Marktübersicht

Dax
13.162,00
0,44%
MDax
26.186,00
0,15%
BCDI
141,31
0,00%
Dow Jones
24.651,74
0,58%
TecDax
2.548,75
0,19%
Bund-Future
163,57
0,03%
EUR-USD
1,18
0,09%
Rohöl (WTI)
57,35
0,35%
Gold
1.254,60
-0,06%

Berechnung von Indizes

Indizes verdanken ihre hohe Transparenz einem strengen Regelwerk, in dem ganz genau festgelegt wird, wie die Zusammensetzung sowie der Austausch und die Gewichtung der Indexmitglieder zu handhaben ist. Die Verantwortung dafür tragen die Betreiber bzw. Sponsoren des jeweiligen Index, die auch für die Gestaltung, Entwicklung und Berechnung einer Benchmark zuständig sind.


Index-Berechnungsmethoden

Bei der Indexberechnung spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. So wird bei der Kalkulation beispielsweise darauf abgestellt, ob es sich bei dem Index um einen Kurs- bzw. Preis-Index ohne Dividendenanrechnung oder um die Performance-Variante handelt, die sämtliche Erträge der Indexmitglieder miteinbezieht. Darüber hinaus hängt die Berechnungsmethode stark damit zusammen, wie der Index gewichtet wird.


Preisgewichtete Indizes

Die einfachste Form stellen preisgewichtete Indizes dar wie der Dow Jones oder der Nikkei 225. Hier ist bei der Berechnung jeder Wert nur mit einem einzigen Stück vertreten, wobei sich der Indexstand automatisch durch Addition der einzelnen absoluten Aktienkurse ergibt. Dieses Vorgehen weist ein großes Manko auf, da beispielsweise kleine Aktiengesellschaften mit einem hohen Aktienkurs auch ein entsprechend höheres Indexgewicht erhalten als große „Flaggschiffe“, die zu einem sehr niedrigen Preis gehandelt werden. Dies kann zu starken Verzerrungen führen.


Gewichtung nach Marktkapitalisierung

Eine deutlich anspruchsvollere Berechnungsmethode gewichtet die Einzeltitel nach der Marktkapitalisierung bzw. dem Börsenwert der frei handelbaren Aktien (free-float). Gegenüber der simplen Preisgewichtung kommt hier als wichtiger zweiter Parameter die Anzahl der ausgegebenen und im Streubesitz befindlichen Aktien hinzu, sodass sich der maßgebliche Unternehmenswert durch Multiplikation des aktuellen Börsenkurses mit der relevanten Aktienanzahl errechnet. Gesellschaften, die eine große Menge an Aktien im Umlauf haben, werden dadurch im Index ihrer Bedeutung entsprechend auch höher eingeschätzt. Viele bekannte Indizes wie Dax, DivDax, Euro STOXX 50 oder S&P 500 folgen dieser Gewichtungsmethode.


Strategie Indizes

Auch der Marktkapitalisierungsansatz hat seine Tücken und sieht sich gerade in Zeiten einer Indexoptimierungswelle einer wachsenden Kritik ausgesetzt, da stark im Kurs gestiegene Werte trotz der Einbeziehung der Stückzahl tendenziell ein immer höheres Indexgewicht erhalten und dadurch eine gewisse Unwucht entsteht. Um dies zu verhindern, hat sich in den letzten Jahren besonders im ETF-Bereich unter Begriffen wie „RAFI“ (Research Affiliates Fundamental Indexing) oder „Smart-Beta“ ein ganzes Segment an Strategie-Indizes herausgebildet, in dem die Gewichtung beispielsweise maßgeblich an fundamentalen Kriterien wie Dividende, Buchwert, Cashflow oder Umsatz ausgerichtet wird. Im Rahmen von sogenannten Faktor-Strategien werden bestehende Indizes auch ganz gezielt auf individuelle Risiko- bzw. Renditefaktoren wie Unternehmensgröße, Bewertung, Qualität, Momentum oder Minimum-Volatilität hin getrimmt.


Gleichgewichtete Indizes

Eine Abkehr von der ungeliebten Marktkapitalisierung als Berechnungsgrundlage lässt sich auch ganz leicht durch eine Gleichgewichtung aller Indexmitglieder erreichen. Da sich die Anteile durch die Kursbewegungen im Zeitablauf verschieben, werden alle Einzeltitel an regelmäßigen Bewertungstagen wieder auf ein gleiches Maß rückgewichtet (Rebalancing). Dadurch wird bei zuvor gut gelaufenen Aktien quasi ein Teil der Gewinne mitgenommen, während schwächere Werte automatisch einen höheren Stellenwert im Index erhalten. Ein bekannter Branchen-Index mit Gleichgewichtung ist der US-amerikanische NYSE Arca Biotech, bei dem die 20 Einzelwerte alle drei Monate auf einen Anteil von jeweils 5% zurückgesetzt werden.


Der beste Index

Auch der boerse.de-Champions-Defensiv-Index (BCDI) nutzt den Vorteil dieser Gewichtungsart. Dabei wird das Indexgewicht sämtlicher zehn Top-Defensiv-Champions von dem Indexsponsor Solactive im halbjährigen Abstand auf 10% zurückgefahren und dadurch die gleiche Ausgangsposition geschaffen.


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