Wie funktionieren ETFs?

Ein ETF hat die Aufgabe, die Wertentwicklung eines Marktes abzubilden. Nehmen wir an, Sie möchten in den deutschen Aktienmarkt investieren. Wie können Sie vorgehen?

 

 

Natürlich wäre es möglich, dass Sie selbst ein Unternehmen heraussuchen und die entsprechenden Aktien kaufen. In Deutschland gibt es etwa 1000 deutsche Aktiengesellschaften, die börsennotiert sind. Wenn Sie nur in eine einzige Aktiengesellschaft investieren, gehen Sie ein beträchtliches Risiko ein.

 

 

Was geschieht, wenn sich die Aktie als Flop erweist und abstürzt? Viel besser ist es, wenn Sie Ihr Geld breit streuen und so Ihr Risiko verringern. Wenn Sie nun auf eine breit gestreute Auswahl setzen möchten, können Sie einen ETF nehmen.

 

 

Ein ETF bezieht sich meist auf einen Index. Ein Index fasst die Wertentwicklung aller Aktien, die in ihm enthalten sind, zusammen. Ein besonders bekannter Index, den Sie auch aus vielen Nachrichtensendungen kennen, ist der DAX. Der DAX umfasst die 30 größten deutschen Aktiengesellschaften. Er wurde 1988 zum ersten Mal berechnet und hatte damals als Startwert 1000 Punkte.


Die Zusammensetzung eines Index kann sich im Laufe der Zeit ändern, denn manche Aktien verlieren an Wert. Der DAX darf aber nach der Festlegung nur die 30 größten Aktiengesellschaften umfassen. So prüft ein Gremium der Deutschen Börse in regelmäßigen Abständen, welche Aktien dieses Kriterium erfüllen und welche nicht. Von den Aktien, die 1988 an den Start gingen, konnten sich bis heute 15 Mitglieder halten. Bei den anderen gab es einen regen Auf- und Abstieg. Manche Unternehmen verschwanden aus dem DAX, da sie aufgekauft wurden wie die Dresdner Bank; andere verloren an Gewicht und stiegen in die Regionalliga ab.

 

Ein ETF hat nun die Aufgabe, die Wertentwicklung des DAX genau nachzuzeichnen. Hierzu gibt es mehrere Methoden, die noch näher erläutert werden. Im Prinzip kauft der ETF die einzelnen Aktien und gewichtet sie so, wie sie im DAX vorhanden sind. Sehr große Aktiengesellschaften wie beispielsweise die Deuschte Telekom haben ein größeres Gewicht als die Bayer-Aktie. Der ETF muss ganz genau ein Abbild des DAX schaffen, damit die Wertentwicklung exakt nachvollzogen werden kann. Wenn nun eine Aktie aus dem Börsenbarometer herausfällt und dafür eine andere aufgenommen wird, muss der ETF diesen Schritt auch tun. Die meisten Indizes werden vierteljährlich in ihrer Zusammensetzung überprüft.

 

Dies bedeutet: Ein ETF muss in der Regel alle drei Monate eine Veränderung vornehmen, wenn das Gremium der Deutschen Börse einen neuen Aufsteiger oder Absteiger verkündet. Aus diesem Grund entstehen auch bei ETFs geringfügige Verwaltungsgebühren, die bei DAX-ETFs meist unter 0,3 Prozent liegen.

 

 

Vergleich Investmentfonds und ETFs

 

 

Aspekt Investmentfonds ETF
Investmentphilosophie Aktives Investieren
(Stockpicking)
Passives Investieren
(Indexinvestments)
Ausgabeaufschlag Aktienfonds (5%)
Rentenfonds (3%)
Immobilienfonds (5%)
keiner
Jährliche Managementgebühren 1 bis 2% pro Jahr je nach Fonds 0,1 bis 1% pro Jahr je nach Fonds
Performancevergütung bei manchen Fonds keine
Börsenhandel teilweise (bei bekannten Publikumsfonds)

immer

Performance zum Vergleichsindex nur 20% der Fonds schneiden besser ab

Performance entspricht zu fast 100% dem Index


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