bezeichnet.

 

Die Grundstücke, die als Sicherheit dienen, dürfen nicht vollständig beliehen werden. Der Pfandbrief muss immer »überdeckt« sein, d.h. bei einem Verkauf der Immobilie muss selbst ein geringerer Erlös die Schulden vollständig abdecken.

Trotz dieser enormen Absicherung haben Pfandbriefe in der Regel eine etwas höhere Rendite als deutsche Staatsanleihen. Das liegt daran, dass die Umsätze meist geringer sind, da das Volumen der Pfandbriefe nicht an das von Staatsanleihen heranreicht.

 

Große institutionelle Anleger hatte lange Zeit Probleme, Pfandbriefe in ausreichender Menge zu erwerben, da die Millionenaufträge großer Fonds an der Börse nicht zu platzieren waren. Aus diesem Grund hat man vor einigen Jahren den »Jumbo-Pfandbrief« erfunden, bei dem ein Mindestvolumen garantiert wird, so dass auch große institutionelle Investoren zum Zug kommen.


Im Jahr 2008 gerieten allerdings auch die Pfandbriefe unter die Räder. Nachdem eine führende Pfandbriefbank in erhebliche Turbulenzen geriet und durch den Staat gestützt werden musste, wurden Pfandbriefe plötzlich über Nacht von den Anlegern gemieden. Die Kurse fielen deutlich, und es entstand eine panikartige Stimmung. Aber nach einigen Monaten zogen die Kurse wieder an. Die Panik war letztlich unbegründet, da selbst bei einer Insolvenz der herausgebenden Bank die Pfandbriefe durch Grundstücke oder durch Forderungen gegen den Staat völlig abgesichert sind. Die erforderliche Überdeckung wird durch einen Treuhänder fortlaufend überwacht.

Als Anleger können Sie mit Pfandbriefen eine geringfügig höhere Rendite erzielen als mit staatlichen Anleihen. Das Risiko ist aber ähnlich niedrig wie bei deutschen Bundeswertpapieren.

 

Tipp von Anleihenexperten:

  • Wenn Sie eine geringfügig höhere Rendite als mit Bundesanleihen oder Bundesobligationen erzielen möchten, können Sie Pfandbriefe oder Bundesländeranleihen kaufen.
  • Anleihen von Bundesländern wie Berlin, Thüringen, Brandenburg und anderen haben stets eine etwas höhere Rendite als Bundesanleihen. Ein Ausfallrisiko ist aber nicht zu befürchten, da der Bund in jedem Fall für die Schulden eines Bundeslandes aufkommen müsste.
  • Mit ETFs können Sie zudem das Risiko deutlich verringern, da die Indexfonds breit angelegt sind. Bislang gibt es leider noch keine ETFs auf Bundesländeranleihen und nur wenige auf Pfandbriefe.

 

Beispiele für Renten-ETFs auf Pfandbriefe

 

ETF ISIN Erläuterung
eb.rexx Jumbo Pfandbriefe DE0002635265 Deutsche Pfandbriefe mit einem Volumen von mind. 1,5 Mrd. Euro, Laufzeit: zwischen 1,5 und 10,5 Jahren; sehr niedrige Verwaltungsgebühr von 0,09% jährlich
EuroMTS Covered Bond Aggregate FR0010481127 Pfandbriefe nichtstaatlicher Einrichtungen mit einem AAA-Rating; Laufzeit: mind. 1 Jahr
iBoxx EUR Germany Covered LU0321463506 Index auf den gesamten deutschen Pfandbriefmarkt

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