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Der Konjunkturverlauf

Die Probleme der Allgemeinheit, derartig bekannte Begriffe wie "Konjunktur" in erklärende Worte zu kleiden, fußen in dem immer währenden Bestreben der Wissenschaft, Definitionen grundsätzlich so zu formulieren, dass der Durchschnittsbürger beim Lesen einen Kreislaufkollaps erleidet. Daher in ganz einfachen Worten:

Die Konjunktur ist die Steigerung oder Verringerung der wirtschaftlichen Leistungen einer ganzen Volkswirtschaft.

Dies ist zwar nahezu halsbrecherisch vereinfacht, trifft den Sachverhalt aber durchaus. Eine anziehende Konjunktur in Deutschland bedeutet also nur, dass sich die wirtschaftliche Leistung unseres Landes erhöht hat. Dies heißt aber nicht, dass sich dieser Aufschwung auf alle Branchen erstreckt, oder jeder von uns mehr Geld in der Tasche hat. Es ist eine ganz allgemein gehaltene Größe, die isoliert betrachtet nicht dafür taugt, Grundlage einer Anlageentscheidung zu sein.

Dennoch bietet der Verlauf der Konjunktur, in einem mehrjährigen Rahmen betrachtet, wichtige Hinweise. Der Grund dafür liegt darin, dass sich die Konjunktur in stetigem Fluss befindet. Auf eine Phase steigender Wirtschaftstätigkeit, dem Aufschwung, folgt immer eine Phase, in der sich die Wirtschaftsleistungen verringern - die Rezession. In Zahlen werden derartige Bewegungen mit konjunkturbezogenen Größen wie Bruttosozialprodukt (BSP) oder Bruttoinlandsprodukt (BIP).

Das Wissen um diese stetige Fluktuation bietet dem Anleger eine langfristige Orientierung, denn die Börsen sind - wenngleich nicht sklavisch und mit Zeitverzögerungen - an die Konjunktur gekoppelt. Es gibt ganz einfach Zeiten, in denen die Aktien- oder Rentenkurse per Saldo steigen, und ebenso Phasen, in denen sie - zumindest mittelfristig betrachtet - fallen. Und eben diese Richtung der "großen Trends" ist direkt vom Verlauf der Konjunktur abhängig.

Schematisch dargestellter Konjunkturzyklus
Schematisch dargestellter Konjunkturzyklus. Quelle: boerse.de



Zunächst aber erst einmal zurück zur Konjunktur per se. Die Konjunktur bewegt sich in Zyklen, deren vier Zyklenbereiche zwar immer in der selben Reihenfolge auftreten, deren Dauer jedoch sehr unterschiedlich sein kann.

Obwohl man glauben sollte, dass eine Rezession (eine Verringerung der Wirtschaftsleistung) vermeidbar sein müsste - bis heute ist dieses Kunststück noch niemandem gelungen. Einzig und allein die Stärke der wirtschaftlichen Schrumpfung und die Dauer dieser Periode lässt sich erfolgreich beeinflussen. Doch zunächst eine kurze, vereinfachte Beschreibung der vier Phasen des konjunkturellen Zyklus:

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