Marktübersicht

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Bund-Future
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Rohöl (WTI)
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Gold
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Kleine Geschichte des Rohstoffhandels

Erst die Standardisierung ermöglichte einen transparenten Handel mit geringen Kosten und einen leichten Marktzugang der Marktteilnehmer, die sich nun nicht mehr um die sofortige Lieferung, Abnahme und Lagerung der gehandelten Waren kümmern mussten. Vor der Einführung der Standardisierung wurden zwischen den Vertragsparteien jeweils individuell vereinbarte, aufeinander zugeschnittene Transaktionen getätigt, was den Weiterverkauf eines solchen ziemlich individuellen Geschäftes erschwerte und den gesamten Rohstoffhandel zu einer ziemlich unübersichtlichen und intransparenten Veranstaltung werden ließ. Mit der Standardisierung konnte sich recht schnell ein funktionierender Zweitmarkt, auf dem die Marktteilnehmer sich durch Abschluss eines Gegengeschäftes mit einem beliebigen Handelspartner ihrer ursprünglichen Verpflichtung entledigen konnten, etablieren. Die Chicagoer Warenterminbörse hatte dadurch bald den Ruf inne, für die Rohwarenhändler eine feste und vor allem verlässliche Dauereinrichtung zu sein. Der durch Einführung der Futureskontrakte begonnene Siegeszug des Terminhandels war fortan nicht mehr zu bremsen.

 

Durch diese neue Art des Handelns auf Termin war es zudem möglich geworden, die bereits beschriebenen künstlichen Angebotsverknappungen, die immer wieder in großen Hungersnöten münden konnten, überflüssig werden zu lassen. Hinzu kam als weiterer gewichtiger Vorteil gegenüber dem bisherigen Handel, dass die Terminbörse bereits kurz nach ihrer Gründung das Kontrahentenausfallrisiko weitestgehend auszuschalten.

 

Beginnend mit der einer Zulassung zum Börsenhandel vorgelagerten Kreditwürdigkeitsprüfung der Marktteilnehmer über die Einforderung und Verwaltung von Sicherheiten seitens der Marktteilnehmer bis hin zur Übernahme der Geschäftspartnerfunktion für Käufer und Verkäufer schaltete sich die CBOT in den Handelsprozess ein und sorgte so dafür, dass sich die Börsianer ganz auf den Handel konzentrieren konnten und sich keine Sorgen darüber machen mussten, ob ihr Geschäftspartner seine Verpflichtungen aus den Terminkontrakten erfüllen konnte oder nicht. Das CBOT garantierte mit Einführung dieses letzten Schrittes der Kontrahentenrisikoreduzierung im Jahr 1925 sowohl dem Käufer als auch dem Verkäufer die Erfüllung des Kontrakts. Durch den Wegfall des Risikos, dass entweder Käufer oder Verkäufer ihre Verpflichtungen gegenüber ihrem Geschäftspartner nicht mehr erfüllen konnten, entwickelte sich die Handelbarkeit der Rohstoffkontrakte entscheidend weiter und auch die Liquidität der Kontrakte erhöhte sich dadurch stark. Der Weg zu einem effizienten und sicheren Börsenhandel, wie wir ihn heute kennen, war endgültig frei.

 

Auch mehr als 160 Jahre nach ihrer Gründung ist das CBOT in Chicago für landwirtschaftliche Rohstoffe auch heute noch der Handelsplatz Nr. 1 auf der Welt. Vor allem Weizen, Mais und Sojaprodukte werden an ihm gehandelt.

 

 

Weitere wichtige Rohstoffbörsen

  • Die Chicago Mercantile Exchange (CME), welche sich zwischenzeitlich mit der CBOT zusammengeschlossen hat. Die seit 1919 unter der Abkürzung CME bekannte Börse dominiert im Handel mit Lebendvieh, Butter und Milch und wurde ursprünglich 1898 als »Chicago Butter and Egg Board« als Ableger der CBOT gegründet. Die CME ist zudem noch auf kurzfristige Zinsderivate sowie auf Devisen- und Aktienindexderivate spezialisiert. Hinzu kommen noch Kontrakte auf Industriemetalle. Eine Vorreiterrolle hat die CME auf einem ganz speziellen Teilgebiet der Derivatewelt eingenommen: An ihr wurden im Herbst 1999 erstmals weltweit Wetter-Futureskontrakte und Wetteroptionen im organisierten Börsenhandel angeboten. Seitdem ist es einer breiteren Investorenschicht möglich, sich gegen die Unbill der Wettergötter unter Zuhilfenahme von Derivaten abzusichern oder aber durch gewiefte Spekulation und Handelsstrategien von den immer häufiger auftretenden Wetterkapriolen zu profitieren.

  • Das New York Board of Trade (NYBOT), gesellt sich als Dritte im Bunde zu den bereits genannten amerikanischen Rohstoff-Handelsplätzen. Das NYBOT hat sich nach dem Zusammenschluss dreier ehemals selbständiger Börsen (CSCE – Coffee, Sugar and Cocoa Exchange, NYCE – New York Cotton Exchange und NYFE – New York Futures Exchange) als eine der weltweit führenden Börsen für Agrarrohstoffe etabliert. Gehandelt werden dort vor allem Zucker, Kaffee, Kakao sowie Baumwolle und Orangensaft. Die Börse ist Weltmarktführer im börslichen Zuckerhandel und hat als große Innovation der letzten Jahre einen Futureskontrakt auf zuckerbasiertes Ethanol etabliert. Heute firmiert das NYBOT nach einer Übernahme durch die Firma ICE (Intercontinental Exchange), die mehrheitlich führenden Energieunternehmen und großen internationalen Banken gehört, als ICE Futures U.S.

  • Im Big Apple, wie New York ja auch gerne genannt wird, werden jedoch nicht nur Äpfel und sonstige Agrarrohstoffe gehandelt, mit der New York Mercantile Exchange (NYME), befindet sich in der Stadt auch die größte Terminbörse der Welt, nachdem sie im Jahr 1994 mit der damals größten Börse für Edelmetalle, der New York Commodities Exchange (COMEX) fusioniert wurde und sich anschließende mit dem größten Marktplatz für den asiatischen Rohstoffhandel, der Tokyo Commodity Exchange zusammengeschlossen hat. Als die NYMEX im Jahr 1872 unter dem Namen »Butter and Cheese Exchange« gegründet wurde, lag der Fokus noch – Nomen est Omen - eindeutig auf diesen beiden Agrarrohstoffen. Bald jedoch wurde der Handel erweitert und es wurden Trockenfrüchte, die damals in Mode kommenden Konservenwaren und Geflügel auf dem Börsenparkett umgesetzt. Dies gilt bis heute fort. Jedoch hat sich nach den diversen Fusionen der Schwerpunkt eindeutig in Richtung Energieträger verschoben, so dass der absolut gesehen größte Umsatzanteil eindeutig mit Energierohstoffen wie Erdöl, Erdgas, Heizöl und Benzin erzielt wird.

  • Geschlagen geben muss sich die USA im Rohstoffhandel nur im Börsenhandel mit Metallen. In diesem Bereich dominiert eindeutig die London Metal Exchange (LME). Der Börsenhandel reicht dort bis ins Jahr 1571 zurück, als die Börse unter dem Namen »Royal Exchange« gegründet wurde. Der Metallhandel blühte allerdings erst so richtig auf, als rund 300 Jahre später, 1877, als Trägergesellschaft für den Börsenhandel, die »London Metal Market and Exchange Company« gegründet worden war.
    In den Anfängen wurde an der LME nur Kupfer gehandelt, heutzutage finden Metallhändler aber auch mit Blei, Zink, Aluminium, Nickel und weiteren für die Industrie wichtigen Metallen ein Betätigungsfeld an der Londoner Warenbörse. Aber auch Edelmetalle wie Gold und Silber werden auf der Insel gehandelt, wobei hier die NYMEX die LME eindeutig auf den zweiten Platz verweist.

 

Die nachfolgende Tabelle bietet nochmals einen Überblick über die genannten Börsen und weist Ihnen anhand der jeweiligen Internetadresse direkt den Weg zu weiteren Informationen rund um die Börsen und deren Aktivitäten. Ein Besuch auf den Homepages lohnt sich auf alle Fälle, denn dort gibt es noch eine Menge Wissen und spannende Hintergrundinformationen zu den Themen Rohstoffe und Rohstoffhandel zu entdecken.

 

Name Kürzel Gründungsjahr Gehandelte Rohstoffe Homepage
Chicago Board of Trade CBOT 1848 Weizen, Hafer, Reis, Mais, Sojabohnen, Sojamehl www.cbot.com
Chicago Mercantile Exchange CME 1898 Lebendrind, Mastrind, Schweinebäuche, Milch, Holz, Baumwolle, Kupfer, Aluminium www.cme.com
New York Board of Trade (ICE Futures U.S.) NYBOT (ICE) 1870 Kaffee, Kakao, Baumwolle, Orangensaft, Zucker www.nybot.com
New York Mercantile Exchange NYMEX 1872 Erdöl, Benzin, Gas, Kupfer, Aluminium, Gold, Kaffee, Baumwolle, Zucker www.nymex.com
London Metal Exchange LME 1877 Aluminium, Blei, Zink, Zinn, Nickel, Kupfer, Kobalt www.lme.com

 

 

Rohstoffbörsen in den Schwellenländern

 

Durch den immer größer werdenden Hunger der Schwellenländer nach Rohstoffen entstanden auch dort in den letzten Jahren Warenterminbörsen, die eine sehr dynamische Entwicklung nehmen und ein enormes Wachstum des Handelsvolumens aufweisen. Mit dieser weiteren Ausbreitung des Rohstoff-Terminhandels einher geht auch die Anzahl der gehandelten Produkte.

 

In Indien beispielsweise, wo erst 2002 eine elektronische Warenterminbörse ins Leben gerufen wurde, werden aktuell bereits mehr als einhundert Produkte gelistet und gehandelt. Bei uns als exotisch geltenden Agrarprodukte wie Kardamom oder Kurkuma stehen dort genauso selbstverständlich als Futures-Kontrakt auf der »Börsenspeisekarte« wie Gold oder Weizen. Mittlerweile gibt es bereits vier Börsenbetreiber mit insgesamt zweiundzwanzig Börsenplätzen in Indien, die sich den stark wachsenden Markt aufteilen. Das Handelsvolumen stieg in den letzen Jahren doppelt so stark an, wie im weltweiten Durchschnitt.

 

Interessant ist, dass es Investmentfonds und Banken verboten ist, sich spekulativ an den indischen Warenterminbörsen zu engagieren. Hier spielt sicherlich die Angst vor spekulativen Übertreibungen und Überhitzungen eine wichtige Rolle. Bei einigen Kontrakten spielt Indien bezüglich des Handelsvolumens sogar schon in der Weltspitze mit. Hier könnte es nicht mehr allzu lange dauern, bis die westlichen Börsen dauerhaft eine ernsthafte Konkurrenz erhalten werden.


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Literaturverzeichnis   Berenberg Bank · HWWI (2005): »Strategie 2030 –...

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