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Die Entwicklung der Financial-Futures

Auch bei diesem neuen Produkt entbrannte sofort ein scharfer Konkurrenzkampf. Es vergingen nur knappe zwei Monate, bis der "Index and Option Market" (IOM), eine Abteilung der Chicago Mercantile Exchange, den Handel mit dem "Standard & Poor's 500 Stock Futures Index" aufnahm. Dieser traditionsreiche Aktienindex misst den Wert von 500 an verschiedenen Börsen notierten Aktien. Nur wenige Tage später konterte die "New York Futures Exchange", indem diese Börse einen Terminkontrakt lancierte, der auf dem "New York Stock Exchange Composite Index" basierte. Niemals hätten die Initiatoren erwartet, dass sich diese neuen Aktienindex-Instrumente schon nach kürzester Zeit unter die am meisten gehandelten Kontrakte der Terminmärkte aufschwingen würden. Sicher waren die geistigen Väter dieser neuen Finanzprodukte insofern vom Glück begünstigt, als die Stock Index Futures gerade kurz vor dem Start zum außergewöhnlichen Höhenflug der US-Aktienbörsen im August 1982 eingeführt worden waren. Erfahrungsgemäß lässt sich nämlich ein neu kreierter Terminkontrakt bei steigenden Preisen besser vermarkten, da ja die große Masse der Spekulanten meistens ans Kaufen und nicht ans Leerverkaufen denkt. Der Hauptgrund für den durchschlagenden Erfolg der Stock Index Futures muss jedoch in ihrer Konzeption gesehen werden, die ganz neue Investitionsmöglichkeiten versprach. Die Spekulanten erkannten sehr schnell, dass dieses einfach anzuwendende Instrument die Palette ihrer Anlagestrategien bereichern und ihr Risiko-Portfolio ideal ergänzen konnte.

Um ihre Marktanteile noch weiter zu vergrößern, entwarfen die Terminbörsen bald Sub-Indizes der bereits gehandelten Indizes. So entstanden der "Standard & Poor's 100 Stock Futures Index", der den Wert von 100 erstklassigen Aktien misst (Kontraktwert: Index x $ 200); der "Mini Value Line Average Stock Futures Index", der sich von seinem großen Bruder dadurch unterscheidet, dass zur Berechnung des Kontraktwertes der Index nur mit $ 100 statt mit $ 500 multipliziert wird; so wie der "New York Stock Exchange Financial Futures Index", der den Wert der Aktien von 200 Finanzinstitutionen misst (Kontraktwert: Index x $1000). Weitere Indizes folgten, doch einige wurden mangels Interesse der Anlegerschaft wieder abgesetzt. Die Chicago Board of Trade war erst im Juli 1984 in der Lage, einen Aktienindex-Kontrakt an den Terminmarkt zu bringen. Dieselbe Börse die bei den vorangegangenen Financial-Futures soviel Pioniergeist und Weitsicht an den Tag gelegt hatte, tat sich bei der Einführung der Stock-Index-Futures recht schwer. Sie hatte sich von Anfang in die Idee verrannt, den ganz großen Wurf zu landen, nämlich den jedermann bestens bekannten "Dow Jones Industrial Average Index" als Grundlage für ihren Kontrakt zu nehmen. Die Sache hatte jedoch einen Haken: die Dow Jones & Co. wollte ihren ehrwürdigen und gesetzlich geschützten Namen nicht für einen Terminkontrakt freigeben. Daraufhin verlor die Chicago Board of Trade zwei Jahre wertvolle Zeit und etwa 1 Mio. Dollar an Verfahrenskosten, nur um im Oktober 1983 vor dem "Illinois Supreme Court" doch noch den kürzeren zu ziehen. Nun galt es schnell zu handeln. Als Ersatz drängte sich der "Major Market Index auf", der als Option schon erfolgreich am American Stock Exchange in New York gehandelt wurde. Dieser Index weist eine sehr hohe Korrelation mit dem "Dow Jones Industrial Average Index" auf. Er misst den Wert von nur 20 Blue-Chip-Aktien, wobei 15 dieser Aktien auch auf der Liste jener 30 Aktien zu finden sind, die den "Dow Jones Industrial Index" ausmachen. Am 23. Juli 1984 war es endlich soweit. Die Idee, einen Index einzuführen, der den Wert von nur wenigen erstklassigen Aktien repräsentiert, erwies sich sofort als richtig. Schon am ersten Tag wurden über 9000 "Major-Market-Index-Terminkontrakte" umgesetzt, was selbst für den erfolgsgewohnten Financial-Futures-Markt einen Rekord darstellte. Die "London International Financial Futures Exchange" eröffnete im Mai 1984 den Terminhandel mit dem "London Financial Times Stock Exchange 100 Index". Dieser misst den Aktienwert der 100 bedeutendsten britischen Gesellschaften.
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