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Rechte und Pflichten für Käufer und Verkäufer

Die Eurex - ein Rechenbeispiel


Ein Anleger in Optionsscheinen kann immer nur als Käufer auftreten und seine Optionen dann wieder verkaufen. Bei Optionen ist das anders. Im Erstgeschäft kann hier auch ein Verkauf vorgenommen werden. Mittels der Optionsscheindefinition wird jetzt gezeigt, wie sich die Situation des Anlegers ändert.


Bei einem Optionsschein (im Beispiel: Call) wird gezeigt, dass er das Recht verbrieft (nicht die Pflicht), innerhalb einer bestimmten Zeit einen bestimmten Basiswert zu einem vorher vereinbarten Preis zu kaufen. Dafür muss man den Optionsschein-Preis bezahlen. An der Eurex kann man im Erstgeschäft auch als Verkäufer auftreten. Das beinhaltet die Pflicht, bei entsprechender Ausübung durch den Käufer, den vorher vereinbarten Basiswert zu den genannten Bedingungen zu liefern. Dafür erhält der Verkäufer der Option (Stillhalter) den Preis als Prämie. Den Käufer eines Rechtes ist "long", der Verkäufer "short".

Rechte und Pflichten an der Eurex mit Calls und Puts

Der Käufer eines Kaufrechts = long Call
Recht: Kauf des Basiswertes zum Basispreis
Pflicht: Zahlung des Optionspreises
daraus folgt: die Gewinnchance ist unbegrenzt, der Verlust maximal auf den Optionspreis beschränkt

Der Verkäufer eines Kaufrechts = short Call
Recht: Erhalt des Optionspreises
Pflicht: Lieferung des Basiswertes zum Basispreis
daraus folgt: die Gewinnchance ist auf den Optionspreis begrenzt, der Verlust ist theoretisch unbegrenzt

Der Käufer eines Verkaufrechts = long Put
Recht: Verkauf des Basiswertes zum Basispreis
Pflicht: Zahlung des Optionspreises
daraus folgt: die Gewinnchance ist theoretisch unbegrenzt (die Aktie kann allerdings bis min. 0 DM fallen), der Verlust ist auf den Optionspreis begrenzt

Der Verkäufer eines Verkaufsrechts = Short-Put
Recht: Erhalt des Optionspreises
Pflicht: Übernahme des Basiswertes zum Basispreis
daraus folgt: die Gewinnchance ist auf den Optionspreis begrenzt, der Verlust ist jedoch theoretisch unbegrenzt

Unbegrenzte Verluste sind möglich

Im direkten Vergleich der einzelnen Positionen bleibt festzuhalten, dass ein Anleger mit einer Long-Position maximal den Einsatz verlieren kann. Dagegen riskiert der Anleger, der short geht, deutlich mehr. Das bekannte Chance-Risiko-Profil (begrenzter Verlust und unbegrenzte Gewinnchance) dreht sich. Die Maximalchance liegt in der Vereinnahmung des Optionspreises und ist somit begrenzt. Der Maximalverlust ist (theoretisch zumindest) unbegrenzt.

Beispiel:

Ein Anleger wählt die Position "Short-Call" auf VW. Der Basispreis der Option liegt bei 60 Euro und der Optionspreis beträgt 2 Euro. Die VW-Aktie notiert an der Börse bei 57 Euro.

Die Position verpflichtet jetzt den Anleger, dem Käufer (long) der Option, die VW-Aktien auf Abruf zu 60 Euro zu verkaufen, unabhängig vom Börsenkurs zu diesem Zeitpunkt ist. Dafür erhält er 2 Euro.

Somit stellt sich das Chance-Risiko-Verhältnis folgendermaßen dar: Der Verkäufer der Option hat die Maximalchance auf 2 Euro Gewinn. Er vereinnahmt bei Geschäftsabschluss die 2 Euro. Mehr kann er nicht gewinnen.

Auf der anderen Seite läuft er Gefahr, dass die VW-Aktie stark steigt. Steht die Aktie in absehbarer Zeit beispielsweise bei 70 Euro, so kann der Käufer (long) der Option die Stücke beim Anleger für 60 Euro (=Basispreis) abrufen und dieser hat die Pflicht, die Aktien zu liefern. Damit verliert er 10 Euro je Aktie. Dagegen kann er zwar seine Einnahme von 2 Euro verrechnen, doch verbleibt per Saldo immer noch ein Verlust von 8 Euro. Je weiter die Aktie steigt, desto höher wird der Verlust des Anlegers. So entsteht das theoretisch unbegrenzte Verlustrisiko.

Allerdings arbeitet der Zeitwertverlust zugunsten des Verkäufers der Option. Zudem kann der Verkäufer, wenn die Option gegen ihn läuft, jederzeit die der Option zugrunde liegenden Aktien zum aktuellen Marktpreis kaufen (falls er sie nicht ohnehin im Depot hat)

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