Fondsarten – Teil 2

Ausgehend von der Einordnung nach Anlageklassen, lassen sich neben Aktien- und Rentenfonds noch weitere Fondsarten unterscheiden.

Geldmarktfonds

Geldmarktfonds investieren wie Rentenfonds in verzinsliche Wertpapiere. Allerdings betragen die Laufzeiten von Geldmarktinstrumenten wie z.B. Tagesgeldern oder Termineinlagen nur wenige Wochen bis maximal 397 Tage. Ihre Rendite wird dadurch fast ausschließlich von der Höhe des kurzfristigen Zinssatzes bestimmt. Aufgrund der kurzen Laufzeit weisen Geldmarktfonds faktisch keine Kursrisiken auf und eignen sich als interessante Alternative zu Sparkonten und Festgeldern. Denn durch die verhältnismäßig hohen Anlagesummen kann der Fondsmanager Konditionen aushandeln, wie sie sonst nur unter Banken üblich sind. Die Renditen liegen deshalb trotz Managementgebühr immer noch über den individuell mit der eigenen Hausbank vereinbarten Zinsen. Zudem fällt bei Geldmarktfonds in der Regel kein oder nur ein sehr geringer Ausgabeaufschlag an. Werden mindestens 51% des Sondervermögens in Anleihen kurzer Restlaufzeit investiert, wird von sogenannten geldmarktnahen Fonds gesprochen.

Offene Immobilienfonds

Offene Immobilienfonds investieren den überwiegenden Teil des verwalteten Vermögens in bebaute und unbebaute Grundstücke im In- und Ausland. Wegen des geringeren Verwaltungsaufwands und des besseren Preis-/Ertragsverhältnisses sind dabei Büro- und Gewerbeimmobilien besonders begehrt. Der über eine tägliche Liquiditätsreserve von 5% hinaus gehende Rest kann auch anderweitig z.B. in festverzinslichen Wertpapieren angelegt werden. Neben den daraus erzielten Zinsen erwirtschaften offene Immobilienfonds ihre Gewinne vor allem aus der Vermietung und dem Verkauf der Bestandsimmobilien. Die Rendite liegt dabei oberhalb des Niveaus von Tages- und Festgeldern. Für Anleger hat die Fondskategorie darüber hinaus den Reiz, bereits mit einer geringen Anlagesumme zum Immobilienbesitzer zu werden.

Mindestanlagedauer schützt Fondsvermögen

Nach den Erfahrungen aus der Finanzkrise, als es nach massiven Mittelabflüssen zu vielen Fondsschließungen kam, wurden für offene Immobilienfonds neue gesetzliche Regelungen geschaffen. So gilt seit Juni 2013 eine Mindestanlagedauer von 24 Monaten auf Basis einer 12-monatigen Kündigungsfrist. Erst danach können Anteile an die Fondsgesellschaft zurückgegeben werden. Die ultraniedrigen Zinsen haben zu einem „Run“ auf offene Immobilienfonds geführt, sodass einige Fondsgesellschaften bereits die Zuflüsse begrenzen mussten. Ähnlich wie am Rentenmarkt befinden sich die Preise auch bei Immobilien auf einem sehr hohen Niveau, was die Aussicht auf weitere Wertsteigerungen einschränkt.

Rohstofffonds – Rohstoffaktienfonds

Rohstofffonds können grundsätzlich in den Rohstoff selbst oder in Aktien von Rohstoffunternehmen investieren. Bei Letzteren handelt es sich um Firmen, die sich mit der Exploration und der Gewinnung von Rohstoffen beschäftigen. Da Vorhaben wie z.B. die Bohrung nach Ölquellen oder Gold mit zum Teil immensen Investitionen und Risiken verbunden sind, unterliegen Rohstoffaktien in der Regel auch größeren Kursschwankungen. Allerdings ergeben sich daraus für den Anleger auch höhere Rendite-Chancen, weshalb beispielsweise Minenaktien als eine Art Hebel auf den Goldpreis gelten. Die Aktienvariante bietet sich deshalb innerhalb des Rohstoffsektors als interessante Depotbeimischung an.

Rohstoff-Investments meist über Terminmarkt

Ein reiner Rohstofffonds investiert das Anlagekapital entweder direkt oder indirekt in eine Auswahl von Rohstoffen, wie Edelmetalle, Industriemetalle, Öl & Gas und Agrargüter. Häufig erfolgt auch eine Konzentration auf einen ganz bestimmten Sektor wie z.B. Gold. Dabei kann sich der Fondsmanager bei seiner Anlagepolitik an bekannten Rohstoffindizes orientieren oder eine aktive Handelsstrategie verfolgen. Im Gegensatz zu anderen Asset-Klassen lassen sich viele Rohstoffe allerdings nicht so leicht direkt handeln, da sie beispielsweise nur beschränkt haltbar oder schwer zu lagern sind. Für den Investor bleibt deshalb häufig nur der indirekte Weg über den Terminmarkt. Hier können Waren über Terminkontrakte (Futures) quasi „auf Ziel“ gekauft und wieder veräußert werden, ohne dass der Investor überhaupt mit dem zugrundeliegenden Rohstoff in direkten Kontakt kommt. Anders ist die Situation dagegen bei Edelmetallen, die z.B. in Form von Barren ganz einfach direkt erworben und verwahrt werden können. Da es sich bei Rohstoffen ebenso wie bei Aktien um Sachwertinvestments handelt, können sich Anleger über Rohstofffonds bereits mit kleinen Beträgen auf einfache Weise vor Inflation schützen.

Mischfonds – Multi-Asset-Fonds

Mischfonds können im Rahmen ihrer Anlagerichtlinien frei zwischen Aktien und Anleihen umschichten und dadurch flexibel auf Marktveränderungen reagieren. Dies führt in der Regel zu etwas geringeren Schwankungen und Renditen als am Aktienmarkt. Da durch die historischen Niedrigzinsen in den vergangenen Jahren beide Anlageklassen gleichzeitig stark an Wert zulegen konnten, hat dies zu einem wahren Boom bei Mischfonds geführt. Eine ähnliche Entwicklung zeigte sich bei den sogenannten Multi-Asset-Fonds, die noch stärker als Mischfonds dem vermögensverwaltenden Konzept der Risikostreuung folgen. So kann der Fondsmanager hier auch in weitere Anlageklassen wie Immobilien, Rohstoffe, alternative Anlagen und Hedgefonds investieren.

Dachfonds

Ein quasi „doppeltes“ Prinzip der Risikostreuung verfolgen Dachfonds (Fund of Funds), die das Anlagekapital auf andere Investmentfonds (Zielfonds) verteilen und dadurch auf eine noch viel größere Zahl von Einzeltiteln setzen. Die Richtlinien für Dachfonds sind seit April 1998 gesetzlich geregelt. Bei der Auswahl sollten Anleger wegen der zusätzlichen Managementebene die Kostenseite im Auge behalten und möglicherweise eher zu konzernübergreifenden Produkten greifen, die auch Fonds anderer Gesellschaften einbeziehen.

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